Audimaxbesetzung: Fünf Antworten des Unihausmeisters

Nadine Paulus

Die Studenten sind gerade dabei, den Audimax zu räumen und die Besetzung zu "unterbrechen". Uni-Hausmeister Reinhard Pommeranz erzählt uns, warum er froh ist über die freiwillige Räumung und welche Probleme er in den vergangenen Wochen hatte.



Der Antwortgeber

Reinhard Pommeranz gehört zum vierköpfigen Hausmeisterteam des KG II.

Waren Sie auf die Besetzung des Audimax vorbereitet?

Nicht wirklich. Aber wir wussten, was an anderen Unis los war und als der U-AStA das Audimax für eine Diskussion anforderte, ahnten wir, dass sie gleich da bleiben würden.

Wie hat die Besetzung Ihren Arbeitsalltag verändert?

Unsere Dienstzeiten haben sich durch die Besetzung nicht verändert. Nachts waren immer zwei bis drei Angestellte einer Sicherheitsfirma da, die nach dem Rechten gesehen haben. Ich muss sagen, dass man mit den Studenten gut reden konnte. Sie waren sehr umgänglich und gut organisiert. Es ging nichts kaputt und die Reinigung haben die Besetzer zum Teil selbst in die Hand genommen. Wir haben sie dabei logistisch ein wenig unterstützt. Aber eine Umstellung war das Ganze natürlich schon.



Welche Probleme gab es?

Die Besetzung erschwerte den Lehrbetrieb. Und die Sauberkeit auf den Toiletten war nicht so garantiert wie normalerweise. Am Anfang haben ja 60 bis 70 Leute im Audimax übernachtet. Zum Schluss waren es zwar nur noch etwa 10 bis 15, aber dafür kamen mit der Zeit immer mehr Obdachlose als Gäste der Besetzer, um im Audimax zu übernachten. Ein Kollege wurde auch einmal massiv bedroht.

 Sind Sie in die Aufräumarbeiten involviert?

Nein, das müssen schon die Besetzer selbst machen. So haben sie es auch mit dem Rektorat ausgemacht. Bisher lief alles problemlos.



Bis vor kurzem beabsichtigten die Studenten, die Besetzung über Weihnachten fortzuführen. Hatten Sie für diesen Fall Vorkehrungen getroffen?

Da gab es noch keine konkreten Pläne. Vom 24. Dezember bis zum 4. Januar ist die Uni offiziell geschlossen, daher wäre das schon ein großes, organisatorisches Problem gewesen. Das hätte aber das Rektorat lösen müssen. Die Studenten haben nun angekündigt, dass sie die Besetzung unter Umständen im Januar wieder aufnehmen wollen. Aber wir hoffen, dass es dann vielleicht das KG I trifft.