Badevergnügen

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass Baden nicht nur zur Säuberung des Körpers genutzt werden kann? Schon seit Jahrtausenden befreien sich die Menschen im Wasser nicht nur vom Schmutze des Alltags, sondern reinigen durch ein Bad in Ganges, Jordan oder Nil auch ihre Seele. Doch auch dem körperliche Wohlbehagen kann das ein oder andere Bad dienen.

Schon Cleopatra war dafür bekannt, dass sie in Stutenmilch badete und so ihren Teint und die geschmeidige Haut erhielt. Die Tradition der Badezusätze setzte sich bis in unsere Zeit fort, allerdings werden heute neben den üblichen Creme- und Schaumbädern eher ätherische Öle und Badesalze zugefügt. Durch das warme Wasser öffnen sich die Poren der Haut und die Wirkstoffe können in sie eindringen. Für Allergiker kann das auch mal unangenehm enden, wenn eine sonst eher ungeliebte Pflanze als Duftextraktbeimischung im Badewasser gelandet ist.


Was aus Japan vor kurzem als skurrile Sensation berichtet wurde, ist hierzulande in etwas anderer Form schon lange möglich: Zwar kann man nur im fernen Osten in einer Fake-Nudelsuppe baden. Doch im nahen Osten, genauer gesagt in Brandenburg, kann man seit geraumer Zeit sogar in Bier baden. Bei dieser Prozedur ist das Bier aber nur in geringen Mengen dem Wasser beigemengt.

Wenn man sich allerdings in purem Bier sult, kann man davon recht schnell ziemlich betrunken werden. Auch wenn über die Haut der Alkohol nicht so effektiv aufgenommen wird wie über die Schleimhäute des Verdauungstraktes, reicht die schiere Fläche der Haut doch für einen guten Rausch. Natürlich sollte man das in warmem Bier machen, in kühlschrankkaltem Gerstensaft hält es niemand lang genug aus.

Diese Methode ist aber nicht sehr effizient und dazu noch asozial: Mit einer solchen Menge Bier kann man mindestens drei Dutzend Freunde bewirten. Und in Geselligkeit macht der Biergenuss auch deutlich mehr Spaß.