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Eher ein Wohnzimmerkonzert: Die Open Stage in der Vaubar

Musik machen, auf einer kleinen Bühne, vor Publikum: darum geht es bei einer Open Stage. In Freiburg gibt es davon gleich mehrere - eine davon alle zwei Monate in der Vaubar im Studentendorf Vauban. fudder-Autorin Stefanie Sturm hat dort am Freitag vorbeigeschaut und erzählt uns, was an jener Open Stage so besonders ist:

Open Stage Vaubar

Die Menge tobt. Ein Spektakel aus Scheinwerferlicht und Applaus – gleich kommt die Musik. Nein, so ist das nicht in der Vaubar. Die Open Stage in der Vaubar ist eher ein Wohnzimmerkonzert als ein Massenevent. Und genau darin liegt ihr Charme.

Als ich gegen 22 Uhr in der Vauban ankomme, ist die kleine Bar in der Merzhauserstraße schon gut gefüllt. Auf Hockern und Sofas kuscheln sich die Studenten aneinander. In der Mitte des Raumes gibt es eine kleine Lichtung zwischen den Menschenschöpfen, und da stehen die Musiker. Ein junger Herr steht auf der Bühne, ganz allein mit seiner Gitarre, aber es klingt ein bisschen wie Ray Charles samt Background-Sängerinnen, wenn er spielt. Das Publikum hört aufmerksam zu und berät sich in gedämpftem Tonfall über die Qualität der Performance oder darüber, wer das nächste Bier holen gehen muss.

Organisiert und geleitet wird die Open Stage der Vaubar momentan von Jan&Jan, also Jan Krüger und Jan Martyniak, am Freitag gut zu unterscheiden durch den strahlend weißen Bademantel, die Sonnenbrille trotz Dämmerlicht und den Sonnenhut, in denen Jan Martyniak an diesem Abend im Big-Lebowski-Style die Künstler ansagt.

Open Stage Vaubar

Die Open Stage wird im Rahmen eines Tutorats des Studentendorfs Vauban organisiert. Die Gäste setzen sich vor allem aus Bewohnern der Vauban und deren Freunden zusammen, aber die Veranstaltungen steht allen Menschen offen.

„Heute Nacht haben wir endlich mal wieder einen Dichter am Start!“ Während die meisten Künstler Musik spielen, selbstgeschriebene oder auch Cover-Versionen, treten hin und wieder, wenn auch deutlich in der Unterzahl, echte Poeten auf. Ein Gast aus den USA zum Beispiel, der früher Mal in der Vauban gewohnt hat und im Moment wieder hier zum Besuch eingeflogen ist, trägt einen selbstgeschriebenen Text auf charmantem Amerikaner-Deutsch vor, und zwei junge Witzbolde verwirren das Publikum mit Gedichten in der deutschen Mundart ihrer Herkunftsstädte – der Durchschnittsfreiburger versteht keinen Ton, lustig ist es aber trotzdem.

Wer in die Vaubar kommt, bringt gute Laune mit. Sie hebt sich von anderen Ausgehpilgerstätten Freiburgs und insbesondere den anderen Open Stage Veranstaltungen durch ihre persönliche, familiäre Atmosphäre und das Hautnah-Gefühl ab. In der Vaubar gibt es eigentlich keine Unterscheidung zwischen Performern und Publikum – man gewinnt den Eindruck, dass jeder irgendwann vom Sofa aufsteht und selber zum Mikrofon greift.

Open Stage Vaubar

Die zweite Hälfte des Abends widmet sich einer ordentlichen Jam Session. Während am Anfang immer wieder andere Leute auf die Bühne gehen und ihre vorbereiteten Werke vortragen, soll jetzt jeder, der Lust hat, mitspielen. Neue Formatierungen schließen sich zusammen und bisher noch von keinem Menschenohr gehörte Melodien klingen durch den Raum.

Um eins ist dann Schluss – wir sind hier ja in der Vauban, man muss auch Rücksicht auf die armen lernenden Studentennachbarn nehmen. Die glücklichen Gäste, die mit der Vauban in keiner direkten Verbindung stehen, machen sich auf in die Innenstadt, während die treuen Wohnheimsbewohner das Wohnzimmer aufräumen müssen.

Ich mache mich auch zum Aufbruch bereit. Um mich herum sehe ich viele zufriedene, angeheiterte, begeisterte, aber auch müde Gesichter – wir wissen ja, Klausurenphase. Ich frage James, der aus England angereist ist, um an diesem besonderen Abend die Open Stage erleben zu können, wie es ihm gefallen hat: „That was epic. I knew German people were good with music.“

Open Stage Vaubar



Die Open Stage in der Vauban findet etwa sechs bis sieben Mal im Jahr statt – die nächste wohl Anfang März. Open Stages finden außerdem im White Rabbit, Bolero, Eimer und in der MensaBar statt.



Fotogalerie: Jan Martyniak

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 4
Dienstag, 05.02.13 01:47
 

die vauban ?

Mittwoch, 06.02.13 10:02
 

@Freiburgistsuper: Darüber streiten sich selbst Menschen, die dort wohnen, seit Generationen.

Mittwoch, 06.02.13 14:19
 

Verdammt, seit wann ist denn in der Vaubar um 1 Schluss??? Früher war alles besser ;)

Donnerstag, 07.02.13 15:05
 

Ich wohne selber da :) ... auf Wikipedia heißt es richtigerweise das QUARTIER Vauban ... daher denke ich auch das Vauban

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