Badische Bandnamenkunde: Tiny Ballroom Orchestra

fudder-Redaktion

Warum heißen Bands aus der Region so, wie sie heißen? Wir fragen regelmäßig eine Band, wie ihr Name entstanden ist und was er zu bedeuten hat. Heute: das Tiny Ballroom Orchestra.



Bandname:

Tiny Ballroom Orchestra aka TBO

Wie ist euer Bandname entstanden?

Ingmar: Auf dem Fahrrad. Ich hatte eine Eingebung und hab' Birte noch vom Sattel weg angerufen. Wir fanden den Namen herrlich großspurig, für ein Duo.

Birte: Er hat allerdings auch schon einige Prüfungen hinter sich: Er scheint eher schwer zu verstehen zu sein, wir wurden schon als „Tiny Balloon Orchestra“ oder auch „Tinis Ballroom Orchester“ vorgestellt – und als wir im Wheit Rabbit mal mit „Shiny Little People“ angekündigt wurden, waren wir wirklich kurz davor zu verzweifeln.

Ingmar: Aber irgendwie konnten wir uns nicht trennen – der Name ist uns ans Herz gewachsen und passt auch einfach so gut zu uns, denn er zeigt, dass man auch zu zweit eine große Klangfülle rüberbringen kann.

Wie ist eure Band entstanden?

Ingmar: Kennengelernt haben wir uns schon 2009 auf einer JamSession im Blues Club, Birte hat damals mit Erik and his Ex-Wives gesungen.

Birte: Ingmar hat sich die Gitarre geschnappt und wir spontan ein bisschen zusammen gespielt und auf Anhieb gemerkt dass wir musikalisch gleich ticken – das merkt man schnell, wo man atmet, verzögert, wie die Dynamik zusammenpasst. Zu einem festen Projekt ist es damals aber nicht gekommen, ich steckte noch im Referendariat und hatte wenig Zeit, war außerdem damals eher auf der Suche nach einem Pianisten…

Ingmar: Ja ja ... Da war nix zu machen. Nach ihrem Abschluss Ende 2011 hat Birte dann über E-Mail Kontakt aufgenommen, und wir haben einfach mal geprobt – nach zwei Stunden hatten wir schon satte fünf bis sechs Songs stehen, da dachten wir: Das kann was!

Namen, Alter, Herkunft und Instrumente der Bandmitglieder:

 
  • Ingmar Winkler aus Freiburg, Alter: geheim. Das Instrument dafür nicht, im Gegensatz zu seinem Alter ist seine Gitarre auch nicht zu übersehen – mal akustisch, mal elektrisch, mit Effekten, Loop-Player oder ohne. Da Birtes instrumentale Fähigkeiten noch in den Kinderschuhen stecken, übernimmt Ingmar aber ebenso perkussive Aufgaben und die des Basses. Im Grunde ist er schon selbst eine ganze kleine Band.
  • Birte Schöler, 31, kommt aus dem Münsterland. Sie steht im Vergleich zu Ingmar beinahe nackt auf der Bühne, mit nichts als der Stimme. Das Tolle daran: Man muss nie umstöpseln und auch nicht nachstimmen, hat aber trotzdem jede Menge Klangfarben und Stile im Gepäck.



Wann gegründet:

Uns gibt es seit November 2011

Proberaum:

Birte: Wahlweise proben wir in Ingmars kleinem Home-Studio, seinem Keller und bei Sonnenschein auch gern auf der Bank im Garten (wie man in unserem Video sehen kann ...).

Ingmar: Und damit Birte nicht immer nach Gundelfingen radeln muss, proben wir auch immer mal wieder in ihrem Wohnzimmer im Stühlinger – wir sind schließlich eine moderne Band, die auf Gleichberechtigung beruht. Alle Nachbarn sollen in den gleichen musikalischen Genuss kommen.

Denkwürdigste, Spannendste, aufregendste Gigs:

Birte: Oha. Denkwürdig und legendär war vermutlich unser Auftritt in der Erika Bar, bei dem wir erst Katta und dann auch noch Klaus zum Weinen gebracht haben. Am Ende saßen wir zu fünft an der Bar und haben noch ein bisschen gespielt, Ingmar ohne Strom auf der E-Gitarre, das war schon schön. Und für mich der Auftritt bei Jazz ohne Stress im Waldsee - auf dieser Bühne wollte ich stehen, seit ich 2003 nach Freiburg gezogen bin!

Ingmar: Toll waren auch unsere ersten Konzerte im La Gaffe, das es ja leider nicht mehr gibt – mit 30 Leuten war der Laden gerammelt voll, man saß der ersten Reihe quasi auf dem Schoß und über einem baumelten die Deckenlampen, die Wirt Micha zusammengebunden hatte, damit man sich nicht den Kopf stößt. Zum Abschluss gab es ein Sträußchen Petersilie aus der Küche, weil Micha keine Blumen da hatte – das ist mittlerweile eine richtige Tradition geworden, wenn er zu einem Konzert kommt, bringt er immer was mit, sogar eine Paprika war schon dabei als Ersatz für die roten Rosen ...



Vorbilder & Idole?

Uff. Nun ja ... Wir mögen viele Bands und Musiker, aber es gibt niemanden, an dem wir uns konkret orientieren. Zurzeit sind wir von den Noisettes sehr angetan.

Stilrichtung:

Ingmar: So ziemlich alles, was uns gefällt – durch die Kombination Gitarre/Gesang haben wir einen eigenen, charakteristischen Sound. Das hat den Vorteil, dass wir sehr verschiedene Stile spielen können, ohne den klanglichen roten Faden zu verlieren.

Birte: Am ehesten hört man von uns Jazziges, Blues und Soul/Funk, aber auch Chanson, Pop oder Bossa. Wenn einer einen Song mag, probieren wir ihn einfach – nicht alles passt zu uns, aber vieles kann man ja passend machen. Wir sind glücklicherweise beide sehr vielseitig, daher kommt auch fast alles in unserem Programm vor.

Nächste Konzerte:

Ingmar: Am 27. Juni spielen wir im Gewölbekeller des Elztalmuseums in Waldkirch ein Konzert, am 9. Oktober sind wir im Kybfelsen in Günterstal.

Birte: Es sind noch zwei bis drei weitere Gigs für den Sommer in der Planung, es lohnt sich also, die aktuellen Termine auf birtland.de oder auf unserer Facebook-Seite nachzulesen.

Was steht sonst aktuell gerade an?

Wir basteln an unserem ersten Album. Zwei bis drei Songs fehlen noch, dann ist’s fertig!

Online:

Unter Birtes Website birtland.de gibt’s alles über uns, inklusive Videos, Bilder und ein paar Songs zum Reinhören. Außerdem kann man sich für einen Newsletter anmelden. Ingmars Website ist ingmarwinkler.de.

Auf Facebook findet man uns unter Tiny Ballroom Orchestra, da gibt’s natürlich auch Ankündigungen, Neues und Bilder.

YouTube/Vimeo oder sonstige Videos:

Tiny Ballroom Orchestra (TBO) - Nothing to lose
Quelle: YouTube


Tiny Ballroom Orchestra: Jockey full of Bourbon (Tom Waits)
Quelle: YouTube


Mehr dazu:

  [Fotos: Michael Schneider, Arne Bicker]