artjamming: Das Kollektiv-Kunst-Atelier

Franziska Kiedaisch

Eine Jamsession der etwas anderen Art, bei der nicht Instrumente, sondern Pinsel, Farben und Leinwände im Vordergrund stehen: "artjamming" eben. Seit vergangener Woche können sich Malbegeisterte und alle, die es noch werden möchten, in dem gleichnamigen Atelier in der Günterstalstraße 41 einfinden. Dort kann man nach Lust und Laune die Pinsel schwingen, bei Kaffee und Kuchen die Seele baumeln lassen oder neue Kontakte knüpfen.



Das Konzept ist simpel und zugleich originell: Eine Jamsession auf Leinwand, bei der jeder mitmachen kann. Egal ob Künstler, Hobby-Maler oder vermeintlich unbegabte Person: was zählt, ist das kollektive Erlebnis. Gemeinsam kreativ sein, dabei mit anderen Menschen in Kontakt treten und das besondere Gefühl, das entsteht, wenn man am Ende der Mal-Session sein eigenes Gemälde mit nach Hause nimmt: Das alles steht bei artjamming im Mittelpunkt.


Die Idee dazu wurde in einem sozialtherapeutischen Zusammenhang in Kanada entwickelt und im Jahr 2000 von einer findigen Firma aus Hongkong entdeckt. Dort wurde artjamming innerhalb kürzester Zeit zum Trend. Inzwischen ist dieser nach Deutschland übergeschwappt.



Seit einer Woche können nun auch die Freiburger gemeinsam kreativ sein. Wann, das ist dabei eigentlich egal. Das Atelier von Ingmar Sack – selbst passionierter Hobby-Künstler - hat täglich von acht Uhr morgens bis Mitternacht geöffnet. Eine Voranmeldung ist nicht nötig: "Vorbei kommen und sich inspirieren lassen", so lautet die Devise Sacks.

Die Idee dazu, in Freiburg ein artjamming-Atelier zu eröffnen, kam ihm bei der Lektüre einer Kunstzeitschrift, in der das Konzept thematisiert wurde. So fesselnd sei der Gedanke daran gewesen, ein eigenes Atelier zu eröffnen, dass er nicht mehr davon ablassen hätte können, sagt er.

Heraus gekommen ist nun ein Raum, in dem genügend Platz zum Malen, Kaffee-Trinken, Lesen und Quatschen ist. Die angebotenen Getränke und Kuchen sind übrigens alle aus biologischer Produktion. Die Preise für eine Artjam-Session sind abhängig von der Größe der ausgewählten Leinwand und reichen von 40 bis 90 Euro.

Gemalt werden kann entweder eineinhalb oder drei Stunden, ein Getränk ist im Preis inbegriffen. Für Studenten gibt es einen Rabatt von 20 Prozent. Eine bestimmte Zielgruppe gibt es nicht: „Jeder kann kommen: Kinder, Schüler, Studenten und ältere Personen. Man kann hier beispielsweise auch Feiern ausrichten. Wir sind da sehr offen für alles“, sagt Ingmar Sack.



Den Vorteil für den Kunden sieht Ingmar Sack darin, dass Hobbykünstler keine Materialien selbst kaufen müssen und somit auch keine angebrochenen Farben zu Hause stehen hätten. „Und man macht vor allem keine Flecken daheim, sondern man kann hier Flecken machen.“  Am 31. Oktober findet ein Probiertag im Atelier artjamming statt: Da kann man sich dann selbst ein Bild von der Sache machen.

Mehr dazu:

Atelier "artjamming"
Günterstalstraße 41
Telefon: 0761.8814859

Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag 8 - 24 Uhr