Auch 2013 gibt es kein Schlossbergfest

Manuel Lorenz

Diesen Sommer wird es kein Schlossbergfest geben. Nächstes Jahr vielleicht aber schon. Das jedenfalls behauptet Bela Gurath von Endless Event, der das Fest in der Vergangenheit mitproduziert hat. Was Gurath noch zu sagen hat, und wie sich die Stadt dazu äußert:



2014 könnten zwei Dinge passieren: Erstens könnte es wieder ein Schlossbergfest geben, zweitens könnte Bela Gurath mit seiner Firma Endless Event ein Comeback feiern.


Es war der Sommer der Freiburger Festkrise: 2012 hatte kein Schlossbergfest stattgefunden. Die Geschäftsführer der Schlossbergfest GmbH, Frank Böttinger (Endless Event), Toni Schlegel (Greifenegg Schlössle) und Jörg Dattler (gleichnamiges Restaurant), hatten keinen Antrag auf Genehmigung gestellt und stattdessen den Leiter des Amts für Öffentliche Ordnung, Walter Rubsamen, massiv kritisiert. Sie ließen verlautbaren, es werde das Schlossbergfest nicht mehr geben, solange Rubsamen Amtsleiter sei. Produziert hatten das Fest in der Vergangenheit Bela Gurath von Endless Event und Toni Schlegel.

Dieses Jahr wird das Schlossbergfest auf keinen Fall stattfinden. "Für 2013 ist's jetzt schon zu spät", sagt Bela Gurath. "Aber für 2014 besteht eine realistische Chance, dass wir das Schlossbergfest wieder veranstalten werden." Es habe "Kontakte" mit der Stadt gegeben; mehr will er dazu noch nicht sagen. Auch nicht, was mit 'Kontakten' gemeint ist. Mit dem Amt für öffentliche Ordnung habe er jedenfalls noch nicht über eine Neuauflage des Schlossbergfest gesprochen, sagt Stadtsprecherin Edith Lamersdorf. Ein Antrag für 2014 liege bislang auch noch nicht vor.

Grundsätzlich könne sich die Stadt aber vorstellen, dass 2014 wieder ein Schlossbergfest stattfinden wird, so Lamersdorf. Sobald jemand eine Veranstaltung beantragt, prüft das Amt für öffentliche Ordnung, wie vertrauenswürdig der Veranstalter ist - "ohne Ansehen der Person", wie Lamersdorf betont.

Diese Formulierung ist deshalb wichtig, weil Bela Gurath, der das Schlossbergfest nächstes Jahr wieder mitveranstalten will, zuletzt keinen besonders guten Stand beim Amt für öffentliche Ordnung hatte.

Bei der von Gurath organisierten Sea of Love war es im Juli 2011 zu organisatorischen Problemen gekommen, wofür ihn die Stadt maßgeblich verantwortlich gemacht und eine Strafe in Höhe von 100.000 Euro gegen ihn verhängt hatte. Gurath hatte daraufhin zwar Fehler eingeräumt, gleichzeitig aber schwere Vorwürfe gegen Stadt und Polizei erhoben.

Im Mai 2012 reichte Gurath eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Ordnungsamtsleiter Rubsamen ein; im Juni machte Rubsamen deutlich, dass Gurath wegen der Sea of Love 2011 als Veranstalter für Großevents in Freiburg in Zukunft unerwünscht sei. Guraths Veranstaltungsagentur Endless Event stellte ihr operatives Geschäft ein, zog sich vom Markt zurück und entließ seine acht Mitarbeiter. Im Juli reichte Gurath Klage bei Gericht ein, um von unabhängiger Seite ein neutrales Urteil über die Ursachen der Pannen der Sea of Love 2011 einzuholen. Im Februar 2013 wies die Stadtverwaltung Guraths Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Rubsamen als unbegründet zurück.

Mit Blick auf das Schlossbergfest zeigt Gurath sich der Stadt gegenüber mittlerweile versöhnlich. "Wir hoffen, dass beide Seiten ihre Hausaufgaben machen und ihre Lehren ziehen. Und, dass man wieder zueinanderfindet."

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[Bild 1: Rita Eggstein; Bild 2: Dominic Rock]