Ausraster auf Vincenzo Grifos Facebook-Seite

Daniel Laufer

Ein gegnerischer Fan hatte ihn provoziert, also rastete SC-Spieler Vincenzo Grifo aus? Falsch! Was wirklich hinter dem Rant gegen einen Sandhausen-Fan steckte:



Als Vincenzo Grifo auf seiner Facebook-Seite am vergangenen Freitag ein Foto aus der Physiotherapie postet, ist alles noch in Ordnung. "Danke für die zahlreichen Genesungswünsche", schreibt er. "Meinem Knie geht es soweit wieder gut. Nichtsdestotrotz muss ich mein Knie die nächsten Wochen schonen." Im Test gegen St. Gallen hat sich der SC-Spieler verletzt. Fans kommentieren, wünschen ihm auch weiterhin gute Besserung.


Einer nicht: Frank B. Der LKW-Fahrer ist großer Fan des Ligakonkurrenten SV Sandhausen. Den hat der Sportclub neulich mit 4:1 abgefertigt. So gut verkraftet hat Frank B. das wohl nicht - und die beiden Gegentreffer, die Grifo seinem geliebten Verein zugefügt hat, stinken ihm. Also schreibt er an diesem Montag unter den Foto-Post des Spielers:



Gar kein netter Kommentar. Richtig außergewöhnlich wird allerdings die Antwort:



Einige Minuten später verschwindet der Kommentar wieder von der Seite - und auch der Kommentar von Frank B. wird gelöscht. Eine überraschende Wendung.

Anruf beim Sportclub. "Ein paar Kumpels von Vincenzo Grifo betreuen die Seite", sagt SC-Sprecher Rudi Raschke. Einer von diesen Kumpels habe den Kommentar in Grifos Namen verfasst, der SC-Spieler ihn schließlich selbst wieder entfernt. "Das war ihm zu krass, das ist auch nicht sein Ding", so Raschke. "Es bringt ja nichts, sich an so etwas aufzureiben."

Die Sache könnte nun durch sein. Ein Kumpel von Grifo, den er noch aus seiner Zeit in Pforzheim kennt, setzt aber neu an - im feinsten Straßenbadisch:



"Ist doch nur Fußball", möchte man da schreien. Und schreit stattdessen: "Ist doch nur Shakespeare!" Was für ein Drama.

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[Foto 1: dpa Picture Alliance, Rest: Screenshots]