Autonomen-Demo verläuft friedlich

Christoph Müller-Stoffels

In der Freiburger Innenstadt haben am heutigen Samstagnachmittag etwa 500 Linke und Autonome unter dem Motto "Gegen Repression, Unterdrückung und Polizeigewalt" demonstriert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Allen Befürchtungen zum Trotz blieb die nicht angemeldete Veranstaltung friedlich.



"Raus aus dem Sessel, ab in den Kessel", so waren die Plakate überschrieben, die den um 14 Uhr am Bertoldbrunnen startenden Demonstrationszug angekündigt hatten. Initiatoren waren die Schattenparker, die damit auf eine ihrer Ansicht nach vollkommen überzogene Polizeiaktion der Vorwoche anspielten. Die Polizei hatte etwa 300 Demonstranten eingekesselt und mehrere Stunden lang festgehalten.


Auch am heutigen Samstag rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. Über 100 Uniformierte waren allein in der Innenstadt zu sehen, von der Basler Straße wurden pauschale PKW-Kontrollen berichtet. Die Demonstration war von den Schattenparkern nicht angemeldet worden, da sie mit Verweis auf ihre basisdemokratischen Strukturen keinen Ansprechpartner benennen wollten. Auch über die Route, die der Zug durch die Stadt nehmen sollte, hatte die Polizei keine Angaben erhalten.

Um 14.30 Uhr wurden Transparente ausgerollt und die Gruppe setzte sich unter musikalischer Begleitung in Richtung Siegesdenkmal in Bewegung. Slogans wie "Wehret den Anfängen" und Forderungen nach autonomen Zentren ("Mehr Clown, weniger kaufen") waren zu lesen. Immer wieder stoppte der Zug. Über die Stereoanlage erläuterten die Demonstranten ihre Sicht der Geschehnisse während des DIY-Festivals und forderten die Polizei in Sprechchören zum gehen auf. Die blieben aber und stoppten den Zug auf der Friedrichstraße (auf Höhe der Röderstraße). Über Megaphonwagen wurden die Demonstranten aufgefordert, einen Ansprechpartner zu benennen und anzugeben, welche Route im weiteren geplant sei. Dabei blieb die Polizei auffallend ruhig. An ein Stofftier gebunden flog dann ein Schreiben der Demonstranten aus der Menge, in dem die geplante Route genannt wurde. Das Schreiben endete mit den Worten "Viel Spaß und locker bleiben".

Die Polizei akzeptierte das Schreiben und hob die Sperre auf. Der Zug gelangte über Eisenbahnstraße, Bismarckstraße und Wilhelmstraße wieder auf die Kaiser-Joseph-Straße. Patrick Ries, Leiter des Einsatzabschnitts, zeigte sich nach der Übermittlung der geplanten Route gegenüber fudder hoch zufrieden. Das sei es doch gewesen, was man verlangt habe. Die Polizei müsse nun einmal wissen, welche Strecke geplant sei.

Die Schlusskundgebung fand um 17 Uhr auf dem Rathausplatz statt. Es erging die Forderung nach eine "starken und schlagkräftigen Linken". "Antifaschistisch in die Zukunft". Ein Redner bezeichnete die Pressesprecher von Stadt und Polizei als "bezahlte Lügner".

Polizeipressesprecher Ulrich Brecht drückte gegenüber fudder seine Zufriedenheit ob der Veranstaltung aus. Es sei absolut friedlich abgelaufen und habe keine Zwischenfälle gegeben. Das ist sicherlich auch auf das Auftreten der Polizei zurückzuführen, die nach der teils harschen Kritik der vergangenen Tage äußerst zurückhaltend agierte.