Badische Bandnamenskunde: Qult

Simon Voss

Sie entstand einst an der PH Freiburg und vereint heute verschiedenste Musikgenres von Rap über Reggae bis zu Punk: Die Freiburger Band Qult stellt am Freitag im Walfisch ihre neue CD vor. fudder hat mit Qult-Gründer Jens Gläsker gesprochen.

Jens, wer gehört alles zu Eurer Band?

Jens: Wir sind sechs Bandmitglieder. Die Besetzung ist eigentlich sehr klassisch: Ein Bass, ein Schlagzeug, ein Keyboard, zwei Gitarren und Vocals.

Wo und wie ist Qult entstanden?

Vor allem per Zufall. Wir haben uns beim Musikstudium an der PH Freiburg kennengelernt. Der erste Song war dann mehr ein Versuch. Da es aber sehr großen Zuspruch gab, kam dann der zweite Song, dann der dritte und der vierte und so ist das dann entstanden.

Mit welcher Band kann man Euch am besten vergleichen?

Hm, das ist schwer zu sagen. Bei uns kommt quasi jeder aus einem anderen Bereich. Ich komme aus dem Rap-Bereich, sonst kommt einer aus dem Metall-, einer aus dem Jazz-, einer aus dem Reggae-Bereich … wir sind also sehr vielfältig. Manche Songs gehen vielleicht etwas in die "Rage against the Machine"-Richtung, andere haben eher was von klassischen Klavierballaden. Die Haupteinflüsse sind wohl Hip Hop, Reggae, Punk und Rock.



Was bedeutet der Name Qult und wie spricht man ihn eigentlich aus?

Man spricht es wie Kult aus. Das Q gefällt uns einfach. Es ist als Buchstabe sehr selten und sieht aus, wie ein Kreis, der durchbrochen wird. Wir fanden es allgemein cool, ein universelles Wort als Namen zu nehmen. Das Q dient dazu, ein bisschen was Individuelles daraus zu machen. Der Bezug zu "Kult" passt zu unserer Einstellung: Uns geht es viel um eine idealistische Weltanschauung, darum, dass man seine Ideale finden und danach leben kann.

Was ist der schlimmste Bandname, den du kennst?

Oha, da muss ich erst mal überlegen...nein, da gibt es keinen bestimmten, bei dem ich sagen würde: Der Name geht gar nicht.

Wovon handeln Eure Songs?

Es ist uns wichtig, dass wir in unseren Texten nicht nur irgendwelchen Blödsinn beschreiben, sondern richtige Poesie machen mit ernsthaften philosophischen Gedanken. Oft geht es um den Konflikt, ob man es sich einfach macht und rücksichtslos durchs Leben geht oder bestimmte Werte hat und danach lebt.

Was war der beste Live-Auftritt, den Ihr je hattet und was macht ein gutes Konzert aus?

Der beste war wahrscheinlich der letzte im Artik. Die Bude war voll, außerdem gab es eine Lichtershow und einfach eine sehr coole Bühne. Ab dem 19. Mai wollen wir auch wieder regelmäßig draußen auf der Straße spielen, was immer sehr gut ankommt und sehr viel Spaß macht. Aber jetzt freuen wir uns erst mal besonders auf die Party im Walfisch. Das Walfisch ist für uns einfach eine Kultkneipe mit sehr unkomplizierten Leuten und einer coolen Atmosphäre, die gut zu uns passt. Es ist immer etwas Besonderes, wenn man, wie im Walfisch, so nah an den Leuten dran ist.

Und was war der schlimmste Auftritt?

Einen richtig schlimmen Auftritt hatten wir zum Glück noch nicht. Wir spielen zwar manchmal auch auf Veranstaltungen wie Zeugnisverleihungen, wo die Leute sitzen und nicht so eine ausgelassene Stimmung herrscht, aber das ist auch eine Herausforderung. Wenn ein Auftritt mal nicht gut ist, dann liegt es nie am Publikum, sondern immer am Sound.

Zu welcher Beschäftigung passt Eure Musik am besten?

Eigentlich zu jeder. Sicher wirkt sie besonders gut, wenn man sie live hört. Aber man kann sie fast immer hören: Auf dem Weg zur Arbeit beziehungsweise zur Uni oder wenn man abends heimkommt... Wir sind nicht darauf aus, Musik für bestimmte Gelegenheiten zu machen.

Was soll man beim Konzert an der Bar bestellen?

Was man gerne trinkt. Es ist sicherlich keine "Bierzeltmusik". Ruhig Alkohol, aber das muss auch nicht sein.



Und was trinkt Ihr auf der Bühne?

Das kommt ganz auf die Tageszeit an. Bei so einem Stimmungsauftritt wie jetzt im Walfisch wird mit dem Publikum zusammen gefeiert. Da trinken wir auf jeden Fall gerne mal ein Bier. Aber tagsüber eher nicht. Wir passen uns da ganz der Situation an. Am besten, du kommst einfach selbst zum Konzert und machst dir ein Bild.
Was: Qult Release-Party mit First Spring und Johnny S.
Wann: Freitag, 27. April 2018, 20 Uhr
Wo: Walfisch, Schützenallee 1
Eintritt: 5 Euro