Basel: Illegale Party im Ex-Kinderspital endet im Chaos

Peter Disch & sda

Hausbesetzer haben eine illegale Party im ehemaligen Kinderspital in Basel veranstaltet: Sie endete im Chaos. Ein Mann stürzte 12 Meter in die Tiefe und wurde schwer verletzt; Medizintechnik, die gespendet werden sollte, wurde zerstört.

Die Party startete am Samstag, nachdem das Gebäude am Schaffhauserrheinweg vom Aktivistennetzwerk Derivat besetzt worden war. Gegen Mitternacht stürzte ein 18-Jähriger von einer Terrasse im zweiten Stock des früheren Kinderspitals. Laut Staatsanwaltschaft saß der Mann rücklings auf dem Geländer einer der langen Außenterrassen. Er habe das Gleichgewicht verloren und sei rückwärts 12 Meter in die Tiefe gefallen.


Party und Besetzung zogen mindestens 1000 Besucher an, die Basler Zeitung schreibt von 2000 bis 3000 Menschen. Im Laufe des Abends sei die Party aus dem Ruder gelaufen, "so wurden innerhalb des Gebäudes Feuer gelegt, im Innenhof brannten Computer, Mobiliar flog durch die Fenster." Besetzer und Partygäste hätten "praktisch alle noch vorhandenen medizinisch-technischen Gerätschaften zerstört", bilanziert der bisherige Hausherr, das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB). Betroffen sei vor allem Operationssäle und die Röntgenstation. Geräte und Einrichtung sollten in den nächsten zwei Wochen nach Osteuropa, Marokko, Iran und Afghanistan gebracht werden. Ursprünglich waren die Hilfsgüter für die Türkei bestimmt. Weil die Türkei aber seit kurzem keine älteren medizinische Geräte mehr importieren will, war deren Demontage verschoben worden.

Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest. Das UKBB hat am Montag Anzeigen wegen Sachbeschädigungen angekündigt. Die Immobilien Basel-Stadt, die das Gebäude übernehmen sollte, hat eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung eingereicht. Das Areal soll Ende des Jahr baureif an einen Investor abgegeben werden, zuvor soll es dekontaminiert und zurückgebaut werden.

Mehr dazu: