Augen auf beim Rattenkauf

Arved Clute-Simon

Die Betreiber von Freiburger Tierhandlungen verkaufen zur Zeit überdurchschnittlich viele Ratten. Zurückzuführen ist das auf den Kinoerfolg des Films "Ratatouille". Falls auch Sie mit dem Gedanken spielen, eine Ratte anzuschaffen, sollten Sie folgendes beachten.



Zuerst einmal ist festzustellen, dass sich Ratten allein nicht wohlfühlen. Am besten also sollte man mindestens zwei kaufen. Je mehr, desto gemütlicher für die Ratten.


Ein Tier kostet zirka 10 Euro. Relativ billig. Jedoch kommt noch ein Käfig dazu. "Der sollte mindestens 80 Zentimeter lang, 80 Zentimeter hoch und 50 Zentimeter tief sein", sagt Herr Vulevic, der bei Zoo Burkhart arbeitet. 80 Euro müsse man mindestens investieren.

Ratten spielen und klettern gern. Ihr Käfig sollte also viele Möglichkeiten zum Austoben bieten, zum Beispiel Röhrensysteme, in denen sie krabbeln können oder Holzebenen, die miteinander über mehrer Stockwerke hinweg verbunden sind. Gut sind auch Äste und Rindenstücke, "also natürliche Bausteine, die die Ratte zum Klettern braucht“, so Vulevic. Wichtig ist, dass die Äste trocken und sauber sind. Andernfalls bringt man seiner Ratte auch noch Parasiten mit. Insgesamt kann man also mit einem Preis von 120 bis 150 Euro rechnen.



Dazu kommt das Futter. Ratten fressen zwar theoretisch alles. Eine Regel: Was für den Menschen gut ist, tut auch der Ratte gut. Sie freut sich auch über Obst und Gemüse. Jede Ratte mag etwas anderes. Das gilt es bei seinem neuen Tier erstmal herauszufinden. Bei Körnermischungen sollte man darauf achten, dass sie nicht zu fett sind, also nicht nur Kürbis- und Sonnenblumenkerne enthalten.

Es ist übrigens nur bedingt zu empfehlen, eine männliche und eine weibliche Ratte zusammen zu halten: „Die Weibchen werden sehr schnell trächtig. Nach etwa drei Wochen können sie Würfe von bis zu 16 Kindern kriegen. Meistens sind es sechs bis zehn“, sagt Jutta Böttcher, die in Merzhausen als Tierärztin arbeitet.



Schon zwei Ratten machen ganz schön Mist. Alle zwei bis drei Tage sollte man den Käfig ausmisten, da sonst die Gefahr besteht, dass die Ratten sich mit Parasiten oder Bakterien infizieren. Manche dieser Bakterien befallen auch den Menschen, der dadurch etwa an den Atemwegen oder am Darm erkranken kann. "Das Übertragungsrisiko ist aber nicht wesentlich größer als bei einem Hund oder einer Katze“, so Böttcher.

 
Ratten werden nur zwei bis drei Jahre alt. Manche sind bereits mit einem Jahr senil. Außerdem steigt mit dem Alter die Gefahr einer Tumorerkrankung. Auch wenn es möglich ist, Ratten mit einer Katze oder einem Hund zusammen zu halten, sollte man immer darauf achten, dass die Käfigtüre der Ratten gut verschlossen ist. Und: "Wenn man Ratten mit anderen Nagern im Käfig hält, fetzen die sich schon", sagt Böttcher.



Wenn Sie jetzt immer noch eine Ratte kaufen wollen, sollten Sie zunächst zum Arzt gehen und einen Allergietest machen. Falls Sie die Ratten einem Kind schenken wollten, sollte ihm bewusst sein, was auf ihn zukommt. "Eine Ratte bedeutet auch mal ein bis zwei Stunden Arbeit am Tag. Die muss das Kind neben Sponge Bob-Kucken und so weiter erstmal aufbringen", sagt Vulevic von der Zoohandlung.



Remy, der süße Protagonist aus "Ratatouille", kann ausgezeichnet kochen. Eine echte Ratte leider nicht. Im Gegenteil, sie macht einige Arbeit. Das sollte man im Hinterkopf haben, bevor man die ersten Käfige inspiziert.