Auf ein Croissant mit dem Freiburger DJ Supersmax

Vanja Tadic

Max Fricke aus Freiburg ist DJ Supersmax, als solcher legt er am heutigen Freitag beim Kamehameha-Festival in Offenburg auf. Doch Freiburg wird ihm langsam zu klein, mit seiner Musik will Supersmax in größere Städte ziehen. Wir haben ihn vorab auf ein Croissant getroffen. Im Gespräch stellt er sich vor:



"Da ist Nils Petersen!" Der Kerl mir gegenüber runzelt die Stirn: "Wer ist da?" Ich sitze auf der Terrasse des Kolbencafés, an einem Tisch mit einem Kerl mit Sonnenbrille, verstrubelten Haaren und einer Kippe in der Hand. "Na der SC-Spieler!"


Max, 25, der sich als DJ Supersmax nennt, lacht. SC-Spieler kenne er nicht, sagt er. Einmal sei ein Typ zu ihm gekommen, als er gerade im Schmitz Katze aufgelegt habe. "Hey, du bist doch Supersmax!", habe der gesagt. Max war verwirrt. "Ich hatte keinen Plan, wer das war". Erst hinterher habe er erfahren, dass ihn gerade SC-Torwart Schwolow begrüßt hatte. Fußball sei eben nicht so sein Ding, sagt Max.

Dafür das Auflegen. Begonnen hat die Leidenschaft fürs DJ-Dasein am 28. Dezember 2013 auf der "Ehret&Rath"-Party im Schmitz Katze. Zuvor starteten die Veranstalter einen DJ-Contest in der öffentlichen Veranstaltung auf Facebook. Die Person mit den meisten Likes fürs Set, durfte von 23 bis 1 Uhr auflegen. Aus Spaß machte Supersmax mit - und gewann den Contest. Er habe "eine volle Bude und ne geile Party" erlebt, sagt er heute, die ihm so Spaß machte, dass er das weiterhin machen wollte.

Eigentlich hat er seine Leidenschaft für die Musik aber sogar noch früher entdeckt. Sechs Jahre lang spielte er Cello, kaufte sich dann aber einen CD-Spieler und einen Mixer und fand daran mehr Freude. Auf Outdoor-Raves und dem bei Zockern beliebten Radiosender "technobase" legte er erstmals öffentlich auf. "Auf Techno bin ich hängen geblieben", sagt er.

Freiburg wird Max langsam ein bisschen zu klein

Es folgten Auftritte im Drifter's, Schmitz Katze, BalzBambii, Hans Bunte und im ehemaligen Klangraum. Doch Freiburg werde langsam etwas klein, sagt Max. "Ich habe Lust, Kontakte zu knüpfen. Ich will, dass die Leute mich nicht nur in Freiburg kennen". Gerne würde Max nach Berlin gehen, um zu schauen, wie weit er es mit seiner Musik dort bringen kann. 

Zuvor will er auf Reisen gehen. "Irgendwelche großen Städte, ich habe Bock, das Nachtleben da kennenzulernen. Die Clubkultur ist in jeder Stadt anders. Ich gehe einfach spontan hin und gucke, wie es läuft." Einmal habe ihn ein Radio aus New York angerufen und gefragt, wer hinter den Tracks stecke und ob sie diese spielen dürfen. Auch dort will Max dieses Jahr vielleicht mal vorbei schauen.

Im Kolben-Café gibt Max sich sehr entspannt. Als ein paar Spatzen auf den Tisch fliegen, um sich über sein Croissant her zu machen, verscheucht er sie nicht, sondern schaut ihnen zu. Die Spatzen lassen das Croissant dann aber doch in Ruhe. Seine Gelassenheit kommt wohl auch daher, dass er genau weiß, was er will: "Musik möchte ich mein ganzes Leben machen", sagt er. Und Musik braucht Zeit und viel Arbeit, viele seiner Tracks sind noch nicht fertig.

Mit seinem Diktiergerät nimmt Max Alltagsgeräusche auf

Inspirieren lässt er sich auch durch Alltagsgeräusche. Eine Frau am Nebentisch probiert minutenlang eine Fahrradklingel aus. Für solche Momente hat Max immer ein Diktiergerät dabei. Als er es rausholt, merkt er, dass es die ganze Zeit an war. "Vielleicht kommt dann ja auch unser Interview in einem meiner Tracks vor", scherzt Max.

Langsam verschwinden die Sonnenstrahlen von der Terrasse des Kolben-Cafés. Das Croissant hat Max aufgegessen. Zeit, nach Hause zu gehen. Für Max heißt das: Zeit, Musik zu produzieren. Für das Kamehameha-Festival am 10. und 11. Juni in Offenburg zum Beispiel. Und für die große, weite Welt, die der junge Freiburger DJ mit seiner Musik erobern will.

 

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[Foto: Vanja Tadic]