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Neueröffnung: Fixies und Vintage-Rennräder bei Superrad

Fixies und Vintage-Rennräder sind die Fortbewegungsmittel der Stunde - auch für Christoph Hammann-Kloss und Johannes Kratzert. Deshalb haben die beiden Fahrradkuriere vor drei Wochen in der Haslacher Straße mit "Superrad!" einen Laden eröffnet, der sich genau dieser Art der Fahrradkultur widmet - inklusive Genusstouren in die Regio:



Die Macher

Christoph Hammann-Kloss, 33, und Johannes Kratzert, 35, arbeiten beide als Fahrradkuriere in Freiburg - ersterer ist sogar hauptverantwortlich für die Firma VeloKurier. Deswegen machen sie ihren Laden auch immer erst ab 17 Uhr auf. "Ein Feierabendladen", sagt Christoph. Johannes befindet sich gerade noch auf einer Rennradtour in Sizilien - was bezeichnend ist, da er bei Superrad! für die Radreisen verantwortlich sein soll. 

Christoph kam vor zehn Jahren aus Heidelberg nach Freiburg, um Forstwissenschaft zu studieren. Mit drei hat er gelernt Fahrrad zu fahren, mit zwölf entdeckte er das Mountainbiken für sich, in Freiburg fing er an, als Fahrradkurier zu arbeiten, 2007 entbrannte seine Leidenschaft fürs Rennrad: "Es ist einfach schön, vom Rad aus die Landschaft zu erkunden", sagt Christoph. "Man ist weitläufiger unterwegs als auf dem Mountainbike."



Wenn er "Rennrad" sagt, meint er damit immer solche mit Stahlrahmen. "Ich bin noch nie mit einem Alurad gefahren", sagt er. Das sei für ihn eine Frage der Ästhetik. Christoph findet: "Alte Rennräder sind einfach schöner."

Der Name

Die üblichen Fahrradläden-Wortspiele - Geheimrad, Oberstudienrad etc. - fanden Christoph und Johannes "irgendwie so 'n bisschen absurd". Als dann irgendwann irgendwer "Superrad!" vorschlug, fanden das sofort alle super. Das Wort wurde gegoogelt und folgender Eintrag im Urban Dictionary gefunden: "The phrase Super Rad is a pretty fair way of expressing divine awsomeness." Das habe die beiden überzeugt.

Die Location

Früher beherbergte jener Raum in der Haslacher Straße einen Tabakladen, dann einen Grafikdesigner. "Der Laden war total heruntergekommen", sagt Christoph. "Es war 'ne Menge Arbeit, den auf Vordermann zu bringen."

In das circa 20 Quadratmeter große Geschäft passt nicht viel. Deswegen macht Christoph fast nur Auftragsarbeiten. Wer ein bestimmtes Teil will, kann es bei ihm bestellen und bekommt es zumeist innerhalb von zwei Tagen. "Ich habe gute Kontakte zu den Firmen", sagt er. Manches befindet sich auch in seinem Lager im Stühlinger - zum Beispiel 20 bis 30 weitere Fahrräder. Wer sich für eines interessiert, bekommt eine E-Mail mit Fotos.



Auf der Theke liegen Fixie-Magazine zum Anschauen aus - das Fixed-Mag und Cog. In der Ecke steht ein kleiner Getränkehühlschrank, in dem Limonaden von Fritz-Kola, Waldhaus und Riegeler Landbier stehen. Preis pro Flasche: 1 Euro.

Die Fahrräder

Im Laden selbst befinden sich fünf Fahrräder: ein weiß-pinkfarbenes Dancelli-Fixie aus den frühen 90ern, ein schwarzes Blondin-Rennrad aus den frühen 80ern, ein dunkelblau-pinkfarbenes Colnago-Rennrad aus den frühren 90ern. Und Christophs eigenes Fahrrad, ein blaues SuperPro-Fixie.

Außerdem hängt an der Wand hinter der Theke ein blau-gelbes Rennrad aus den 50ern, das allerdings nicht verkäuflich ist. Es gehörte einst Fritz Sütterlin, einem früheren Freiburger Rennfahrer und Langstreckenweltrekordler von 1963. Christoph hat es von dessen Sohn Manfred bekommen, mit dem er bekannt ist und der bis vor anderthalb Jahren noch einen Fahrradladen in Merzhausen besaß.




Die alten Rennräder findet Christoph auf Flohmärkten, eBay oder in Kleinanzeigen. Er checkt sie einmal komplett durch, erneuert Verschleißteile wie Reifen, Schläuche, Züge und Ketten, fettet die Lager und verkauft die Campagnolos und Cinellis dann ab 400 Euro. Die jüngsten von ihnen stammen aus den späten 90ern. "Vor 20 bis 30 Jahren waren das alles High-End-Räder", sagt Christoph. "Damals sind die damit die Tour de France gefahren." Und so könne man mit jenen generalüberholten Vintage-Teilen auch heute noch anspruchsvolle Bergtouren machen - zum Beispiel über die Alpen.

Wer sein Fahrrad bei Superrad! kauft, bekommt ein halbes Jahr Gewährleistung.

Das Zubehör

Natürlich verkaufen Christoph und Johannes in ihrem Laden auch Zubehör: Fahrradhelme von Nutcase, die so aussehen wie Skateboardhelme und witzige Muster haben (68 Euro); ein Minischloss von Palmy (25 Euro) und ein Hiplok, das man sich wie einen Gürtel um den Bauch binden kann (53). Lenker, Naben, Pedale, Werkzeug, Ledersattel von BLB (73 Euro), hellblaue und pinkfarbene Reifen, Felgen, Räder, Schläuche - und Kleidung.

"Es gibt unglaublich coole, funktionelle Fahrradkleidung für die Stadt, die bei uns noch sehr unbekannt ist", sagt Christoph. Die kommt aber aus US-amerikanischen Städten wie San Francisco und Portland und ist in Europa ziemlich schwer zu kriegen. Er selbst benutzt sie als Kurier schon lange. Fahrradkuriere fahren im Winter wie im Sommer, bei Regen wie bei Sonne, am Tag wie in der Nacht. Sie fahren viel, sie laufen viel - Stop-and-go. Und sie wollen beim Kunden nicht in klassischer Radlermontur aufschlagen. In Freiburg würde es so viele Menschen geben, die mit dem Rad zur Arbeit fahren. "Die sollen sich mal gescheit anziehen, nicht immer nur mit Jack Wolfskin", so Christoph.



Was er jetzt schon im Laden hat: Schuhe von Chrome, mit Klick oder ohne, wasserabweisend, robust, mit steifer Sohle - und normal aussehend (zwischen 80 und 120 Euro).

Ach, und auf der Website sind noch angegeben "Hipstershit und Gendermainstream" - was auch immer das sein soll (wir haben nicht nachgefragt).

Die Veranstaltungen

Johannes will sich in Zukunft um die Veranstaltungen von Superrad! kümmern. Dieses Jahr bieten die Rennradfreunde noch drei Ausflüge zwischen 75 und 150 Kilometern an: die "sommerfrische" im Juli ("Rauf auf die Berge, rein in den See ..."), die "super gran colori" im August ("Rot die Blätter, weiß der Wein ...") und die "atemkraft? ja bitte" im Dezember ("Viel frische Luft!"). Genusstouren durch die Regio, bei denen es zwar sportlich zugehen soll, man aber alle 50 Kilometer anhält, etwas isst und Wein trinkt. In Zukunft soll es auch Rennradreisen durch Sizilien geben.

Weitere Superrad!-Events sind sogenannte Alleycats - Fahrradkurier-Schnitzeljagten durch die Stadt - und der Fixie-Dienstag in Schmitz Katze (18 bis 22 Uhr). Bei letzterem können sich Fixie- und Rennrad-Aficionados treffen, gemeinsam Burger essen und Bier trinken und sich über ihre Leidenschaft austauschen.

Kontakt

Superrad!
Haslacher Straße 52
79115 Freiburg

 
Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
17 bis 20 Uhr



 
Fotogalerie: Marius Notter

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 8
Freitag, 28.06.13 12:43
 

tiptop!!

Freitag, 28.06.13 12:56
 

Bei der Bildergalerie fragt ihr euch ernsthaft was mit "Hipstershit" gemeint sein soll?

;-)

Freitag, 28.06.13 13:04
 

ass+c...schau mal foto2. :)

Freitag, 28.06.13 14:00
 

^^

Sonntag, 30.06.13 14:27
 

Auf der Höhe des Biosks an der Ersatz-UB gibt es auch ein neues Fahrradgeschäft bzw. Filiale!

Montag, 01.07.13 11:40
 

@Diamantenstaub: Danke für den Hinweis!

Montag, 01.07.13 12:23
 

"Wenn er "Rennrad" sagt, meint er damit immer solche mit Stahlrahmen. "Ich bin noch nie mit einem Alurad gefahren", sagt er. Das sei für ihn eine Frage der Ästhetik."


Nicht nur der Ästhetik !

Stahl verbiegt sich vielleicht bei plötzlicher Überbeanspruchung, aber hält.
Alu ist tückisch und kann schleichend und unbemerkt Risse bekommen, weshalb man ja auch Alilenker tournusmässig austauschen sollte. Macht nur kein Mensch !
Ausserdem ist ein Stahlrahmen komfortabler, während Alu bretthart ist. Um die Nachteile auszugleichen muss man mehr Material verwenden und Federungen einbauen womit der Gewichtsvorteil wieder hin ist.
Und den Unterschied zwischen einem nach guter alter Väter Sitte gemufften Stahlrahmen (ja, es gibt zum Glück noch Firmen in Deutschland die den bauen !) und einem stumpf geschweissten Teil habe ich selbst schon erfahren dürfen: bei einer steilen Abfahrt. Während das beim ersteren problemlos ging bekam ich beim letzteren Schweissausbrüche. Gleiche Marke, gleiche Rahmengröße, gleicher Radtyp !

Beispiel Ahead-Set: In der Herstellung/Montage sicher günstiger - nur kann man den nicht mehr in der Höhe einstellen - vor allem nicht nach oben.
Einmal abgesägt und fertig... Aber das ist ja englisch und klingt deshalb wie was entscheidend Besseres.

Und "ungefedert" klingt doch auch ganz anders als "Hardtail"

Aber die Menschen wollen ja verar... werden.

Das Einzige, was wirklich Riesenfortschritte am Fahrr... sorry - Bike gemacht hat sind die Beleuchtung und die Bremsen.
Und die Unicrown-Gabel scheint mir sicherer ...

Na ja - viel Erfolg mit den "Vintage-Bikes" in der "Location" - senk ju for selling siss fixies ...


Biber hat den Kommentar am 01.07.2013 um 12:28 bearbeitet
Dienstag, 02.07.13 10:05
 

@biber:
man könnte meinen dass die entwicklung der fahrräder in den letzten 20jahren keine fortschritte gemacht hat und alle die aluräder fahren idioten sind.

warum hat sich wohl alu durchgesetzt?





Viel erfolg mit dem radladen!

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