Bahar: Von Monrose auf die Mammut-Musicalbühne

Carolin Buchheim

Das Musical "Die 10 Gebote" ist ein Mammutprojekt: 2500 Sänger, 83 Chorleiter und 9000 Zuschauer werden am kommenden Samstag und Sonntag in der Westfalenhalle in Dortmund dabei sein – und mittendrin Monrose-Sängerin Bahar Kizil aus Freiburg. Caro hat mit der Sängerin über ihre erste Musicalrolle gesprochen.

 

Bahar, wie ist es, bei einer Großproduktion wie den "10 Geboten" mitzuwirken?

Bahar: Das ist Gänsehaut pur! Für mich ist es eine große Ehre, weil nicht nur wahnsinnig viele Leute mitmachen, sondern auch wahnsinnig viele Leute, die schon wahnsinnig tolle Sachen gemacht haben, wie Dieter Falk und Michael Kunze. Außerdem ist es eine Uraufführung. Ich freue mich wirklich, dass ich dabei sein kann.

Stehen jetzt in den letzten Tagen noch viele Proben an?

Nein, eigentlich nicht. Wir hatten in der vergangenen Woche noch einmal drei Tage Proben, aber jetzt muss jeder alles noch einmal für sich selbst üben, die Songs und Texte lernen und die Abläufe durchgehen. Am Samstag steht dann die Vorpremiere vor Publikum an.

Wovon handelt das Musical genau?

Rund um die 10 Gebote werden viele verschiedene zwischenmenschlichen Geschichten erzählt. Es geht im Kern immer wieder um die Unsicherheit der Menschen, ob sie Moses wirklich glauben sollten, dass der liebe Gott ihm die Gebote gegeben hat, oder nicht. Gute zwei Stunden dauert das Stück schon.

Du spielst Zippora, die Ehefrau von Moses. Was ist das für eine Frau?

Zippora ist für Moses ein Ruhepol. Sie versucht immer, ihn in dem, was er tut, zu bestärken. Sie findet, dass er gar nicht so sehr abwarten, oder immer erst andere fragen muss, sondern dass er vor allem auf sein Herz hören sollte. Zippora versucht immer wieder, ihm genau das mitzuteilen, wenn Moses in manchen Momenten immer wieder schwach wird.



War es für Dich als Muslimin eine besondere Herausforderung, eine so wichtige Rolle in einem christlichen Musical zu übernehmen?

Ja, das war es. Ich bin Muslimin und in Deutschland aufgewachsen. Ich glaube an den lieben Gott, habe in der Schule aber zum Beispiel den evangelischen Religionsunterricht besucht. Ich möchte mit meinem Auftritt ein kleines Zeichen der Toleranz setzen, an dem sich sowohl christliche Mädchen, als auch  Musliminnen orientieren können. Wir glauben unterschiedliche Dinge, aber wir leben zusammen in diesem Land. Wir müssen uns und unsere unterschiedlichen Religionen respektieren.

Deine Rolle als Zippora ist Deine erste Musicalrolle. Wie unterscheidet sich die Musical-Arbeit von Deinem Job bei Monrose?

Es ist komplett anders. Es ist zwar auch eine Bühne, es gibt eine Band, aber es ist so viel mehr! Da sind so viele Protagonisten auf der Bühne, Dirigenten... Wenn ich mit Monrose auf der Bühne bin, spiele ich im gewissen Sinn zwar auch eine Rolle, aber das bin immer ich. Wenn ich als Zippora auf die Bühne gehe, dann muss ich wirklich sie sein, und zwar mit meiner gesamten Körperhaltung, mit meiner Mimik und Gestik.

Wenn wir mit Monrose auf der Bühne stehen, gibt es außerdem einen sehr engen Kontakt zu unseren Fans. Wir versuchen, ihnen das Gefühl zu geben, dass wir für sie da sind. Wir werfen Kusshände zu oder winken, das gibt es im Musical natürlich nicht, da besteht der enge Kontakt eher zu den anderen Sängern.

Auch die Themen unterscheiden sich natürlich. Bei Monrose singen wir von der Liebe, von Sehnsucht oder auch mal vom Sommer. Jetzt im Musical geht es um fundamentalere Dinge, um eine Geschichte, um die Entstehung von etwas sehr Großen.

In den letzten Monaten ist es ziemlich still um Monrose geworden. Wie geht es mit weiter? Stimmt es, dass es in diesem Frühjahr ein neues Album geben wird?

Wir haben im November unser neues Album fertig aufgenommen. Es muss jetzt noch fertig gemischt und produziert werden, und ein Video fehlt auch noch, aber das kriegen wir hoffentlich bald hin. Einen festen Termin zur Veröffentlichung gibt es leider noch nicht, aber eine Single und das Album sollen auf jeden Fall im Frühjahr erscheinen.



Die 10 Gebote - Willkommen bei Carmen Nebel

Quelle: YouTube

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[Bilder: dpa]