Bahar - viel gedreht und viel geschnitten

Lilli Staiger

Bahar Kizil, 17-jährige Schülerin des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Freiburg, ist bei Popstars schon ziemlich weit vorne: unter den letzten 20. Vor kurzem war sie mit ihrer Familie im Urlaub in der Türkei. Das war die einzige Auszeit, die sie sich seit den Castings gegönnt hat. Wegen Training und Workshop-Action war sie seit Juli nicht mehr Zuhause in Freiburg. Aus dem Bandhaus in München meldet sie sich zum Fudder-Interview und spricht über das Popstarleben vor und hinter den Kulissen.



Wo befindest du dich gerade?

Bahar: Ich bin gerade in München, kurz vorm Tanztraining.

Wann bist du heute morgen aufgestanden?

Bahar: Um halb neun. Dann haben wir gefrühstückt, anschließend hatten wir Gesangstraining. Stimmübungen und so.

Du hast in letzter Zeit viele Interviews gegeben. Wie ist es, jetzt schon wie ein Popstar behandelt zu werden?

Bahar: Am Anfang war es ein komisches Gefühl, immer interviewt und angerufen zu werden, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Es gefällt mir, es macht auch Spaß.

Warst du zwischendurch mal daheim oder wo hast du die letzte Zeit verbracht?

Bahar: Ich war in letzter Zeit nätürlich oft hier, aber auch in der Türkei bei meiner Familie, weil sie dort Urlaub gemacht hat.

Wirst du auf der Straße angesprochen und nach Autogrammen gefragt?

Bahar: Ja, schon ein paar Mal. Da ich leider noch nicht in Freiburg war, weiß ich gar nicht, was dort abgeht.

Du warst, seitdem du bei Popstars bist, noch gar nicht daheim in Freiburg?

Bahar: Nee, ich war wirlich noch gar nicht daheim.

Wann hat die ganze Sache für dich überhaupt angefangen? Die Ausstrahlung erfolgt ja zeitversetzt, oder?

Bahar: Das erste Casting in Stuttgart war Mitte Juli, seitdem bin ich dabei.



Da hattest du ja eigentlich noch Schule, oder? Bist du dann bis zu den Sommerferien nicht mehr hingegangen?

Bahar: Nee, nee. Ich bin da schon noch zur Schule gegangen. Zwischen dem Casting in Stuttgart und der Entscheidungsshow in München war ja ziemlich viel Zeit.

Welche Schule besuchst du?

Bahar: Das Droste -Hülshoff-Gymnasium in Herdern.

Nächste Woche geht die Schule ja wieder los. Wirst du überhaupt hingehen können?

Bahar: Es kommt drauf an, ob wir hier frei bekommen. Ansonsten wird meine Mutter auf jeden Fall vorbeigehen und den Direktor um Freistellung bitten.

Man hat ja von anderen jungen Popstars wie LaFee und Tokio Hotel gehört, dass sie an der Schule gemobbt werden, weil man ihnen den Erfolg nicht gönnt. Hast du auch Angst davor?

Bahar: Nein. Ich weiss, wer meine Freunde sind und ich denk' mal, dass sich da nichts ändern wird. Wer mich davor nicht gemocht hat, wird mich jetzt nicht plötzlich mögen. Es wird immer Neider geben.

Wie lange wird es jetzt im Workshop weitergehen? Gibt es eine Pause, damit ihr auch mal nach Hause könnt?

Bahar: Keine Ahnung. Das sagen sie uns immer erst später.

Wenn du in die Band kommst, ist die Schule dann zweitrangig oder versuchst du, beides unter einen Hut zu bekommen?

Bahar: Ich würde auf jeden Fall versuchen, beides unter den Hut zu bekommen, denn ich komme jetzt in die zwölfte Klasse. Das ist mir schon sehr wichtig. Ich will mein Abitur auf jeden Fall machen.

Du hast einen Freund. Leidet die Beziehung darunter, dass du jetzt so viel unterwegs bist und wahrscheinlich kaum Zeit hast?

Bahar: Wir sehen uns sehr, sehr wenig. Wir telefonieren eben viel, aber klar, es ist schwer. Viele von den Mädchen hier haben auch einen Freund und es ist wirklich nicht leicht.

Hast du auch richtige Freundschaften geschlossen mit den Mädels oder gibt es öfter Zoff?

Bahar: Nein, überhaupt nicht. Es gibt keinen Zoff unter uns. Wir verstehen uns echt gut. Wir sind stark zusammengewachsen, vor allem mit Mandy verstehe ich mich super. Aber es sind alle ganz nett.



Hat dich D! mal richtig hart kritisiert?

Bahar: Klar, kritisiert wurde jede von uns. Im Training wurden wir besonders hart rangenommen. Aber jetzt nicht so, dass es extrem schlimm war. Ich konnte immer damit umgehen.

Was hat die Jury an dir kritisiert?

Bahar: Bei mir war es das Nicht-Rauskommen aus mir. Ich sollte mehr von mir preisgeben auf der Bühne; dass ich nicht schüchtern rüberkomme, dass ich einfach eine andere Seite von mir zeigen kann.

Als Zuschauer sieht man die Popstars-Sendung als Produkt. Ist es so, wie du es selbst erlebst? Wo liegen die größten Unterschiede vor und hinter der Kulisse?

Bahar: Klar, es wird viel gedreht und viel geschnitten. Es braucht alles seine Zeit und muss beabeitet werden, damit es im Fernsehen so gut rüberkommt. Ein sehr großer Aufwand.

Welche Szenen werden nicht gezeigt oder herausgeschnitten?

Bahar: Verallgemeinern kann ich das nicht. Aber das, was wir den ganzen Tag so machen, wird nicht gezeigt. Zum Beispiel, dass wir mit den Mädchen auch mal alle zusammensitzen und da echt viel miteinander reden. In der Sendung ist ja auch so wenig Zeit, da kann man einfach nicht alles reinbringen.

Wie gehst du mit der Anspannung um, die du kurz vor den Auftritten hast? Hast du ein Spezialrezept gegen die Nervosität?

Bahar: Nee, hab ich nicht. Ich denk' mir immer nur: "Gib' dein Bestes". Falls ich rausfliege, will ich sagen können, dass ich mein Bestes gegeben hab'. Ich würde dann auf jeden Fall nicht aufhören mit der Musik. Ich würde nicht aufgeben.

Wieviele Mädchen sind jetzt noch übrig?

Bahar: Darf ich leider nicht verraten, sorry.

Stimmt es eigentlich, dass du eine Band hast, in der du singst?

Bahar: Ja, ich habe sogar vier Bands in Freiburg. Mit der Band Gate of Dreams hatte ich auch ein paar Auftritte am Waldsee. Die Musikrichtung ist Soul und R'n'B, auch ein bisschen Funk. Meine Band Sand am Meer ist eine Rockband. Wir singen auch eigene, deutsche Songs. Dann gibt es noch die Zirkusband vom Zirkus Harlekin. Da singe ich nicht so oft, nur wenn sie mich brauchen. Und dann noch eine Band, mit der wir in letzter Zeit nicht so oft geprobt haben: Cool Edition, da spielen wir Soul, Jazz, Funk.



Die gecasteten Bands von Popstars wie No Angels, Preluders oder Bro'Sis waren nur kurz erfolgreich und sind dann schnell von der Bildfläche verschwunden. Rechnest du damit, dass mit dieser Band dasselbe passieren kann?

Bahar: Ich glaube nicht, dass dieses Mal das Gleiche passieren wird, wie bei den anderen Bands. Klar, die Gefahr ist zwar immer da, aber ich bezweifle es. Selbst die Jury hat zu uns gesagt, dass unser jetziges Niveau grandios ist.

Was machst du heute noch? Wie sieht dein weiterer Tagesablauf aus?

Bahar: Wir haben jetzt gleich Tanztraining und danach Gesangscoaching. Ich denke, dass dann noch die Location gebucht wird, in der die nächsten Auftritte stattfinden sollen. Auf die müssen wir uns jetzt vorbereiten.

Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast.



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