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Econauten 2015: Diese drei Erfindungen haben gewonnen

Das Econauten-Programm des Freiburger Grünhofs heißt auch "Das Programm für Bessermacher". Es handelt sich um ein Stipendium für Menschen, die eine Idee Wirklichkeit werden lassen. fudder stellt die drei Gewinner 2015 in Kurzporträts vor:






Econauten

Das Stipendium von Econauten geht über sechs Monate. Die Gewinner erhalten in vier Punkten Unterstützung: Neben einer Mitgliedschaft im Grünhof gibt es ein Coaching, bei dem alle gründungsrelevanten Themen angesprochen werden, ein Mentoring, bei dem erfahrene Unternehmerpersönlichkeiten ihre Erfahrungen teilen und zu guter Letzt gibt es eine finanzielle Förderung, damit sich die Teams auf die Gründung konzentrieren können.

Dritter Platz: Geospin

Wo werden Carsharing-Fahrzeuge platziert, so dass sie intensiv genutzt werden? Geospin ist ein Ausgründungsprojekt der Uni Freiburg, welches maßgeschneiderte Softwarelösungen für genau solche Standortentscheidungen entwickelt. Neben Carsharing adressiert es damit ein breites Anwendungsspektrum, von der idealen Verteilung von Elektroladestationen oder Geldautomaten bis zu optimal platzierter Werbung und Fragestellungen aus der Stadtentwicklung.

Das Team (siehe Bild unten) besteht aus Johannes Bendler, Tobias Brandt, Christoph Gebele, Niklas Goby und Sebastian Wagner. Johannes, Tobias und Sebastian kennen sich aus ihrer Forschungs- und Promotionszeit bei Prof. Dr. Dirk Neumann am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik. Dort haben sie über drei Jahre hinweg die Software erforscht, welche nun durch Geospin weiterentwickelt und in den Markt gebracht wird. Mit Niklas ist 2014 ein früherer Kommilitone dazugekommen, der in den vergangenen Jahren breite Industrieerfahrung gesammelt hat und dieses Know-How bei Geospin einbringt. Christoph komplettiert das Team mit seinen reichhaltigen Marketing- und Vertriebskenntnissen.

Geospin zeichnet sich dadurch aus, dass Unternehmensdaten mit externen Datenquellen verbunden werden. Das sind zum Beispiel soziale Medien wie Facebook und Twitter, Kartendienste wie Google Maps und OpenStreetMap oder auch öffentliche – sogenannte „Open-Data“ – Datenbestände. Für Kunden aus dem Carsharing-Sektor können so die Fragen, wann, wo, welche Fahrzeuge vorgehalten werden müssen, beantwortet werden.

Als erstes Unternehmen kann Geospin aber auch konkret die Frage nach dem Warum klären, also aus welchen Gründen die Nachfrage nach Carsharing in bestimmten Regionen höher ist als in anderen. Dies bietet auch besonderes Potenzial bei der Suche nach Standorten für Elektroladestationen. Beispielsweise könnte die Nähe zu einem Einkaufszentrum die Nutzung einer Ladestation erhöhen, da die Kunden während des Einkaufens ihre Fahrzeuge aufladen können. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Akzeptanz von E-Mobilität, denn viele Menschen zögern, ein Elektroauto zu kaufen, da sie Ladestationen nicht dort finden, wo sie sie benötigen.

Das Team betont, dass sich das Konzept auf viele Bereiche anwenden lässt. Von der Optimierung des Nahverkehrs bis hin zur Stadtplanung können viele Fragen datengestützt beantwortet und zum einfacheren Verständnis visualisiert werden. Vorerst konzentrieren sich die Gründer jedoch auf nachhaltige Mobilitätskonzepte in Freiburg und den deutschsprachigen Raum; langfristig sei aber eine Expansion in andere Länder durchaus vorstellbar.

 
Zweiter Platz: Sonnenobst


Wolfgang Striewe und Friedemar Schreiber (Bild unten) kommen aus der Solartechnikbranche. Die beiden Diplom-Ingenieure (FH) für Regenerative Energien arbeiten im Bereich der Planung und Realisierung von thermischen Solaranlagen, sowie Anlagen zum Erzeugen von elektrischer Energie. Als Laie würde man dies alles unter "Solartechnik“ zusammenfassen. Aus diesem Geschäftsfeld stammt die Idee, einen Solarthermischen Obst & Gemüsetrockner (kurz: Früchtetrockner) zu realisieren, um selbst angebaute Früchte und Obst zu vermarkten. Dieser Markt wird mit der Marke „Sonnenobst“ bedient.

Der Früchtetrockner wurde 2013 innerhalb eines PLENUM Projektes entwickelt. PLENUM steht für „Projekt des Landes Baden-Württemberg zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt“. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg, durch das Naturschutz- und Umweltziele durch eine naturschutzorientierte Regionalentwicklung umgesetzt werden sollen. Das Ziel von Sonnenobst ist es dabei, ganzjährig einen bunten Warenkorb an Obst und Gemüse anbieten zu können.

Da die Produkte alle aus der Region rund um den Kaiserstuhl stammen, kann umweltschädliche Logistik verhindert werden. Aber auch der Erhalt von Streuobstwiesen steht im Vordergrund, nach dem Prinzip „ schützen durch nützen“. Die Produkte werden nach der Trocknung portioniert und über die Naturgarten Kaiserstuhl GmbH als „Kaiserlich Genießen“-Produkt unter dem Namen „Sonnenobst“ vertrieben.

Das Konzept, mit dem sich das Team um Wolfgang Striewe und Friedemar Schreiber bei den Econauten beworben und gewonnen hat, geht einen Schritt über das Früchte- und Obsttrocknen hinaus. Sie wollen den Früchtetrockner an sich vermarkten. Zielgruppen sind Kleinbauern, Landwirte, aber auch Behindertenwerkstädten und Gemeinden. In sonnenreichen Gegenden besteht die Möglichkeit, eigene Regionalmarken zu entwickeln und einen Markt zu bedienen. Dabei lässt sich gesunde Nahrung produzieren und CO2-Emissionen reduzieren.

Der traditionelle Anbau wird mit moderner Technik verknüpft und das CO2 neutral. Die Technik dahinter ist ein Vakuumröhrenluftkollektor. Dieser wird verwendet, um die Produkte klimaschonend trocknen zu können. Dank einer intelligenten Regelung lässt sich aus dem Zusammenspiel aus Luftkollektorfeld und Speicher mit Sonnenenergie alleine und ohne das Heizen mit fossilen Brennstoffen ein Trocknungsbetrieb gewährleisten. Ansprüchen an Qualität und Lebensmittelhygiene werden erfüllt.

Im Gegensatz zur Industrie, in der „Just-in-Time“ oder „On-Demand“ produziert wird, produziert der Früchtetrockner dann, wenn Sonne zur Verfügung steht. Dabei bleiben die Produkte über ein Jahr genießbar ohne auf energieaufwendige Kühlung angewiesen zu sein.



Erster Platz: Carla Cargo

Carla Cargo ist ein open source elektrounterstützter Lastenanhänger für das Fahrrad. Das Ziel von Carla Cargo ist es, alternative Transportlösungen für den urbanen Raum zu entwickeln und eine effiziente und platzsparende Lösung für das Stadtbild der Zukunft anzubieten. Markus Bergmann ist, wie er selbst sagt, Sympathisant der Gartencoop in Freiburg und baut in seiner Garage mit Freunden zusammen diese Anhänger. Bei der Gartencoop Freiburg stellte sich die Frage, wie eigentlich das Gemüse auf Fahrrädern sicher und komfortabel transportiert werden kann. Aus der Weiterentwicklung unterschiedlichster Anhängerkonzepte ist Carla Cargo entstanden.

Die Idee der Lastenanhänger an Fahrrädern ist dabei nicht neu. Neu sind die Möglichkeiten, die die E-Mobilität mit sich bringt. Der Fahrradanhänger kann bis zu 250 Kilo transportieren, ausgestattet mit einem Elektroantrieb und Auflaufbremse bringt er die nötige Sicherheit und den Komfort mit. Der Antrieb am Anhänger hat den Vorteil, dass der Fahrer mit seinem Rad tauschen kann, der Hänger aber immer durch den Elektroantrieb unterstützt wird. So können die Lasten sicher und schnell transportiert werden. Vom Anhängerkonzept selbst steht der mechanische Teil kurz vor der Serienreife. Die Motorisierung und „clevere Steuerung“ hat schon vielversprechende Fortschritte gemacht. Vorstellbar ist auch, auf dem Dach des Anhängers ein Photovoltaik-Modul anzubringen. Sicher eine Komponente, die in sonnenreichen Städten wie Freiburg Anklang finden kann.



Das Einsatzfeld von Carla Cargo ist sehr vielschichtig und ermöglicht nicht nur Paket-, Gemüse-, Lebensmittel-, und Umzugstransporte, sondern bietet meist ein Grundlage, um „grünen“ Unternehmen eine „grüne“ Logistik für ihr Unternehmen anzubieten. Unter den ersten Interessenten und Käufern befinden sich schon jetzt Logistikunternehmen, welche mit Ihren sonst üblichen kraftstoffbasierenden Transportlösungen in ein zunehmendes Imageproblem haben. Deren Image leidet unter großen, im Weg stehenden Fahrzeugen, die die Luft verpesten. Warum also nicht am Stadtrand parken und mit dem Lastenanhänger die Auslieferung in der Stadt übernehmen? Aber auch Städte reagieren, so gibt es in Bonn einen Zuschuss zum Kauf eines solchen Gefährtes. Markus Bergmanns Ziel ist, während des Econauten Wettbewerbes die Serienreife eines Modells zu erreichen.

Letztlich können auch Familien davon profitieren, denn das Konzept ist so breit angelegt, dass vom Tieflader über den Hubwagen viele verschiedene Anwendungsbereiche leicht abzudecken sind. Dank Elektroantrieb sind bis zu 25 Kilometer pro Stunde und ein komfortables Fahren möglich. Dadurch steigt die Akzeptanz in der Bevölkerung und von den großen, energieaufwendigen Autos kann Abstand genommen werden. Das Auto soll nicht ersetzt, aber eine effiziente Alternative geschaffen werden.





Fazit

Drei unterschiedliche Projekte, die aber alle die Nachhaltigkeit im Fokus haben. Wir sind gespannt, wie sich die Gewinner während des Econauten-Programmes weiterentwickeln. Für alle Teilnehmer ist neben dem Netzwerk aus interessierten und erfahrenen Menschen das Feedback zur eigenen Idee wichtig.

Immer wieder an der eigenen Idee feilen, diese anderen Menschen vorstellen und die Anregungen aufnehmen. Nur so kann das Produkt verbessert werden. Aber die Econauten zeigen auch eins auf: Freiburg ist eine Stadt der Gründungen und Start-Ups. Es hatten sich 31 verschiedene Projekte beworben. Es lohnt sich, bei Facebook dem Grünhof zu folgen oder regelmäßig auf der Website vorbeizuschauen. Die Econauten haben erst gestartet, es werden einige spannende Veranstaltungen folgen und man kann dabei sein, wie sich die Ideen entwickeln und das Fliegen lernen.


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[Fotos: David Lohmüller]




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