Bayern München goes YouTube

Christian Deker

Der Rekordmeister hat neue Wege der Kommunikation eingeschlagen und einen eigenen Kanal auf YouTube eröffnet. Mit dieser Kooperation macht der FC Bayern nach, was andere Fußballvereine schon können: weltweit präsent sein und zeitgemäß kommunizieren. Brisant ist, dass Bayern damit einen weiteren Schritt in Richtung Exklusivvermarktung geht.



Hollywood-Filme kann man zumindest in Ausschnitten schon längst auf YouTube anschauen. Neu ist, dass nun auch der FC Hollywood weltweit abrufbar ist.


Im neuen YouTube-Channel des FC Bayern kann man Beiträge aus dem vereinsinternen Fernsehsender sehen. Nicht gerade nutzerfreundlich ist allerdings, dass fast alle Beiträge nach 90 Sekunden mit Hinweis auf die Website des Rekordmeisters enden.

Neben Nachrichten rund um den FC Bayern sind auch Interviews, Homestories und Chats geplant. Mitschnitte von Spielen wird es aber aus lizenzrechtlichen Gründen nach wie vor nur auf der FC-Bayern-Homepage geben. Und dort sind sie den Abonnenten des kostenpflichtigen fcb.tv vorbehalten.

Youtube hat inzwischen mit einer Reihe von internationalen Partnern Verträge geschlossen. Dazu zählen die Sender BBC, France 24, und die Deutsche Welle, aber auch Organisationen wie Greenpeace.

Vor allem die großen und erfolgreichen Fußballvereine kooperieren mit YouTube: So haben schon der FC Chelsea, AC Mailand, der FC Barcelona und Real Madrid Verträge abgeschlossen.

Diese Entwicklungen sind für die Bundesliga nicht uninteressant, da die Rechte an den Bundesligaübertragungen bisher als Ganzes für alle Vereine vermarktet werden. Zwar kassieren die Vereine längst nicht ähnlich Beträge (Energie Cottbus 12,45 Millionen – VfB Stuttgart 26,18 Millionen Euro in der abgelaufenen Saison), trotzdem partizipieren alle an den Einnahmen.

Die EU-Kommission fordert schon seit längerem eine freiere Vermarktung der Bundesliga, der Zugang von Fernsehanstalten und Anbietern neuer Medien wie UMTS oder Internet soll erweitert werden. Mit seinem eigenen Fernsehsender und Internetkanal könnte Bayern die Spiele exklusiv und damit deutlich gewinnbringender vermarkten.

Mehr dazu:

 

FC Bayern: YouTube-Channel