Basketball: Bayern München am Samstag beim USC

Toni Klein

Am Samstag steht dem USC Freiburg das Spiel des Jahres bevor: Beim Vorletzten der Zweiten Basketball-Bundesliga (Pro A) gastiert der FC Bayern München, der bald auf europäischer Ebene für Furore sorgen könnte. Sportlich ähnlich viel Aufregung bot dem USC wohl nur der Auftritt von Dirk Nowitzki mit Würzburg im April 1999 in Freiburg, bevor er in der NBA zu überregionalem Ruhm gelangte. Noch sind Karten für das Bayern-Gastspiel zu haben.



Kennen Sie den amtierenden deutschen Basketball-Meister? Und: Kennen Sie den FC Bayern München?

Noch nickt die Mehrzahl der Bundesbürger wohl nur Frage 2 ab. Doch seit vier Monaten schickt sich der FC Bayern an, auch das Spiel unter deutschen Körben schön, sexy und berühmt zu machen. Seit er Präsident des Gesamtvereins in München ist, lasten die schön-sexy-berühmten Fußballer Uli Hoeneß nicht mehr aus.


Also beschloss Hoeneß, München ein zweites Glitzer-Team zu schenken – mit der Zielvorgabe, dass es baldmöglichst dem FC Barcelona und Real Madrid auch im Basketball Paroli bietet, in der Champions League (die hier „Euroleague“ heißt und deutsche Clubs bisher nur als Sättigungsbeilage führte). Davon trennen den langen FCB eigentlich nur zwei ordentliche Spielzeiten. Die jetzige, die mit dem Aufstieg enden soll, wofür ein Sieg in Freiburg fest eingeplant ist. Und die nächste, in der man sich mit Eingangsfrage 1 befasst.

 

Zuvor waren zwar schon oft Münchner Clubs durch das Basketball-Unterholz geschlichen; einige Male hießen sie sogar FC Bayern. Nach Geldsack und Spaßwert war dieser FCB seit den Meistertiteln 1954 und 55 aber eher der MSV Duisburg der Liga.

Damit der Bundesliga nun bald ein echter FC Bayern erwächst, nimmt der FC Bayern das in die Hand, wovon er am meisten versteht:
Geld. Viel Geld. Im Sommer lotste Hoeneß Dirk Bauermann (Bild links), zugleich deutscher Nationaltrainer, an die Isar. Und Steffen Hamann, Kopf des Nationalteams.

Und Distanzschütze Demond Greene (der seit seinem Achillessehnenriss vom Nationalkollegen Robert Garrett ersetzt wird). Und Heißsporn Jonathan Wallace, den wohl besten Zweitligaspieler dieser Tage. Dazu die ehemaligen Bundesliga-Allstars Alexander Nadjfeji und Darius Hall (9,6). Und Robert Maras, den 2,15-Meter-Koloss von Freiburger Geblüt. Und und und.

Wer dem USC (bisher 6:22 Punkte) gegen diese Sternencombo (26:2) am Samstag einen Erfolg zutraut, sei daran erinnert, dass der lange FC Bayern seine Siege mit 21,3 Punkten Differenz einfährt. Und dabei meist noch Gnade walten lässt. Schließlich ist der USC Freiburg kein Real Madrid.

Übrigens: Der Meister 2010 hieß BB Bamberg. 2011 wird es wohl ähnlich. 2012 hat Uli Hoeneß dann anderes vor.  

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Karten: an der Abendkasse oder auf der Seite des USC Freiburg
Preise: 8 Euro; ermäßigt 5 Euro; Kinder bis 9 Jahre haben freien Eintritt
Spielbeginn: 19:30 Uhr
Ort:
Sepp-Glaser-Halle, Johanna-Kolund-Straße 5, 79111 Freiburg im Breisgau   [Bilder: dpa]