Badeseen in Freiburg: Wie gefährlich sind Zerkarien?

Frederik Baumann

Vergangenen Sommer haben Zerkarien das Badevergnügen am Moosweiher und am Dietenbachsee beeinträchtigt. Ralf Zähringer, stellvertretender Leiter vom Umweltschutzamt Freiburg, erklärt uns, wie gefährlich diese Parasiten sind und wo sie sich einbohren könnten.



"Die Entwicklung der Zerkarien ist von Saison zu Saison unterschiedlich", sagt Ralf Zähringer. "Zerkarien sind die Larven von Saugwürmern. Je wärmer es im Sommer wird, desto wohler fühlen sie sich. Man findet sie eigentlich in jedem Badesee, schließlich werden sie von Wasservögeln übertragen. Zerkarien sind Parasiten und suchen sich Wasservögel als Wirte." Manchmal werden die Larven aber fehlgeleitet und bohren sich nich in die Haut von Enten, sondern in die der Badegäste. Für den Menschen sind die Larven aber ungefährlich, weil sie von unserer Immunabwehr gleich abgetötet werden.




Allerdings können unangenehme Hautirritationen auftreten. "Das Ausmaß der Reaktion ist jedoch sehr unterschiedlich. Rötungen, Pusteln, Quaddeln und Juckreiz können die Folgen sein", warnt Zähringer. "Die Reaktion ist vor allem von der individuellen Immunabwehr abhängig. Es kann also durchaus sein, dass jemand überhaupt nicht auf die Zerkarien reagiert, andere wiederum Ausschläge bekommen. Derzeit kann man aber noch in allen Freiburger Badeseen unbesorgt schwimmen."



Um den Zerkarien aus dem Weg zu gehen, solltet ihr euch beim Baden im See nur möglichst kurz im flachen Gewässer aufhalten. Wenn ihr aus dem Wasser kommt, abduschen, Badehose wechseln und gut mit einem Handtuch abreiben. Das soll helfen. Oder einfach gleich in ein Freibad gehen. Das empfiehlt sich besonders für empfindliche Menschen mit Allergien.

[Fotos: Ingo Schneider, privat]

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