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Meine Meinung: Pegida und ich, wir haben uns nichts zu sagen

Die Pegida-Anhänger glauben sowieso nur, was sie wollen, kommentiert fudder-Redakteur Daniel Laufer. Deswegen darf man auf keinen Fall mit ihnen reden - und schon gar nicht über Inhalte:



Pegida und ich, wir hätten uns viel zu sagen. Wir haben ganz unterschiedliche Sichtweisen, gerade was die "Islamisierung des Abendlandes" angeht. Ich würde den Demonstranten, die Woche für Woche durch deutsche Großstädte ziehen, da gerne ein paar Dinge erläutern. Das Problem ist: Ich kann nicht.

Wir haben es bei Pegida ja nicht mit besonders dummen Menschen zu tun. Sie sind bloß besonders ignorant. Sie glauben, was sie wollen, und nicht, was sich belegen lässt. Galileo Galilei ist an so etwas verzweifelt.

Dabei hätten die Pegida-Anhänger es so einfach: Die großen Zeitungen und Magazine haben ihre Behauptungen einem Fakten-Check unterzogen und ganze Doppelseiten dazu abgedruckt. Die könnte man lesen, dann wüsste man Bescheid. Doch diesen Medien wollen die Demonstranten ja auch nicht glauben – schließlich sind sie Teil der vermeintlichen "Lügenpresse". Dass die Quellen dieser "Lügenpresse" durchaus glaubwürdig sind, können sie natürlich nicht wahrhaben.

Also passiert, was Mitte Dezember in Dresden passierte - als ein Kamerateam des NDR bei einer Demo drehte und das Videomaterial danach ungeschnitten ins Internet stellte. "In Sachsen sind ja nur 0,1 Prozent der Menschen Muslime", begann der Fernsehredakteur. "Nee, das sehe ich anders", widersprach ihm eine Frau. Und ein Mann gab zum Besten: "Ich hab gehört, es sind fünf Prozent."


Angst vor der eigenen Fantasie

Aber es ist ja nicht nur so, dass sich die Pegida-Demonstranten der Wirklichkeit versperren - sie erfinden auch noch ihre eigene. Dann sprechen sie, wie ein Demonstrant gegenüber dem NDR, ganz neue Phantom-Probleme an: "Wenn die ganzen Ausländer kommen, müssen sie von den Krankheiten her isoliert werden. Die kommen hier her, bringen Bazillen und sonst was mit und wir müssen's dann vielleicht ausbaden."

Auf welche konkreten Epidemie-Fälle er sich wohl bezieht? Dass zum Beispiel Ebola durch Flüchtlinge nach Deutschland kommen könnte, halten Experten für äußerst unwahrscheinlich - unter anderem Experten der Virusdiagnostik des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg. Aber was sind für Pegida schon Experten, wenn man lieber seine eigenen Theorien spinnt?

Jetzt behaupten manche, man solle sich trotzdem auf das Gespräch einlassen, die Ängste der Pegida-Anhänger ernst nehmen. "Wir müssen mit ihnen reden und sie von etwas Besserem überzeugen", sagte zum Beispiel Ministerpräsident Winfried Kretschmann dem Tagesspiegel. Ich bin wirklich neugierig, wie er jemanden überzeugen will, der im vollen Ernst Dinge sagt wie: "Schauen Sie sich doch die westlichen Großstädte an - 70 bis 80 Prozent sind dort keine Deutschen mehr!"

Die Ängste von Menschen, die für Vernunft offenbar nicht zugänglich sind, sind keine Ängste, die ich ernst nehmen kann. Und ginge die Politik wirklich auf die Demonstranten zu, würde sie höchstens ein Missverständnis hervorrufen und ein falsches Signal senden: dass diese vermeintliche "Islamisierung des Abendlandes" etwas ist, worüber sich tatsächlich reden lässt. Man muss nicht so tun, als ob es sie tatsächlich gäbe.

Im NDR-Material geht es dann übrigens noch weiter, auf der Verschwörungsebene: "Man muss erst mal die Leute aufklären, dass wir kein souveränes Land sind mit keiner souveränen Regierung." Mit solchen Leuten kann ich nicht diskutieren. Es gibt einfach keine Basis: Sie lehnen die Vernunft ab, ich den Wahnsinn. Das passt nicht.





[Foto: dpa Picture Alliance]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 18
Montag, 12.01.15 21:15
 

falls es in freiburg mal so weit sein sollte, die rechte an "frigida" besitze ich^^

Montag, 12.01.15 21:16
 

reden hilft übrigens, haben so ziemlich alle meine exen gebetsmühlenartig immer wieder wiederholt.

Montag, 12.01.15 22:34
 

Daniel Laufer, ich geb bald meine Fudder-Gegnerschaft auf. Und Artikel wie Deine sind schuld daran.

Bester Satz: "Mit solchen Leuten kann ich nicht diskutieren. Es gibt einfach keine Basis: Sie lehnen die Vernunft ab, ich den Wahnsinn. Das passt nicht."

Gilt wohl für alle Internetfaschisten.

Dienstag, 13.01.15 08:51
 

Die Sache mit den 0.1% Muslime in Dresden ist ein schlechtes Argument. Die Leute haben ein Recht gegen Islamisierung zu protestieren BEVOR es zu höheren Bevölerungsanteilen kommt. Es ist ja auch üblich gegen Atomkraftwerke zu protestieren BEVOR sie gebaut werden.

Dienstag, 13.01.15 09:02
 

@Leo Löwenherz:

Ich bin ja dagegen, dass der Schlossberg abgetragen wird.

Nicht, dass irgendjemand den Schlossberg abtragen wollte, aber... Ist wichtig, dagegen auf die Straße zu gehen, bevor er eines Morgens plötzlich weg ist, oder?

Dienstag, 13.01.15 09:24
 

Ich fürchte, die wirklich Gefährlichen sind NICHT die Dumpfbacken, sondern die intelligenten Irren.

Und da gibt es jede Menge, nicht nur bei Pegida.

Auch in der Politik, im Vatikan (wobei bei Letzterem gerade eine deutliche Tendenz zur Besserung festzustellen ist), in Moscheen und in Vorstandsetagen.

Meine besten Freunde sind übrigens Moslems. Die sind aber keine Islamisten. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, den Pegida aber noch nicht entdeckt hat.

Ich habe neben Chinesen, Kurden, sogar Christen im Freundeskreis, aber keine Christlamisten. (Die gibt es auch - zahlenmäßig im Abendland den Moslems wohl noch weit überlegen. Aber habe leider noch keine Bewegung gegen die Christlamisierung des Abendlandes gefunden.)

Übrigens kann man nicht gut für Meinungsfreiheit (in der Presse) kämpfen, diese aber dann Pegida absprechen. Schließlich hat jede/r das Recht auf Zurschaustellung seiner Dummheit !




Biber hat den Kommentar am 13.01.2015 um 09:25 bearbeitet
Dienstag, 13.01.15 10:18
 

geschichtlich sind wir Deutschen zur absoluten Toleranz verpflichtet - auf immer und ewig. Da bleibt kein Platz für die Meinung der Intoleranten. Meinungsfreiheit gilt scheinbar nur, solange es die salonfähige Meinung ist: Irgendwie bin ich Charlie und irgendwie gegen Pegida!
Wovor habt ihr Angst, wenn alle so intelligent sind, Bescheid wissen und aufgeklärt sind kann Pegida doch keine Bedrohung sein, sondern nur eine Meinung abseits der Norm, oder etwa nicht?! Und übrigens ist auch eine schlechte Presse eine Presse, das sollte bekannt sein, die Medien entscheiden, wie viel Raum und Aufmerksamkeit man wem gibt.

bak
Dienstag, 13.01.15 11:29
 

vielen Dank Daniel Laufer.
****

Dienstag, 13.01.15 13:23
 

Leo Löwenherz, wovor hast du Angst?
Glaubst du allen ernstes, der Islam würde das Christentum als führende Religion in Europa ablösen?
Und, nur weil jemand Moslem ist, heißt das noch lange nicht, daß derjenige sich 5 mal am Tag gen Mekka verneigt. Die halten es meist genauso wie wir Teilzeitchristen, man gehört einer Konfession an, die einem letztendlich total am Arsch vorbei geht, weil man ( in meinem Fall beispielsweise), sich ein Dreck um den Katechismus kümmert. Der Weg ohnehin in die Hölle führt, weil man so ziemlich gegen jedes Gebot verstoßen hat, allein die Sieben Todsünden sind ein K. O.-Kriterium....

Dienstag, 13.01.15 15:24
 

@ass+c
mein beileid

Dienstag, 13.01.15 17:12
 

habs iwann nach jahren kapiert. war müssig, es gab tränen, zorn, vorurteile, phrasengedresche, fakten und irrglauben. aber iwann hats klick gemacht...

Donnerstag, 15.01.15 16:37
 

Hier wird der Gärtner zum Bock gemacht.
Merkt Ihr nicht, dass wir einen Maulkorb auferlegt bekommen nur noch das zu akzeptieren was diese Drecks Globaliesierung angeht?
Wenn Bürger zurecht die Asylpolitik kritisiert, die unkoordiniert und nicht im Rahmen des Asylgesetzes eingehalten werden, warum sollen diese Demostranten dann Idioten sein?
Mekkern wir nicht auch zurecht, wenn sich unsere Regierung wiedereinmal in Kriege durch Waffenverkäufe an den Bürgern dieser Kriegsschauplätze versündigt?!
Es gibt Verträge in Sachen Asylpolitik, die von Seiten der Regierung nicht eingehalten werden.
Glaubt Ihr wirklich, dass dieses ungerechte Verteilen der Einwanderung uns nicht irgendwann auch die Kassen sprengen wird?
Und was macht Ihr dann wenn´s vom Staat kein Geld mehr gibt weil die Kassen leer sind?
Wer sind dann die Buhmänner?
Jetzt ist Euer Kühlschrank noch voll...
Und wehe die Unzufriedenheit Aller dreht sich in Gewalt!!!
Wehe wir können dann nicht mehr genügend Arbeitsplätze schaffen um uns Deutsche und die Eingewanderten damit zu versorgen!
Deutschland ist längst hoch verschuldet.
Die ganze EU ist ein Schuldenhaufen von Lobbyisten und Zockerbanken.
Und Ihr tut gerade so, als würde das Geld welches diese Menschen auffangen soll, auf den Bäumen wachsen.
Ich sage nur - Pro-Kopf-Staatschulden:
26 577,00 Euro

Donnerstag, 15.01.15 18:14
 

Mensch Vörstetter, alter Scholli. Tut eigentlich nichts zur Sache - aber haben die Autos bei Euch EM-Nummernschilder?

Edit: Tatsächlich, habs gerade gegoogelt;-)


Benny Skateboard hat den Kommentar am 15.01.2015 um 18:15 bearbeitet
Donnerstag, 15.01.15 20:58
 

Vörstetter, ich bekomme mein Geld nicht vom Staat....

Freitag, 16.01.15 09:25
 

Vörstetter,

die Kassen sind längst leer.
Das ist aber gar nicht das Problem, sondern das ganze Schweine-System.

Wie hat es mal jemand formuliert?:
Haben wir etwa nicht genügend Material und Menschen um die Gebisse für die Alten zu fertigen ?

Nein, es liegt am Geld- und Zinssystem. Das Schlagwort "Arbeitsplätze" kann ich schon nicht mehr hören, weil nicht darauf ankommt ob du Arbeit hast, sondern ob die angemessen vergütet wird.

Und Geld "arbeitet" übrigens nicht - dessen Wert ist längst weit jenseits der Realität und wird - je nachdem, wer gerade mal was Dummes sagt oder in der Börse den Knopf drückt in Sekundenbruchteilen wertloser oder wertvoller, ebenso wie ganze Firmen mitsamt ihrer Belegschaft...

Freitag, 16.01.15 09:26
 

wenn an pegida aufmärschen rechte spacken beteiligt sind, die wortwahl an die 1930 er erinnert, dann muss sich pegida daran messen lassen ! punkt !
übrigens genauso wie sich dann bei einer linken demo die initiatoren an der verübten gewalt , wie z.b gestern messen lassen müssen.
und wie sich jede religion auch daran messen lassen muss, welche greueltaten in ihrem namen verübt werden.
das gilt dann auch für den islam..

ich vermisse übrigens "je suis nigeria"

Freitag, 16.01.15 09:46
 

Wolke,

das Problem daran ist, dass sich oft bei an sich guten Demos solche Idioten dranhängen ! Die Rechten haben das ja perfektioniert, die Linken sind aber auch nicht besser
Wie soll ein Veranstalter das verhindern ? Kann er doch nicht !

Können die Fußballvereine was für ihre fälschlicherweise als "Fans" bezeichneten Krawallmacher? (Trotzdem hat es natürlich mit "Fußball" zu tun !)

Wenn dann aber aus dieser Befürchtung heraus Demos erst gar nicht stattfinden oder gar verboten werden ist das auch bzw. noch schlimmer für die Demokratie.

Übrigens:
Was ist eigentlich "Islamisierung"?

Wenn der Nachbar neben mir friedlich seine Religion ausübt ?
Das stört mich nicht.
Wenn mir Extremisten ihren Glauben mit Gewalt aufzwingen wollen (was gar nicht geht - man könnte jemanden allenfalls dazu zwingen irgendwelche Rituale mitzumachen - wie blöd muss denn jemand sein um das überhaupt zu glauben?) ?
Das ist aber Terrorismus und hat mit dem Islam in Wahrheit nichts gemein.
Ebenso wenig wie Kindesmissbräuche, Ketzerverfolgung, Kreuzzüge, Protz und Prunk und finanzielle Auswüchse wie z. B. in Limburg mit der Bibel.

Trotzdem hat es natürlich "damit zu tun", denn es wird ja als Vorwand genommen, und hier hätte ich mir jeweils von den Moslems (auch von den Christen), deren Glauben ja missbraucht wird sehr viel mehr deutliche Reaktionen erwartet !

Um noch ein Beispiele für Meinungsmache zu nennen:
Wenn 5 Prozent der Motorradfahrer Idioten sind und auffallen prägen die das Bild aller, weil die anderen 95 Prozent eben gar nicht auffallen.

Wenn einige wenige Waffenbesitzer gestört sind kommt die weitaus größte Mehrheit auch in Verruf und sofort geht gebetsmühlenartig der Ruf nach "Entwaffnung" und schärferen Gesetzen durch das biedere Volk.

Ich habe noch nie in de Zeitung gelesen: "Heute haben sich wieder 95 Prozent der Motorradfahrer unauffällig verhalten und kein einziger Sportschütze ist Amok gelaufen"...


Biber hat den Kommentar am 16.01.2015 um 09:48 bearbeitet
Samstag, 17.01.15 16:10
 

Artikel aus der FAZ: Studie zu Pegida-Demonstranten - Die alltägliche Unzufriedenheit - http://tinyurl.com/n6mpe93


Miteinander möglichst gewaltfrei zu kommunizieren als Option zur Problem/Konflikt-Lösung kategorisch auszuschließen, wohin soll das führen?

Vielleicht dass sich die Lager noch weiter aufteilen und ihre irrationalen Meinungen untereinander noch weiter verstärken und festigen?

Soll das so weit gehen, bis nur noch nonverbal miteinander kommuniziert wird?

Ist das euer Weg zu einer friedlichen Gesellschaft?

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