Bar Erika zieht ins ehemalige Chezfine

Martin Herceg

Die Bar Erika zieht um. Betreiber Klaus Henning und Katharina Möckel verlassen mit ihrem "Raucher-Wohnzimmer" die Leo-Wohleb-Straße und starten im ehemaligen Chezfine in der Kartäuserstraße neu. Der Grund für den Kneipen-Umzug und was sich mit der neuen Location verändert:



Die neuen Schilder hängen schon: das neongrüne Bar Erika-Logo prangt nun an der Fassade der Kartäuserstraße 54/56. Bis Mitte Juni servierte in der ehemaligen Zille-Stube Josefine Jegal experimentelle vegetarische Küche (fudder berichtete: Chezfine schließt). In den nächsten Tagen zieht nun die Bar Erika von der Leo-Wohleb-Straße in die Hinterhof-Kellerkneipe in der Oberau.


"Die neue Location ist bereit für den Umzug, es könnte jeden Tag losgehen“, sagt Erika-Betreiber Klaus Henning. Das genaue Datum für den Umzug will er nicht verraten. "Das soll alles ohne viel Tamtam geschehen. Heute hier, morgen dort."

Über Facebook wollen Henning und seine Mitbetreiberin Katharina 'Kadda' Möckel ihre Stammgäste über den Umzug informieren - und zum Mitmachen auffordern. In einer Hauruck-Aktion soll dann jeder, der Lust hat, beim Umzug mithelfen und die neue Erika einrichten. „Das wird eine affengeile Aktion", ist sich Henning sicher. "Für die Helfer gibt's auch ordentlich Freibier. Der Umzug kann dann nahtlos in eine Einweihungsparty übergehen."

Als Grund für den Umzug nennen die Betreiber die Größe der Erika an der Leo-Wohlleb-Straße. "Dorthaben wir einen Lagerraum in Telefonzellengröße, da kannst du gerade mal 20 Kästen Getränke kaltstellen“, sagt Katharina Möckel. Im neuen Lokal sei die Lagersituation um einiges besser; das Bier könne endlich vom Fass kommen. Außerdem gäbe es deutlich mehr Platz für Gäste. Möckel und Henning freuen sich besonders auf den Biergarten im Hinterhof: „Wir wollen Freiburgs stilbrüchigsten Biergarten eröffnen. Zurzeit sind wir auf der Suche nach einer sehr hässlichen Hollywoodschaukel dafür“, sagt Henning.

Vormieterin Josefine Jegal hatte den Mietvertrag für die Räumlichkeiten wegen baulicher Mängel nach drei Jahren nicht verlängert. Diese Mängel seien allerdings nach wochenlanger Renovierung behoben. "Der Laden ist wieder top in Schuß", sagt Katharina Möckel.



Doch das bessere Platzangebot und der Biergarten sind nicht der einzige Grund für den Umzug: wie viele Kneipen in der Freiburger Innenstadt hatte auch die Erika Probleme mit ihren Nachbarn. So stehen am Dienstagabend zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei vor der Bar. "Das geht schon eine ganze Weile so", sagt eine Frau mittleren Alters, die im Hauseingang neben der Bar steht.

Auch Klaus Hennig gibt zu, dass sich in letzter Zeit die Beschwerden über seine Bar gehäuft haben: „Die Live-Musik verträgt sich mit einigen Anwohnern hier nicht so toll." In der Kartäuserstraße soll das besser laufen, dort seien die Wände einen Meter dick. "Da kommt so schnell kein Lärm nach draußen."

Am Konzept soll sich nach Wunsch von Klaus und Kadda nichts ändern. Erika soll weiterhin ein "gemütliches Raucher-Wohnzimmer" bleiben, und seinen Gästen Live-Musik, Kitsch, Ausstellungen und Lesungen bieten. Die Öffnungszeiten sollen in den Sommermonaten verlängert werden: "Wir wollen das gute Wetter in den neuen Biergarten mitnehmen und werden vermutlich früher aufmachen als bislang“, sagt Katharina Möckel. Ob es im neuen Lokal auch eine Küche geben wird, sei noch nicht entschieden. „Möglich ist alles“, sagt Klaus Henning, der sichtlich bemüht ist nicht zu viel zu verraten.

Ganz leicht scheint den beiden Barbetreibern ihr Auszug nicht zu fallen. „Natürlich werden wir die alte Erika vermissen, sie ist uns schon ganz schön arg ans Herz gewachsen“, sagt Möcke. Um ein bisschen Flair der alten Erika mit in die Neue zu nehmen, planen die beiden, den Verkehr auf der B31 an der Leo-Wohleb-Straße zu filmen und im neuen Lokal per Beamer an die Wand zu projizieren. Klaus Henning: „Das könnte für die Stammgäste und natürlich auch für uns den Übergang leichter machen."



Mehr dazu:


Neue Adresse


Bar Erika

Kartäuserstraße 54/56
79102 Freiburg