Badische Band-Namenskunde (4): Lost Again

Sophie Guggenberger

Warum heißen Bands aus dem Breisgau so, wie sie heißen? fudder-Autorin Sophie fragt regelmäßig eine Band aus der Region, wie ihr Name entstanden ist und was er zu bedeuten hat. Außerdem gibt's mp3-Hörproben und insiderisches Angeberwissen rund um die Bands. Heute: Lost Again (ehemals "Mongo Brutale") - eine geballte Ladung Profipunk.

Lost Again



Was hat euer Bandname zu bedeuten?
Lost Again – "mal wieder verloren". Und da wir in der Band alle ziemliche Losertypen und Nerds sind (einer hat sogar eine Brille!), erschien uns das passend.


Aber gleichzeitig sind wir auch gnadenlose Optimisten und denken uns oft: "sometimes you win, sometimes you lose", Urs singt diese Zeile, glaube ich, auch gleich in mehreren Songs (oder ich verstehe es nur falsch…). Also stets nach dem Motto: Egal, weiter geht's. Dieses Credo beschreibt übrigens sehr anschaulich unseren Song "Smile Again".

Wie ist euer Bandname entstanden?

Nachdem uns der alte Bandname "Mongo Brutale" dann doch zu doof war, folgten die üblichen Diskussionen zur Namensfindung. Man muss dazu wissen, dass wir eine sehr diskussionsfreudige Band sind. Jede Idee wird von vorne bis hinten durchdiskutiert, oft mit Anschreien und Brüllen, und dann meist ergebnislos vertagt. Jedenfalls wurde der Vorschlag "Lost Again", der glaube ich, von mir kam, erst einmal von den anderen barsch zurückgewiesen.

Danach erinnere ich mich an zwei Situationen: einmal im Atlantik, wo wir ohne Einigung viele viele Namensvorschläge austauschten (darunter auch Wortmonster wie "What's so cool about self-control") und ein anderes mal bei Urs vor dem Plattenregal, wo wir verzweifelt versucht haben, Bandnamen-geeignete Liedtitel von tollen Bands zu finden. Nachdem das alles erfolglos war, heißen wir jetzt "Lost Again".



Wie ist eure Band entstanden?
Gegründet wurde die Band 2002 unter dem Namen "Mongo Brutale" in Freiburg. Damalige Besetzung: Andi (Gesang), Björn (Drums), Christoph (Bass), Urs (Gitarre). Die Idee, auch im Freiburger Exil eine Band zu machen, kam von Christoph und Andi. Björn wurde per Kleinanzeige gefunden (Meerschweinchen abzugeben), Urs wurde als alter Bandkollege und bewährter Hochgeschwindigkeitsgitarrist aus Christophs alten Karlsruher Tagen mit ins Boot geholt.

2003 erfolgte die Umbenennung in Lost Again wegen zu großer Beknacktheit des alten Namens. Wir hatten irgendwann keine Lust mehr, wegen des bierlaunig entstandenen Namens (zu recht!) angepöbelt zu werden. Es gibt allerdings bis heute Fans, die wegen der Umbenennung beleidigt sind. Und ob Lost Again wirklich schmissiger klingt - darüber lässt sich auch streiten.

2005 haben wir im Selbstvertrieb unsere erste CD "It's Up To You" veröffentlicht, mit sechs Songs, die wir bei Markus Heinzel (Liquid Laughter Lounge Quartett), unserem damaligen Proberaumgenossen im Güterbahnhof, aufgenommen hatten. Die meisten der CDs stehen seitdem allerdings bei uns im Keller. Promomäßig aktiv sind wir erst mit der zweiten CD geworden.

Nach den CD-Aufnahmen hat Andi die Band in Richtung Stuttgart verlassen. Aber da wir mit Urs einen Gitarristen haben, der gleichzeitig Gitarre spielen, sich Texte merken und dabei noch hervorragend singen kann, konnte dieser Verlust kompensiert werden. Seitdem sind Lost Again als Trio am Start, was prima funktioniert. Beispielsweise passen wir jetzt alle zusammen mit unseren Instrumenten in ein Auto.

Im Januar 2006 wurden 13 Songs auf Mallorca, im legendären Sonic-Temple-Studio, aufgenommen. Die CD "Go For A Ride" wurde im Dezember 2006 auf Red Lounge Records veröffentlicht.



Bandname: Lost Again

Band-Mitglieder:

  • Urs, 28, Karlsruhe, Gesang und Gitarre
  • Christoph, 28, Karlsruhe, Bass
  • Björn, 26, Leonberg, Schlagzeug
Gegründet: Mai 2002

Proberaum: Bandlab Emmendingen

Wichtigstes Konzert: Der Auftritt auf Vurals (KGB-Bar) Leningrad Cowboys-Event im April 2006 und die folgende Party war ziemlich witzig. So kleine Männer wie wir auf so einer großen Bühne. Außerdem endete der Abend mit einer blutigen Platzwunde, was für Punkrockmusiker ja auch nicht schlecht ist. Zum Beispiel, wenn man nach dem wichtigsten Auftritt gefragt wird, kann man daraufhin erzählen, dass der Schlagzeuger nach dem Konzert vor den Leningrad Cowboys auf der anschließenden Aftershowparty so fest getanzt hat, dass er mit einer blutigen Platzwunde ins Krankenhaus musste - spektakulär! Ich glaube, es musste sogar genäht werden (2 Stiche).



Unser schlechtestes Konzert war ganz klar unser Auftritt auf dem bescheuerten "Peter und Paul – Mittelalterfest" im Juni 2006 in Bretten bei Karlsruhe: Verkleidete Mittelalterspinner vor der Bühne, die sich dort nur hingewagt haben, weil sich die Toilette daneben befand. Und dann sind wir noch um die Gage beschissen worden und haben auf dem Gehsteig übernachtet.

Vorbilder/Idole/Helden: Wir hören gerne Scorpions, D.I., Good Riddance, Snuff, Ramones, No means No, Stiff little Fingers, Poison Idea, Helge Schneider, etc. Den üblichen Scheiß halt.

Stilrichtung: Punkrock, Hardcore und Rock'n'Roll. Vor Jahren haben wir uns mal auf die Stilrichtung "Profipunk" geeinigt.

Nächstes Konzert: 17. März 2007 - Crazy Kong/Karlsruhe (Musikult)

Web: Homepage & MySpace



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