Basta macht Badner zu Temperamentsbomben

Meike Riebau

Zweiter Tag auf dem Zeltmusikfestival: A-Capella, augenzwinkernde Texte und eine comedyreife Bühnenshow: Das war Basta! Meike war dort und erzählt euch von passablen Schwiegersohnmodellen, männlicher Bindungsangst und badischen Temperamentsbomben.

Ich gebe es ja zu: Ich war vorbelastet, voreingenommen und vorgeprägt - aber wenn fünf Kölner A-Capella-Jungs nach Freiburg kommen, schlägt mein kölsches Herz natürlich höher.


Basta, das sind fünf Herren aus dem Raum Köln, das ist Musik ganz "mit ohne" Instrumente mit netten Texten und einer sehr sympathischen Comedy-Bühnenshow. Das Schöne an einem Basta-Konzert ist, man geht hinterher nicht nur besser gelaunt nach Hause, man hat auch immer etwas gelernt, es gibt sozusagen einen pädagogischen Effekt (Das mag einer der Gründe sein, warum sich ein Großteil des Publikums aus Damen zwischen 35 und 55 rekrutiert - sie sind aber auch allesamt sehr passable Schwiegersohnmodelle!). Ob es sich bei dem, was man lernt, um brauchbare Dinge handelt, sei erstmal dahingestellt.

Wir lernen (oder fühlen uns bestätigt darin), dass auch Männer ihre zickig-spießige Hausmannader haben: Wenn Sänger William in "Du tropfst" seiner Freundin vorhält, sie würde das handverlesene Laminat ruinieren. Wir hören die Wahrheit über spleenige Hobbys wie Feng Shui. Und hören von dem ostdeutschen "Girl aus Ipanema". Und dass Sex überschätzt wird (Licht dagegen nicht, wie Sänger William bei einem One-Night-Stand schmerzhaft erfuhr). Auch die gute alte Bindungsangst der Männer wird heraufbeschworen - unter Einbeziehung des kompletten Publikums: Während die Männer ein "Bindungsangst, ich habe Bindungsangst" vor sich hin grummeln, singen die Frauen "Bitte bleib, geh nicht fort, bleibt bei mir, an diesem Ort". Bei solchen Liedern macht sich immer das ungute Gefühl breit, irgendwie könne darin ein Körnchen Wahrheit verborgen sein. Der eine oder andere Text wie "Das hässlichste Mädchen der Welt" überzeugt zwar nicht ganz (Das Dilemma eine jungen Mannes, der sich vor seinen Freundin für die Liebe zu seiner hässlichen Freundin schämt - eine Runde Mitleid bitte!), aber andererseits muss man ja auch nicht alles mögen.

Bei Basta trifft Herbert Grönemyers Krampfgesang Marianne Rosenbergs Schwulenparty-Klassiker "Er gehört zu mir". Die Show lebt von den gelungenen und spielerischen Interpretationen, und von dem Spaß, den die Fünf sichtlich dabei haben. Das Publikum im Spiegelzelt wurde mit jedem neuen Song begeisterter, und auch wenn der Badener an sich ja keine Temperamentsbomben ist, kann man sagen, dass alle in Hochstimmung das Zelt verließen. Und nicht zuletzt die weiblichen Fans waren begeistert, dass sich Thomas und Co beim Merchandise-Stand noch viel Zeit nahmen.

Kleine Rüge an die ZMF-Leitung: Bitte beim nächsten Mal das Publikum nicht so früh aus dem Zelt scheuchen: Für die nachfolgende Electroparty musste Platz geschaffen werden. Da blieb leider kaum Zeit, noch gemütlich etwas zu trinken.

Alles in allem aber: Ein wiederholenswerter Abend! Bitte kommt wieder - wir freuen uns auf euch!Wer mehr über das Qintett wissen will, kann sich auf der Basta Homepage umsehen.