Nachtleben

Aus Kagan wird Neko: So sieht es im neuen höchstgelegenen Club Freiburgs aus

Anika Maldacker & Bernhard Amelung

Türkise Sofas, Sushi-Platten, kantige Wände und eine grandiose Aussicht: Freiburgs höchstgelegenster Club im Bahnhofsturm eröffnet wieder. Auf das Kagan folgt das Neko. Am 19. Oktober öffnet es erstmals seine Türen. fudder war beim Presserundgang vorab dabei.

Herabhängende Kabel, Schutt auf dem Betonboden, dahinter die waldbewachsenen Schwarzwaldhügel. Das waren die Räumlichkeiten des Neko, ehemals Kagan, noch im August. Heute steht ein schwarzes DJ-Pult dort, wo kürzlich noch Kabel herunterhingen. Türkisfarbene Lounge-Sofas stehen in der Ecke, wo zu Kagan-Zeiten noch die Theke war. Eine kunstvoll geschnittene Lampe blinkt von der Decke auf. Nur die nördlichen Schwarzwaldhügel sind geblieben. Und die grandiose Aussicht auf Freiburg.


Aus Kagan wird Neko. Am kommenden Freitag, 19. Oktober, öffnet die Lokalität zum ersten Mal für die Öffentlichkeit seine Pforten. Rund 300 Leute haben dort Platz. Neko ist übrigens das japanische Wort für "Katze". "Zunächst wollte ich den Namen Cat Club, aber dann haben mir Leute davon abgeraten, weil das anrüchig klingt", sagt Brotscheit, einer der Betreiber. Beim einem Presserundgang erklärten am Freitag die Betreiber, wen sie mit ihrem neuen Club erreichen wollen. Die drei Betreiber Pino Raia, Valentin Rogg und Didi Broscheit sind keine Unbekannten in Freiburg. Raia betreibt das Karma sowie das Coucou, Rogg und Broscheit gehören zur Bellini Gruppe.



"Uns ist es wichtig, alle zu erreichen", sagt Raia. Auch wenn die Betreiber ihren Club im hochpreisigen Segment sehen, sollen alle Interessierten Einlass finden. Denn ein Bier kostet fünf Euro, ein Glas Wein acht Euro, ein Longdrink 12 Euro und eine Flasche Sekt 37 Euro.

"Es gibt keinen bestimmten Dresscode", sagt Brotscheit. Turnschuhe, Streetwear, Anzüge – alle Personen ab 18 Jahren sind willkommen. "Wir wollen ein nettes, gepflegtes Publikum erreichen", erklärt er. Aber No-Gos gibt es trotzdem: "Jemand, der in Fetzen kommt, Flip Flops oder im Muskelshirt", macht Brotscheit klar.

Die kantige Fläche ist ein wiederkehrendes Element

Seit Juli werkeln Handwerker an der Inneneinrichtung. Der 17. und 18. Stock wurden kernsaniert. Sogar der Estrich neugegossen. Auch der Brandschutz musste erneuert und alle Kabel neu gezogen werden, sagt Valentin Rogg. Die neuen Betreiber wollten im 18. Stock Platz gewinnen, "also haben wir die Toiletten nur im 17. Stock platziert", erklärt Brotscheit. Wo früher im 18. Stock die Theke war, gibt es nun mehrere Lounges. "Die können bis zu je 10 Personen für einem Mindestumsatz von 600 Euro mieten", sagt Brotscheit. Insgesamt haben die Betreiber mit dem Hauseigentümer, der Hannover Leasing Investment GmbH, eine Million Euro in den Umbau gesteckt.

Neben dem DJ-Pult wurde eine kleine Bühne gebaut, auf der jeden Dienstag und Samstag Live-Acts zusammen mit dem DJ spielen sollen, so die Idee. Eine kantige Spiegel-Deckenkonstruktion taucht die Tanzfläche abwechselnd in buntes Licht. Sie wurde vom Münchner Architekten Matthias Singer entworfen, der auch schon für das Vitra Museum in Weil designt hat. Die kantige Wandfläche findet sich übrigens an verschiedenen Stellen, sogar bei den Gläsern.

Am Mittwoch ist ein After-Work geplant

Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag soll Neko ab 17 Uhr geöffnet sein. Ab 21 Uhr unter der Woche und 21.30 Uhr am Wochenende wird Eintritt von sieben Euro, am Wochenende von zehn Euro, erhoben. Bis dahin wird Sushi und Barbetrieb im 17. Stock geboten. Die Sushi-Platte gibt es ab 18 Euro. Zwei Sushi Nigiri ab fünf Euro. Das Sushi liefert das Restaurant Mai Sushi.

Arbeitsoutfit der Barbetreiber
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Jeden Dienstag soll im Neko ein DJ auflegen. Am Mittwoch ist ein After-Work-Abend mit gemischter Musik geplant. Freitag und Samstag jeweils Clubabende mit verschiedenen, sowohl regionalen wie überregionalen DJ-Sets. Regelmäßig werden unter anderem Robert Heart, Shuja und Sign am Mischpult stehen, die mal von einem Perkussionisten oder Saxofonisten begleitet werden. Stilistisch wird der Schwerpunkt auf elektronischer Clubmusik liegen. "Vocal House", sagt Broscheit. Musik, wie sie auch in tonangebenden Clubs auf Ibiza und Mykonos gespielt werde, ergänzt Raia. Black Music werde man eher nicht spielen, auch weil das nicht zur Zielgruppe passt. Unter der Woche darf bis drei Uhr morgens gefeiert werden, wochenends bis fünf Uhr. "Die Gäste, die wir aus Platzgründen nicht einlassen können, wollen wir eventuell mit einer Freikarte ins Karma schicken", sagt Raia.

An Halloween haben die Betreiber schon einen mexikanischen Abend à la Dia de los Muertes geplant.

Zum Team gehört auch Lisa Beck, die die Veranstaltungsleitung übernimmt und damit auch das Booking. Die Türsteher des Neko haben früher bei der Passage 46 die Tür bewacht. Die Führungsebene ist besetzt, aber die Betreiber sind noch immer auf der Suche nach Personal.

Rückblick

Im Februar 2018 hatte sich der Kagan-Geschäftsführer Peter Bitsch nach 18 Jahren aus dem Laden verabschiedet und angekündigt, dass ein Nachfolger unter neuem Namen aufmachen wollte. Bitsch ist bei Neko nicht mehr beteiligt.

Weil die Kagan GmbH von Bitsch die Konzession zurückgegeben hat, mussten die neuen Besitzer eine neue beantragen und auch in Sachen Brandschutz nachrüsten.
Eröffnung: Freitag, 19. Oktober
Vorverkauf: ab Freitag, 12. Oktober möglich, es gibt aber auch Karten an der Abendkasse
Eintritt: 7 Euro unter der Woche, 10 Euro am Wochenende
Neko: Facebook

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