Ausstellung zu Juden im Deutschen Fußball in der VHS

Robin Wille

Als Teil der Thementage "Fußball und Antisemitismus" wird in der VHS die Ausstellung "Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball" gezeigt. Außerdem gibt’s einen Filmabend und Vorträge.

Das Referat gegen Antisemitismus der Universität Freiburg veranstaltet gemeinsam mit dem Fanprojekt Freiburg die Thementage "Fußball und Antisemitismus".


Im Mittelpunkt steht die am Montag eröffnete Ausstellung"Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im Deutschen Fußball", die noch bis 17. November in der Volkshochschule, Friedrichstraße 52 zu sehen ist. Sie wurde vom Centrum Judaicum in Berlin konzipiert und von der evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau zur Verfügung gestellt.

Mit der Machtergreifung durch die Nazis war für jüdische Fußballprofis die Karriere vorbei

Die Ausstellung widmet sich der Bedeutung von Juden im deutschen Fußball. Sie zeigt zum Beispiel Kurt Landauer, Präsident des FC Bayern München, als der 1933 zum ersten Mal deutscher Meister wurde. Oder den Karlsruher Gottfried Fuchs, mit seinen zehn Toren in einem Spiel für die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen Russland 1912 bis heute Rekordhalter. Oder Walther Bensemann, der an der Gründung des Deutschen Fußballbunds beteiligt war und 1920 das Fußballmagazin "Kicker" gründete.

Sie alle eint, dass ihre Karriere mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten schlagartig endete. Sie durften nur noch in jüdischen Vereinen spielen und tätig sein, ehe ihnen im November 1938 alle sportlichen Aktivitäten verboten wurden.



Antisemitismus unter Fans

Leon Grünig, Organisator der Thementage und Student an der Freiburger Universität, verweist auf aktuelle Beispiele in deutschen Fanszenen. So sei zum Beispiel im Mai dieses Jahres ein Fan von Lokomotive Leipzig mit einem T-Shirt gesehen worden, auf dem "JDN CHM" stand. Eine Abkürzung, die wohl für "Juden Chemie" steht steht und auf Fans der BSG Chemie Leipzig abzielt. Vorkommnisse wie diese bestärkten Grünig darin, die Thementage zu organisieren. Elisabeth Burkard, stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Freiburg, sagt: "Wir müssen uns bewusst machen, dass der Sport immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft ist."
  • Freitag, 11. November 2016, 19:30 Uhr, Fanprojekt Freiburg
    Filmabend mit SWR-Reporter Stefan Kerber, "Gefahr von rechtsaußen - Neonazis im Fußball"
  • Samstag 12. November 2016
    Fahrt in die KZ-Gedenkstätte Strutthoff
    Infos dazu gibt es beim Fanprojekt Freiburg
  • Mittwoch, 16. November 2016, 20 Uhr, HS 1199:
    Vortrag & Diskussion mit Pavel Brunßen: "DFB-Präsident Felix Linnemann – überzeugter Nationalsozialist oder modern und unpolitisch?"
  • Donnerstag, 24. November 2016, 20 Uhr, HS 1098:
    Vortrag & Diskussion mit Alex Feuerherdt: "Kick it out! - Zur Genese und Gegenwart des Antisemitismus im Fußball"