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Verborgene Läden: Recycelte Fahrräder bei Bud's Bikes

Die Freiburger kostengünstig mobil zu machen – das hat Tobias Buderer sich zur Aufgabe gemacht. Seit acht Jahren betreibt der Freiburger 'Bud's Bikes' auf dem Gelände des alten Güterbahnhof. Sein Kapital sind ausrangierte Fahrräder, deren Einzelteile er zu verkehrssicheren Gebrauchträdern neu kombiniert.



Ladenbesitzer

Man muss schon ein bisschen suchen, bis man die blaue Tür zur Werkstatt auf dem Areal des Alten Güterbahnhofs findet. Und man muss ebenfalls ein bisschen suchen, bis man in dem halbdunklen Raum und einem Meer von Fahrrädern einen blonden Haarschopf entdeckt. Dann aber steht man vor dem strahlenden Lächeln Tobias Buderers, dem Gründer und Eigentümer von „Bud's Bikes“.


Der Laden

Angefangen hat es ganz klein. Mit geschenkten Fahrrädern aus dem Bekanntenkreis, einer Ich-AG, dem Glauben an eine Idee und der Hoffnung, es als Selbstsändiger tatsächlich schaffen zu können. Die Idee, alte Fahrräder mit den Teilen anderer gestrandeter Fahrräder neu aufzurüsten, war die Basis, auf der das Unternehmen wuchs. Inzwischen ist das Lager so voll an Fahrrädern und Ersatzteilen, dass sich auch für das exotischste Rad eine neue alte Bremse, ein Rücklicht oder Dynamo finden lässt.




Denn auch das gehört zum Konzept: Fehlende Teile werden nicht bestellt, sondern auschließlich bereits gebrauchte Ersatzteile verwendet. „Recycling“ wird so in zwei Schritte aufgespalten: erst einmal wird wiedervwerwendet, was noch sicher und funktionsfähig ist. Nur das, was gefährlich für Rad und Fahrer werden kann, wandert zurück auf den Recyclinghof – und wird dort im herkömmlichen Sinn des Wortes recycelt.

Vier Recyclinghöfe aus der Region schlossen Verträge mit Buderer ab, regelmäßig Fahrräder, die zur Verschrottung abgegeben wurden, in die Werkstatt im alten Güterbahnhof zu liefern. Im März will das Unternehmen einen weiteren Schritt gehen, und ein zertifizierter Fachentsorgungsbetrieb für Fahrräder werden. „Damit sind uns viele Türen geöffnet, um weitermachen zu können – bürokratische wie finanzielle“, sagt Tobias Buderer. Im September begrüßt er zudem seinen ersten Auszubildenden zum „Fahrradmechaniker mit Schwerpunkt Recycling“.




Schönste Stücke

Es ist eine Kombination aus deutschen und französischen Fahrradteilen, die zur Zeit des Wirtschaftswunders in den 50er Jahren vom Band gingen und irgendwo von irgendwem zu einem Fahrrad vereint wurden, die Tobias und seine Frau Ivonne besonders stolz macht.

Fast genau so wie ein Tandem (Bild oben), zusammengescharubt aus einem Rahmen aus Westdeutschland und Einzelteilen aus der DDR. Insgesamt verbergen sich im Keller der Werkstatt rund 30 Oldtimer, die die Burderers von einem Fahrradmuseum träumen lassen.  


Interieur

Speiche an Speiche, Klingel an Klingel
: Die Fahrräder, die auf dem Boden keinen Platz mehr gefunden haben, hängen an den Wänden. Am Ende des Fahrradmeeres und beim einzigen Fenster der Werkstatt steht ein rustikaler Holztresen mit vielen kleinen Fächern für Schrauben und andere Kleinteile.




Einkaufstipp

In der Werkstatt verstecken sich allerlei Kleinteile aus verschiedenen Jahrzehnten. Wer eine Oldtimer-Lampe sucht, wird hier sicher fündig. Und: wer sein Fahrrad bei Bud's Bikes reparieren lässt, oder einen neuen gebrauchten Drahtesel ersteht, bekommt von Tobias ein halbes Jahr Garantie.

Adresse

Bud's Bikes
Lagerhausstraße 19
Liebigstraße 7
Freiburg
0761.76697440
familiebuderer@aol.de

 
Öffnungszeiten

Montag bis Samstag nach Vereinbarung








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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 8
Dienstag, 29.01.13 14:58
 

verkauft der gute mann auch fahrräder?!

Dienstag, 29.01.13 17:09
 

Danke für den Tipp - da werd ich mal reinschauen und nach Teilen für meine ganz frühen MTBs fragen. Vielleicht hat er noch Daumenschalthebel von Deore XT in der Urversion....

Dienstag, 29.01.13 17:44
 

@Madeliefje

Keine neuen - nur recycelte Räder.

Dienstag, 29.01.13 18:24
 

Da wird mir doch klar, warum man bei unserem Receyclinghof neuerdings nichts mehr mitnehmen darf !

Es sei ihm gegönnt - alleine dafür dass er es offensichtlich geschafft hat die Bürokratie zu überwinden !
(Aber eine Behörde lauert meist noch irgendwo, von der man meist nicht mal wusste dass es sie gibt und die dann auftaucht wenn man glaubt alles überwunden zu haben - siehe die Stuttgarter "Schuhputz-Rikscha")

Früher habe ich den anscheinend natürlichen Freiburger Kreislauf des "Gebens und Nehmens" von Fahrrädern dort wieder ausgeglichen.Unsere Radbestand wurde meist am Bahnhof reduziert, ich habe dann den Bedarf mit Nachschub aus dem Receyclinghof wieder ergänzt - immer in der Hoffnung dass auch meine ursprünglichen irgendwann mal wieder dort landen.
Wobei ich Bremsgummis und Bowdenzüge IMMER neu gekauft habe und auch beim Weiterverwenden von Alu-Lenkern sehr kritisch war...


Biber hat den Kommentar am 29.01.2013 um 18:27 bearbeitet
Dienstag, 29.01.13 20:10
 

"Bud's Bikes
Lagerhausstr. 19
79117 Freiburg"

Die Lagerhausstrasse hat natürlich die Postleitzahl 79106.

79117 wäre Littenweiler/Kappel.

Mittwoch, 13.02.13 12:27
 

Finde die Idee super. Seit 8 Jahren und noch nie davon gehört....! Gestern wollte ich den Laden mal heimsuchen, aber die Lagerhausstrasse 19 beherbergt (offenbar) keinen solchen Laden.

In der Lagerhausstr. 23 gibt's die Rollerboutique (mir aus gutem Grund bekannt), zwei Häuser weiter "Bud's Bike" ... Fehlanzeige. Oder muss man sich da irgendwie, irgendwo vorbei schlängeln?

Dienstag, 08.04.14 10:01
 

ACHTUNG:

Bud's Bike ist (schon vor einiger Zeit) umgezogen in die

Liebigstraße 7

Donnerstag, 02.10.14 13:38
 

Super Laden! Die haben mein (nach 15 Jahren schon fast schrottreifes, aber ursprünglich sehr hochwertiges) Mountainbike komplett runderneuert. Die Rock-Shox-Federgabel, die Laufräder und der Gepäckträger sind gebraucht aber tiptop in Ordnung. Der Sattel + Sattelstütze, Lenkererhöhung, Ritzelkassette hinten + ein Kettenblatt vorne sowie Kette, Bremsbeläge, Züge etc. sind neu. Das alles komplett für 200€ und das Rad fährt sich wie am ersten Tag. In einem normalen Fahrradladen hätte der ganze Umbau fast dreimal soviel gekostet!

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