Badische Band-Namenskunde (14): Kid Kotelett

Sophie Guggenberger

Warum heißen Bands aus dem Breisgau so, wie sie heißen? fudder-Autorin Sophie fragt regelmäßig eine Band aus der Region, wie ihr Band-Name entstanden ist und was er zu bedeuten hat. Außerdem gibt's mp3-Hörproben und insiderisches Angeberwissen rund um die Bands. Heute: Kid Kotelett - "Mr. Surf und Mrs. Punkrock kriegen ein Kind, das aufgrund seiner fleischigen Gesichtsfarbe Kotelett getauft wird. Bierdose destroys Sandburg oder einfach: Strandpromenadenpunk" (Eigendefinition).



Wie ist euer Bandname entstanden?
In unserem alten Proberaum gab es nebenan eine Veganer-Band, die haben überall solche Sticker aufgeklebt: "Veganer sind schöner", "Go vegan" und ähnliches. Da dachten wir: Da müssen wir dagegenhalten - ein Bandname mit Fleisch muss her!


Dann kamen wir mit einem Jugendsprache-Wörterbuch aus den 50ern auf "Kotelett im Darm", was damals wohl soviel wie "Bratwurst" hieß. Das war uns dann aber doch zu eklig. Aufgrund eines SMS-Missverständnisses und weil "Kotelett im Darm" abgekürzt KID ergibt, wurde dann "Kid Kotelett" draus.



Was hat euer Bandname zu bedeuten?

Wir grillen gerne und zwitschern dabei natürlich auch sehr gerne mal ein Kotelett mit mehreren Bierchen. Wir spielen ja Surf und Punk und zumindest Surf und Grillen ist für uns irgendwie sehr stimmig.

Außerdem gibt es so viele Studentenbands in Freiburg, die so sterbenslangweilige Bandnamen haben. Man kann sich die meist nicht merken und bringt dann damit auch nichts in Verbindung. Den Namen "Kid Kotelett" merken sich die Leute - das ist definitiv so.

Wie ist eure Band entstanden?
Jens und ich (Hannes, Bild rechts) saßen erstmal ein Jahr lang in Kneipen rum, tranken viel Jägermeister und überlegten uns, wie man an einen Proberaum kommt. Die meisten Bands gibt's ja immer erstmal nur theoretisch. An der Theke werden die geilsten Gigs gespielt.

 Irgendwann ergatterte der damalige Bassist einen Proberaum und es ging so langsam los. Zuerst noch mit einem zweiten Gitarristen und einem Metal-Sänger, was aber nicht lang gut ging,

weil Jens (Bild links), Ralf (der Bassist) und ich uns mit denen auf maximal eine Platte einigen konnten, die alle gut fanden. Das war Social Distortion "White light, white heat, white trash". Der Sänger stand auch auf so Jodel-Metal Marke 80er. Ok, der konnte definitiv singen, aber das Metal-Gekreische zusammen mit Punkrock geht gar nicht. Die zwei sind dann von selbst gegangen. Wir anderen wollten halt hauptsächlich Punk machen. Der eine fand uns, glaub ich, lustigerweise ziemlich intolerant deswegen. Dann waren wir zu dritt und das hat geklappt.

Sehr schnell kamen Surfsongs dazu und ich glaube, es gibt nicht so viele Bands, die Deutschpunk und Surf spielen. Totale Marktlücke. Haben wir vorher natürlich durchkalkuliert. Uns ist zumindest keine andere Band bekannt, die so unverfroren Surf- und Punkfans vor den Kopf stößt. Der Ralf ging dann, da es ihm zu stressig wurde, weil wir seine Zweitband waren.

Dann kam der Jürgen (Bild rechts) als Basser dazu und mit ihm zusammen haben wir eigentlich auch alles verbrochen, was man in Freiburg von uns mitbekommen hat. Ein Highlight letztes Jahr war zum Beispiel, unter Anleitung von Beat Bröngo, dem Drummer von Leopold Kraus Wellenkapelle, unser erstes Demo aufzunehmen. Er hat alles rausgeholt. Das muss man schon so sagen. Eine Engelsgeduld hat der Mensch.

Bandname: Kid Kotelett

Namen/Alter/Herkunft/Instrument der Mitglieder:

  • Jens (27), spielt Schlagzeug
  • Hannes (27), spielt Gitarre und singt
  • Jürgen (28), spielt Bass und singt auch ein bisschen...
Jürgen und Hannes sind Schwaben (aus Aalen und Tübingen), Jens kommt aus Holzrock-Town Schopfheim.

Wann gegründet: 2004

Proberaum:
Wir sind viel herumgekommen in drei Jahren: erst Stusie, dann Güterbahnhof, dann Emmendingen und jetzt glücklich im Z.

Idole/Helden: Echte Koteletts hören Ramones, Chefdenker, Helge Schneider, Tote Hosen, Clash, The Bates, Aurora, Derita Sisters, Supersuckers, The Cure, Motörhead, Dritte Wahl und nebenbei noch Surf, wenn wir ihn mal zu fassen kriegen, den elenden schmierigen Typen.

Stilrichtung:
Mr. Surf und Mrs. Punkrock kriegen ein Kind, das aufgrund seiner fleischigen Gesichtsfarbe Kotelett getauft wird. Bierdose destroys Sandburg oder einfach: Strandpromenadenpunk.



Bislang spannendster/sonderbarster Auftritte:
Das beste Konzert war im April letztes Jahr in der Wodanhalle. Das war ein Festival von Multicore e.V., diesem Rockmusikerverein, d.h. fette PA, Lichtanlage, - hochprofessionell und wir haben ziemlich fehlerfrei gespielt.

Das schlechteste war im Oktober im Z. Wir haben viel Scheiß zusammengespielt. Aber auch schlechte Konzerte können Spaß machen, zumindest uns!

Nächste Konzerte:
Nix geplant derzeit.

Was steht sonst aktuell gerade an:
Wir wollen im Sommer das zweite Demo - wieder mit Beat Bröngo - aufnehmen. Danach das ein oder andere Konzert. Außerdem gibt's jetzt brandneu wunderschöne Kid Kotelett-Buttons!

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