Ab 8. Oktober

Augustinermuseum wegen Sanierung sieben Wochen lang geschlossen

Frank Zimmermann

Das Freiburger Augustinermuseum muss von 8. Oktober bis 30. November schließen – auch diejenigen Gebäudeteile, die längst saniert sind. Dafür kann man in dieser Phase durch ein Guckloch ins Innere der Barockorgel sehen.

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass das neue, vor zwei Jahren in Betrieb genommene Haus der Graphischen Sammlung geöffnet bleibt. Wegen der Planänderung hat das Museum nun die Ausstellung mit Aufnahmen des Freiburger Fotografen Leif Geiges absagen müssen.


"Wir sind jetzt in einer schwierigen Bauphase", sagt der Leitende Direktor der städtischen Museen, Tilmann von Stockhausen. Bauabschnitt drei, die Sanierung des Klostergebäudes, ist seit bald zwei Jahren in vollem Gange, die Bauarbeiten sollen zum Stadtjubiläum 2020 möglichst weitgehend fertig sein.

Überwachung der Ausstellungsräume nach Vandalismus

Dass die Augustinerkirche (Bauabschnitt 1 von 2006 bis 2010) mit der Skulpturenhalle im Kirchenschiff und einem Raum mit Barockkunst und Barockorgel im Chor nochmals geschlossen werden muss, steht schon länger fest: Im Foyer des Haupteingangs wird die Akustik verbessert, weil der Hall an der Empfangstheke ein Problem ist; der Kreuzgang bekommt einen neuen Boden, und für die geplante Videoüberwachung müssen Anschlüsse und Kabel gelegt werden. Die Installation der Kameras steht noch aus, da dafür noch kein Geld bereitsteht. Die Sanierung des gesamten Augustinermuseums kostet – nach heutigem Stand – 66,5 Millionen Euro.

Die Überwachung der Ausstellungsräume mit Kameras war beschlossen worden, nachdem im März Unbekannte vier Kunstwerke beschädigt hatten. Inzwischen behoben sind die Schäden an Franz Xaver Winterhalters Porträt von David Freiherr von Eichthal aus dem Jahr 1834 – das Werk wurde zur Sicherheit auch verglast – und an einem Altarflügel aus dem Besitz der Erzdiözese. Bei zwei beschädigten Leihgaben, Werke von Adolf Hölzel und Hermann Stenner, laufen die Restaurierungsarbeiten noch.

Blick durch Fenster ins Innere der Barockorgel möglich

Dass nun jedoch auch noch der Neubau, das Haus der Graphischen Sammlung in der Salzstraße 32, seinen Betrieb einstellen muss, liegt vor allem daran, dass der für den Publikumsverkehr obligatorische zweite Rettungsweg wegen der Arbeiten nicht gewährleistet werden kann. Während der Schließung wird auf der Rückseite des gotischen Chors die Mauer aufgebrochen. Der Durchbruch ermöglicht dem Besucher, durch ein Glasfenster ins Innere der großen, denkmalgeschützten Barockorgel zu schauen, die nach aufwändiger Sanierung seit 2010 am Ende des Chorraums thront.

Geht man künftig vom Haus der Graphischen Sammlung über einen Glassteg entlang der Außenmauer des Chors in die Skulpturenhalle, kann man sich von hinten die Orgel, und zwar einen Teil der 1300 Pfeifen, anschauen. Finanziert wird der neue Orgelblick mit Spenden der Bäckerinnung.

Über die Schließung des Hauses der Graphischen Sammlung ist Museumschef Tilmann von Stockhausen "natürlich nicht glücklich". Sie werde sich sicherlich in der Besucherjahresbilanz bemerkbar machen. Ein Museum lebe davon, dass es öffentlich wahrgenommen werde, sowohl von den Einheimischen als auch von Touristen.

Die derzeitige Julius-Bissier-Ausstellung stoße auf gute Resonanz, die Schau mit japanischen Holzschnitten im Haus der Graphischen Sammlung laufe sogar sehr gut, sagt von Stockhausen. Die Besucherzahlen seien im August trotz der außergewöhnlichen Hitze nur minimal schlechter gewesen als im Vorjahr.

Nach der Wiedereröffnung zeigt das Augustinermuseum ab 8. Dezember die Sonderausstellung "Faszination Norwegen – Landschaftsmalerei von der Romantik bis zur Moderne" und im Haus der Graphischen Sammlung parallel Druckgrafiken von Edvard Munch.