Bart-Gespräch mit EHC-Kapitän Rießle und Barbier Schettler

Jannik Jürgens

Vor dem ersten EHC-Heimspiel am Sonntag sprechen EHC-Kapitän Philip Rießle und Barbier Ingmar Schettler über Bärte, Eishockey und Männlichkeit. Und Du kannst Freikarten fürs Spiel gewinnen.

Fudder: Herr Rießle, wie hat das angefangen mit Ihrem Bart?
Rießle: Das war eine spontane Sache. Letztes Jahr haben wir die Meisterschaft gewonnen und sind in die zweite Liga aufgestiegen. In den Playoffs lässt man sich den Bart wachsen. Wer rasiert, verliert. Der Bart ist ein Zeichen von Stärke. Denn die beste Mannschaft hat am meisten Zeit, um ihn wachsen zu lassen. Dann habe ich mir gedacht: Eigentlich könnte ich ihn weiter wachsen lassen.



Fudder
Was macht einen guten Bart aus?
Schettler: Ein guter Bart muss viel Volumen und saubere Konturen haben. Er muss gepflegt sein, egal bei welcher Länge. Wenn er noch gut riecht und glänzt, ist es der perfekte Bart.




Fudder
: Hat Philip Rießle den perfekten Bart?
Schettler: Er hat einen richtig geilen Bart. Schön voll auf jeden Fall. Er könnte ein bisschen mehr Glanz haben.
Rießle: Ja, Ingmar hat absolut Recht. Ohne Pflege geht es nicht. Jeden Tag. Sonst sieht der Bart aus wie Kraut und Rüben. Ich bürste ihn morgens durch und benutze Pflegeprodukte, um das Volumen zu haben. Ich benutze Bartöl und Bartwachs im Wechsel.
Schettler: Wenn man Bartöl nimmt, stört der Bart nicht beim Küssen.


Fudder
: Bärte sind schon seit ein paar Jahren wieder im Trend. Woran liegt das?
Schettler: Vor fünf bis zehn Jahren musste der Mann komplett rasiert sein. Ganzkörper. Die Zeit ist zum Glück vorbei. Bartwuchs ist der natürliche Haarwuchs des Mannes. Warum sollte man das nicht zeigen?
Rießle: Es hat auch etwas mit Männlichkeit zu tun. Wenn man sich die Geschichte anschaut, haben große Herrscher immer Bärte getragen. Sei es der Pharao in Ägypten mit dem Spitzbart oder Karl Marx.
Schettler: Und jetzt kommt’s. (Schettler nimmt den Hut ab und zeigt seine Glatze.) Ich hab die gleiche Struktur auf dem Kopf wie Philip. Wenn oben nicht mehr so viel da ist, muss man etwas im Gesicht haben. Ansonsten glänzt man und sieht aus wie geleckt.
Rießle: Stimmt, das hatte ich auch schon. Oben nackig, unten nackig. Das war nicht gut. Irgendwo müssen Haare wachsen.


Fudder
: Spielen Sie besser mit Bart?
Rießle: Das müssen andere beurteilen. Zum Beispiel mein Trainer.
Schettler: Du bist wahrscheinlich nicht mehr so schnell auf dem Eis, weil der Bart dich stoppt.
Rießle: Zum Glück ist das beim Eishockey nicht ganz so schlimm. Aber klar, der Bart gibt mir Selbstvertrauen und eine etwas rauere Ausstrahlung.


Fudder
: Wie reagieren die Leute abseits der Eisfläche auf den Bart?
Rießle: Das ist unterschiedlich. Es gibt diejenigen, denen es gefällt. Meistens sind das selber Bartträger oder Leute, die gerne mehr Bart hätten. Dann gibt es andere, die glatt rasiert sind und die sagen: Rasier das Ding weg.
Schettler: Wann kommt die Hecke ab? Das hört man sehr oft.
Rießle: Die haben momentan keine Chance. Der Bart ist mittlerweile ein Teil von mir. Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber ich hatte einen Alptraum, bei dem ich dachte, der Bart wäre ab. Ich bin schweißgebadet aufgewacht, habe mir ins Gesicht gefasst und durchgeatmet, als ich gemerkt habe, dass der Bart noch dran war.
Schettler: Wichtig ist, dass es der Partnerin gefällt.
Rießle: Ich bin momentan Single. Das passt gut. Wenn eine Partnerin kommt, dann kennt sie mich ja schon mit Bart. Ansonsten sticht man halt sofort ins Auge. Ich merke das auch hier in der Stadt. Seitdem der Vollbart da ist, fällt man dem einen oder anderen noch öfter auf.




Fudder
: Herr Schettler, Ihr Salon richtet sich ausschließlich an Männer. Warum?
Schettler: Diese Tradition gab es ja schon in Deutschland, aber ist dann leider komplett verloren gegangen. Wir lassen das jetzt wieder aufleben. Es ist wichtig, dass der Mann seinen Platz hat.


Fudder
: Und das fehlte bisher?
Schettler: Einen weiteren normalen Friseur hätte es nicht gebraucht.



Fudder:
Warum Freiburg?
Schettler: Ich lebe und arbeite seit zehn Jahren in Freiburg. Ursprünglich komme ich von der Ostsee, aber mittlerweile ist Freiburg einfach mein Zuhause.


Fudder:
Geht die Zeit der Bärte bald wieder vorbei?
Schettler: Ich glaube, der Bart bleibt noch eine Weile. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Typen wie Philip in zwei, drei Jahren den Bart wegmachen und sich damit wohlfühlen. Man muss sich auch eingestehen, dass das komisch aussieht, wenn man auf einmal alles wegmacht.
Rießle: Ich kann mir das auch nicht vorstellen. Freiburg ist immer ein Trendsetter, grade mit der studentischen Bevölkerung. Hier sieht man extrem viele Leute mit den unterschiedlichsten Bärten. Deswegen ist man hier gut aufgehoben.


Verlosung

Fudder verlost für Mitglieder im Club der Freunde Freikarten für das erste EHC-Heimspiel der Saison am Sonntag, 18. September, 3 Mal je 2 Stehplatz-Freikarten. Wer Tickets gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit seinem Namen und dem Betreff 'Bart' an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Samstag, 17. September, 18 Uhr. Teilnahme ab 18, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.