Bahars neue Single "Drank": "Es ist ein drastischer Unterschied zu vorher"

Anna-Lena Zehendner

Neuer Sound, neuer Look, neues Image. Mit ihrer Single "Drank" beschreitet Bahar neue Wege. Statt seichtem Pop gibt es jetzt düsteren R’n’B-Club-Sound auf die Ohren. Warum die heute in Hamburg lebende Sängerin aus Freiburg alles anders machen wollte, und was "Drank" mit einem Hustensaft-Cocktail zu tun hat:

 

Bahar, war es dir wichtig, dich mit deinem neuen Song „Drank“ von deiner musikalischen Vergangenheit abzugrenzen?

Bahar Kizil: Abgrenzen, das klingt immer ein bisschen hart. Ich möchte ja nichts verdrängen. Ich bin heute da wo ich bin, weil ich diese Entwicklung durchgemacht habe. Monrose und Popstars liegen mir daher sehr am Herzen und werden immer ein Teil von mir sein.

Trotzdem ist es für mich wichtig, nicht mehr nur ein Teil von etwas zu sein, sondern als Solokünstlerin was auf die Beine zu stellen und mich selbst zu finden. Das war ein Prozess, der angedauert hat. Ich bin jetzt bei der Musikrichtung angekommen, die voll und ganz das ist, was ich machen will. Es ist ein drastischer Unterschied zu dem, was ich davor gemacht habe. Etwas Neues, eine neue Ära.

Worauf darf man sich bei deinem neuen Album gefasst machen?

Musikalisch geht es sehr in die R’n’B-Club-Richtung, es wird aber auch ruhige und smoothe Nummern geben, die man im Radio spielen kann. Im Großen und Ganzen ist es aber Clubmusik mit vielen Hiphop-Einflüssen. Für mich, wie ich mich als Künstlerin gerade sehe, ist ‚Drank‘ auf jeden Fall die perfekte erste Single.

BAHAR feat. SpaceBoyz - DRANK - OFFICIAL VIDEO

Quelle: YouTube

 

Du bist 24 Jahre alt. Hast du auch den guten deutschen Hiphop der 90er gehört?

Ja , hab ich. Ich muss aber sagen, dass ich immer mehr im amerikanischen Sound hängengeblieben bin, zum Beispiel bei Missy Elliot oder dem Wu-Tang Clan. Auch viel gemischt mit Jazz, Richtung Gil Scott-Heron und Erykah Badu. Das war für mein junges Alter damals schon sehr speziell, aber damit bin ich groß geworden.

Im Video zu deiner Single „Drank“ sieht man den Hiphop-Einfluss auch. Bahar mit Basecap und auffällig großem Nasenring. Was hat es mit dem auf sich? Gibt es dazu eine Geschichte?

(lacht) Nicht wirklich. Ich saß mit meiner Stylistin zusammen, und wir haben überlegt, in welche Richtung das Video gehen soll. Dabei haben wir uns ein paar Bilder angesehen und sind auf diesen Nasenring gestoßen.

Es war superschwer, den zu bekommen; er ist einfach ultrateuer. Das Schmuckstück hat schon beim Videodreh viele Blicke auf sich gezogen. Manche Leute am Set fanden es total geil, andere haben gesagt: 'Bahar, mach das Ding raus'.

Im neuen Song heißt es „Baby, get a drank“. Sollte es nicht heißen „Baby, get a drink“?

Du bist die Erste, die das fragt! 'Drank' ist aber ein neuartiges Partygetränk in Amerika. Es ist ein Gemisch mit einem leichten Anteil an Hustensaft; in Deutschland ist es verboten. Es ist ein purple-farbenes Gesöff. Daher ist auch unser Video ganz in Lila gehalten, und es wird von Minute zu Minute undeutlicher, weil einen das Getränk eben auch ein bisschen hypnotisiert.



Hast du es schon getrunken?

Nein, bei uns ist es doch verboten.

Wie reagieren deine Fans von früher bisher auf den neuen Sound?

Irritationen gibt es gerade zu Genüge, das sehe ich an den Kommentaren. Manche sind lustig, andere ein bisschen verletzend, aber das gehört dazu. Ich mochte Rihanna am Anfang auch nicht, und heute liebe ich sie. Das ist oft eine Art der Entwicklung. Du musst den Leuten ein bisschen Zeit geben, um dich kennenzulernen.

Wann wird dein Album erscheinen?

Das ist noch nicht sicher, aber voraussichtlich im Januar 2014. Wir haben eigentlich vor, noch eine zweite Single rauszubringen, bevor das Album kommt. Aber jetzt erscheint zu allererst "Drank", am 19. Juli.

In welchem Freiburger Club würdest du „Drank“ am liebsten live spielen?

Das ist 'ne schwere Frage. Es gibt in Freiburg viele Spots, die ich gerne mag. Ich finde es allerdings etwas schade, dass es insgesamt nur wenige Möglichkeiten gibt, als Künstler mit dieser Art von Musik in Clubs live aufzutreten - außer im Jazzhaus oder im Waldsee. Das Kagan und das Kama haben ja leider keine Bühnenbereiche. Es wäre aber eine coole Idee, das Album auch mal in Freiburg zu performen, und ich hoffe, dass das mal möglich ist!



   

BAHAR DRANK EPK

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