Australien-Trip: Jugendherberge oder Auto?

Lilian Kaliner

In Manchester habe ich in einem Youth Hostel testgeschlafen. Um herauszufinden, ob ich das während meines Jahrs in Australien auch regelmäßig machen will oder ob ich lieber im Auto nächtige. Kaum zu fassen, aber ich war doch tatsächlich Jugendherbergs-Jungfrau. Ein Armutszeugnis, vor allem wenn man ein Jahr reisen möchte. Der eigentliche Schock war nicht das Plastikbad im Viererzimmer, sondern die Erkenntnis, dass Männlein und Weiblein immer noch getrennt schlafen. So eine Jugendherberge hat einige Vor-, aber auch einige Nachteile:



Patrick fühlte sich, noch immer in den WM-Nachwehen, in dem von oben bis unten mit Manchester United Plakaten behängtem Haus anfänglich recht wohl. Am nächsten Morgen sah es anders aus. Nicht nur, dass die kurzen Betten bei seinen 1,93 Metern mindestens zwanzig Zentimeter zu kurz waren, er hatte als Zimmernachbarn auch noch einen Kiffer und einen Nudisten. Da war ich mit der Glöcknerin von Notre-Dame verhältnismäßig gut dran.


Nach der zweiten Nacht waren wir uns einig: Jugendherberge ist schon okay, aber, zumindest was uns beide betrifft, für eine so lange Reise nur hin und wieder geeignet. Denn mal ganz ehrlich, welches Paar möchte schon auf Dauer in getrennten Zimmern schlafen? Die Entscheidung ist also gefallen: Nach der Ankunft in Brisbane werden wir in ein ordentliches Auto investieren und eine Matratze rein schmeißen. Campingplätze sind sowieso wesentlich billiger und schonen den mageren Backpacker-Geldbeutel.