Beschluss des Amtsgerichts

Ausgebrannter Münsterwurststand: Strafbefehle gegen Metzger und Gasinstallateur

Frank Zimmermann

Der Brand eines Wurststandes auf dem Münsterplatz am 19. Oktober vergangenen Jahres hat juristische Folgen: Gegen Betreiber Markus Dirr, seinen Mitarbeiter sowie einen Gasinstallateur hat das Amtsgericht Strafbefehle erlassen.

Alle drei sollen Geldstrafen wegen fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung zahlen, bestätigte Oberstaatsanwalt Michael Mächtel. In allen drei Fällen betrage die Strafe mehrere tausend Euro, den genauen Betrag wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht nennen.


Das Feuer an dem Bratwurststand auf der Südseite des Münsterplatzes hatte für Aufsehen gesorgt an jenem Montagvormittag im Oktober 2015, eine dichte Rauchsäule war weithin über der Stadt sichtbar. Die 59 Jahre alte Wurstverkäuferin konnte mit Hilfe von Passanten in letzter Sekunde aus dem Wagen gerettet werden. Sie erlitt bei einer Hitze von bis zu 2000 Grad Celsius schwere Verbrennungen. Der Verkaufswagen brannte vollkommen aus, übrig blieb eine verkohlte Ruine. Es entstand ein Sachschaden von mehr als 30.000 Euro. Nur leicht in Mitleidenschaft gezogen wurden benachbarte Stände.

Wie die Ermittlungen ergaben, war unkontrolliert Gas aus der Anlage ausgetreten, als die Verkäuferin eine Gasflasche wechselte. So hatte sich Gas am Bräter des Wurststandes entzünden können. Nach Abschluss der Ermittlungen der Polizei wurden laut Staatsanwaltschaft zwei Ursachen festgestellt: Zum einen war die Gasanlage nicht richtig installiert, die Flaschen hätten außerhalb und nicht im Wagen installiert sein müssen. Zum anderen war die Mitarbeiterin, die erst wenige Tage zuvor ihre Arbeit aufgenommen hatte, vom zuständigen Mitarbeiter der Metzgerei Dirr nicht richtig eingewiesen worden. Die Folge war, dass die Verkäuferin die Gasanlage falsch bediente. Sie traf – so das Ergebnis der Ermittlungen – keine Schuld, da sie schlichtweg davon ausging, die Anlage richtig zu bedienen. Das Ermittlungsverfahren gegen die Wurstverkäuferin, die bei dem Brand erheblich verletzt worden war, wurde deshalb eingestellt.

Anders verhält es sich mit Standinhaber Markus Dirr aus Endingen, seinem für die Einweisung des Personals zuständigen Mitarbeiter und dem Inhaber der Firma, die die Gasanlage installiert hatte. Alle drei erhielten vom Amtsgericht jeweils Strafbefehle über mehrere tausend Euro. Sie haben vom Zeitpunkt der Zustellung an zwei Wochen Zeit, auf die Beschlüsse des Gerichts zu reagieren: Akzeptieren sie sie, werden diese rechtskräftig. Legen sie Einspruch ein, was jeder für sich entscheiden kann, kommt es zu einer mündlichen Verhandlung im Amtsgericht. Noch ist offen, ob es dazu kommt. Die exakte Höhe der Strafen und die Anzahl der Tagessätze wollte Oberstaatsanwalt Mächtel nicht nennen.

Seit dem Brand betreibt Markus Dirr keinen Bratwurststand mehr auf dem Münsterplatz, inzwischen gibt es neue zwei neue Anbieter. Für eine Stellungnahme war Dirr am Mittwoch nicht zu erreichen.

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