Bebop for President

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass der legendäre Jazztrompeter Dizzy Gillespie auch politisch aktiv war? Der Miterfinder des Bebop mit der komisch gebogenen Trompete war wie viele andere auch von dem Attentat auf John F. Kennedy geschockt und kandiderte daraufhin, von einem kalifornischen Journalisten überredet, bei der Präsidentschaftswahl 1964 einfach selbst.

Leider bekam er nur knapp 100.000 Stimmen und somit keine einzige Wahlmannstimme. Trotzdem wäre sein Kabinett eine sehr illustre Ansammlung von Größen des Jazz gewesen:


In seinem Schattenkabinett waren durchaus innovative Köpfe auf wichtige Ämter verteilt: So sollte Miles Davis der Chef des CIA werden, Louis Armstrong, ebenfalls Trompeter, sollte die Position des Landwirtschaftsministers bekommen. Der blinde(!) Pianist Ray Charles sollte die Kongressbibliothek (immerhin die zweitgrößte Bibliothek der Welt) leiten. Nur die Idee, Malcolm X als Justizminister einzusetzen, scheint nicht so ganz in diese eher liberale Regierungsmannschaft zu passen.

Der beste Vorschlag aber kam von Dizzy Gillespie bezüglich der Umbenennung eines berühmten Gebäudes: Das Weiße Haus sollte in "The Blues House" umbenannt werden. Leider ist es nie dazu gekommen.