Ausstellung: Deportation nach Gurs 1940

Anna-Lena Zehendner

Die Deportation der Juden aus Baden und der Pfalz nach Gurs jährt sich am 22. Oktober zum siebzigsten Mal. Zu diesem Anlass wird vom 20. Oktober bis zum 22. Dezember 2010 eine Ausstellung von Jugendlichen zu sehen sein.


Für 6.504 Deportierte war das Lager Gurs in Südfrankreich nur eine Zwischenstation. Wenigen gelang vorher die Flucht, die meisten wurden ab dem Sommer 1942 in die Vernichtungslager im Osten verschleppt. Schulklassen und Geschichts-AGs haben sich für das Projekt „Die Deportation nach Gurs 1940 – Das Schicksal der Badener jüdischen Glaubens in der Nazi-Zeit“ seit Herbst 2009 mit den Ereignissen der NS-Diktatur in Freiburg und der Region beschäftigt.


Sie haben die verschiedenen Schicksale und Umstände der Menschen recherchiert, die diese Zeit als Kinder oder Jugendliche miterleben mussten. Die so entstandenen Beiträge werden ab dem 20. Oktober 2010 im Haus der Katholischen Akademie ausgestellt. „Es wird zum Beispiel eine Baracke zu sehen sein, die von einer Handwerksschule nachgebaut wurde“, sagt Achim Kitiratschky, Pressesprecher des Gurs-Projekts.

Während der gesamten Ausstellungsdauer finden nach Voranmeldung Zeitzeugengespräche für Jugendliche und Schulklassen statt. „Die Zeitzeugen kommen extra aus ganz Europa“, sagt Kitiratschky. „Viele von ihnen sind damals nicht mehr in ihre Heimat zurückgekehrt.“ Die Gespräche mit den insgesamt zwölf Zeitzeugen sind vorrangig für Schulklassen konzipiert. Die Ausstellung kann jedoch gerne jeder besuchen. Auch das abendliche Begleitprogramm, mit Theater-, Filmvorführungen und Konzerten, richtet sich an alle.

Aus der Geschichte für die Zukunft lernen, das ist ein wesentliches Anliegen des Projekts „Die Deportation nach Gurs 1940“.



Website: Gurs Projekt
Was: Ausstellung "Deportation nach Gurs 1940 - Das Schicksal der Badener jüdischen Glaubens in der Nazi-Zeit
Wann: 20. Oktober 2010 bis 22. Dezember 2010
Wo: Katholische Akademie, Wintererstr. 1, 79104 Freiburg
Öffnungszeiten: Montags bis Donnerstags von 8.30 bis 18.15 Uhr; Freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr
Zeitzeugengespräche: Unter der Woche, ab 10.30 Uhr. Voranmeldung erforderlich
Kosten: Schüler, Studenten und Auszubildende haben freien Eintritt. Erwachsene zahlen 5 € für jede Veranstaltung. Der Besuch der Ausstellung ist frei
Informationen und Voranmeldung: Katholische Akademie, Monika Rappenecker, Telefon 0761 31918-0, Telefax 0761 31918-111, info@gurs-projekt.de

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