Bar statt Disco: Neue Hoffnung für das QU

Carolin Buchheim & Uwe Mauch

Nun soll eine Bar statt der nicht genehmigten Disko ins Untergeschoss des Quartier Unterlinden am Fahnenbergplatz ziehen. Damit wollen die beiden ausgebremsten Betreiber und ihr Vermieter Peter Unmüßig das Beste aus der verfahrenen Situation machen.



Kurz vor Start des „QU-Clubs“ hatte das Baurechtsamt Filipos Klein und Thomas Rauhut mitgeteilt, dass so etwas laut Bebauungsplan gar nicht zulässig ist. Die Hoffnung von Pächter und Verpächter, die Stadtverwaltung ändere den Bebauungsplan, hat sich nicht erfüllt. Es gebe dazu keine Initiative, sagte Rathaussprecherin Edith Lamersdorf am Donnerstag.


Eine beeindruckende, 15 Meter lange Bar wartet auf Barkeeper, schicke, mit rotem und goldfarbenem Leder ausgekleidete Sitznischen, eine große Tanzfläche und eine beeindruckende Lichtanlage sind bereit für Gäste. Seit fast einem Jahr planen Rauhut und Klein das QU. Rund 400000 Euro haben sie investiert, weitere 300000 habe Unmüßig in Sanitär-, Belüftungsanlage und sonstige grundlegende Ausstattung gesteckt. Geplant war die Eröffnung für den September 2012, doch seit November ruht in den 500 Quadratmeter großen Räumen die Arbeit. Grund: Der Bebauungsplan fürs Quartier Unterlinden schließt „Vergnügungsstätten“ aus. Dass auch eine Tanzbar darunter fällt, hat Projektentwickler Peter Unmüßig eigenen Angaben zufolge übersehen.

Christel Kotter, Sprecherin der Firma Unmüssig, bestätigt, dass es einen Vorstoß gegeben habe, den Bebauungsplan zu ändern oder eine Befreiung zu erreichen. Ohne Erfolg. Ob es Bestrebungen innerhalb der Stadtverwaltung gibt, Investor und Betreibern doch noch entgegen zu kommen? „Im Moment gibt es kein Verfahren“, sagt Rathaussprecherin Lamersdorf. Denkbar wäre auch, dass aus dem Gemeinderat ein Antrag gestellt wird, den Bebauungsplan zu ändern. Doch die Bereitschaft dazu dürfte ebenso unwahrscheinlich sein wie eine Mehrheit dafür.

Eine Bar wäre indes möglich, was Klein gleichermaßen freut wie verwundert: „Die Öffnungszeiten wären die gleichen, ein DJ könnte spielen – wir dürften nur keine ausgewiesene Tanzfläche haben, und niemand dürfte tanzen.“ Er drängt auf eine Lösung des Konflikts: „Je schneller wir Klarheit haben, desto besser, wir hängen immer noch in der Luft.“ Sechs Wochen Arbeitszeit seien nötig, um das QU für eine Eröffnung als Bar startklar zu machen. Das Ziel: Eröffnung im Herbst.

Laut Christel Kotter von der Firma Unmüssig wird nun die Tragfähigkeit eines neuen Konzepts mit Bar geprüft. Wann ein neuer Bauantrag gestellt werde, sei unklar. „Das wird keine schnelle Geschichte.“ Der Mietvertrag ruhe; zwischen Pächtern und Unmüssig werde derzeit geklärt, wer welchen finanziellen Schaden zu tragen habe.  Pächter Filipos Klein lobt die „die bisher immer fairen Gespräche mit Herrn Unmüßig, und wir wollen, dass das so bleibt.“ Er suche  nach Lösungen und sei nicht auf Konfrontation aus. Eine Klage könne nur ein letzter Schritt sein.

Mehr dazu: