Baustellenbesuch: Wie die UB von Innen aussieht

Carolin Buchheim

Seit die Fassade am UB-Neubau wächst, nennen wir das Gebäude ja nur noch liebevoll-zärtlich "Der Todesstern". Im März soll die Fassade der neuen UB vollständig sein, im Wintersemester 2014/15 soll Einzug gefeiert werden. Heute lud die Uni mal wieder zum Baustellenbesuch:



Das 2. OG der neuen Uni-Bibliothek. Hier sollen schon im Wintersemester 2014/15 Jurastudierende im Juridicum auf Scheine und Examen lernen und im "Forum Juridicum" Gruppenarbeit leisten können. Am Dienstagvormittag, 11 Uhr, findet hier die Pressekonferenz zum Fortgang der Bauarbeiten und Baustellenbegehung mit Rektor Hans-Jochen Schiewer, UB-Direktorin Antje Kellersohn, Baudirektor Karl-Heinz-Bühler,und Freiburgs Presse statt. Irgendwo auf der Baustelle hören Arbeiter ziemlich laut "How you remind me" von Nickleback.

"Hier wird immer etwas los sein", sagt Rektor Schiewer in seinen einleitenden Worten über die neue UB und meint damit mehr als nur die Rund-um-die-Uhr-allen-Tagen-im-Jahr-Öffnungszeiten. "Sie wird ein neuer Mittelpunkt für universitäres Leben in Freiburg, ein Ort, von dem Anregungen in die Stadt hinaus getragen werden." Nicht nur von den Nutzerinnen und Nutzern sondern auch vom Gebäude selbst erhofft er sich einen Einfluss auf die Stadt: "Ich wünsche mir, dass die moderne Architektur anregt zur Debatte."

UB-Direktorin Antje Kellersohn bietet Einblick in die Planung des Innenausbaus und einen Vorgeschmack auf das studentische Leben in und mit dem Gebäude. Ins Erdgeschoss gelangen Besucher über Eingänge am Rotteckring und in der Milchstraße, an der Norseite gibt's ein Café mit Freisitzfläche, im Keller ein Fahrradparkhaus. Im 2. OG das Juridicum, dass das juristische Seminar im KG II ersetzen soll, im 4. Sonderlesesaal und Digitalisierung, im 5. die UB-Verwaltung.

Die Vorfreude darauf, Studierenden in Freiburg bald einen modernen Lernort bieten zu können, ist Kellersohn anzumerken, wenn sie beschreibt, wo Lern- und wo Gruppenarbeitszonen eingerichtet werden und wie das Parlatium - der Ort in der UB, an dem man auch laut reden darf - im Nordtteil des Gebäudes aussehen soll. Ein Mood-Board vermittelt einen Eindruck in die Möbelauswahl, die noch nicht abgeschlossen sei. "Bei uns soll man auch mal die Füße hochlegen können, wenn man ein Fachmagazin liest", sagt Kellersohn mit Verweis auf die abgebildeten Sessel.



Auch die Bibliothekstechnik wie das RFID-Selbstverbuchungs- und Transportsystem, die digitalen Angebote für die Studierenden und Digitalisierungsabteilung mit einem halbautomatischen Scan-Roboter, der bis zu 1400 Seiten in der Stunde scannen kannt, scheint sie stolz zu machen.

Insgesamt 1.700 Arbeitsplätze soll die UB Studierenden bieten - "Zur Fassade hin orientiert", sagt Kellersohn. "Der Buchbestand wird jeweils in der Mitte der Etagen aufgestellt." Das deutet auf eine Entspannung der Arbeitsplatzsituation für Studierende hin. Das UB1-Provisorium in der Stadthalle hat knapp 1000 Plätze, die alte UB 1.200 Plätze. Zeitgleich fallen durch die Integration des juristischen Seminars allerdings 750 studienfachgebundene Arbeitsplätze weg. Immerhin können die 700 Plätze, die die neue UB mehr hat als die alte, von allen Studierenden genutzt werden, nicht nur von Juristen.

Wie die neue UB von außen einmal aussehen wird, das ist heute schon gut zu erkennen. Die über 7300 Quadratmeter große Fassade des Gebäudes ist zu 80 Prozent fertig gestellt und soll im März komplett geschlossen sein. Nur an der fast voll verglasten Nordseite fehlen noch Fenster und Fassadeteile. An der Südseite, in der Belfortstraße, sind auch schon einige der Edelstahlbleche montiert, die das endgültige Erscheinungsbild des Gebäudes bestimmen werden. "Das sind hochpolierte und elektrochromatisch behandelte Edelstahlbleche", sagt Baudirektor Karl-Heinz Bühler. Die recht dunkle Farbe sei gewählt worden, um Blendung bei Sonneneinstrahlung zu minimieren und Glas und Blech anzugleichen.



Stolz zählt Bühler die technischen Daten des verwendeten Materials auf, zeigt eine Probe des fünf Scheiben dicken, 5,6 Zentimeter starken Glases der Fassade vor, Quadratmetergewicht 70 Kilogramm, das zugleich vor Sonne- und Wärme schützen soll, und mit welcher Art Lochblech die Fassade nach innen verkleidet ist. Außerdem erklärt Bühler, wie Lüftung (durch den Fußboden) und Kühlung (mit Brunnenwasser in einem Kühlsystem an der Decke) funktionieren sollen. 

Bei den Gesamtkosten für den UB-Neubau rechnet die Uni Bühlers Angaben nach noch immer mit 49 Millionen Euro; eine endgültige Abrechnung sei jedoch möglicherweise erst Jahre nach dem Umzug ins Gebäude machbar. 

Das letzte Fassadenteil will Rektor Schiewer übrigens selbst montieren. 



Mehr dazu:

 

Fotogalerie

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.