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Rapport aus Mainz: Mainz 05 gegen SC Freiburg

Die Vorfreude war groß: Endlich wieder Fußball, endlich wieder der SC und endlich wieder Tore. Na ja, Tore gab es zwar keine, beim Rückrundenstart der Freiburger Bundesligakicker gegen die Karnevalsvereiner aus der rheinland-pfälzischen Hauptstadt, aber immerhin ging's mit einem wohlverdienten Punkt wieder zurück nach Freiburg, wo dann anscheinend auch noch ordentlich gefeiert wurde ...



Vor dem Anpfiff ...

... ist es bitterkalt in und um Mainz. Überall liegt dieser Schnee. Es ist nicht nur Januar, es fühlt sich auch so an - von wegen Erderwärmung und so. Der Fußweg zum Stadion über ein gefrorenes Maisfeld in löchrigen Turnschuhen ist kein Vergnügen. In Freiburg hätte der Rapporter bei solchen klimatischen Bedingungen zumindest die feuchtwarme Luft in der Stadion-Straßenbahn sicher gehabt. Er hätte an den Ausdünstungen seiner Freiburger Fußballfans teilhaben können, ja sogar von ihnen gewärmt werden können.

Aber in Mainz gibt es so eine Bahn zum Stadion nicht mehr: In Mainz wurde 2011 neu gebaut. Ein modernes Stadion. Mit vielen Sitzmöglichkeiten, mit VIP-Logen, Auto-Parkplätzen, Fahrrad-Parkplätzen und mit Restaurant. Das Stadion heißt auch nicht mehr Stadion, es heißt Arena, Coface-Arena. Und es liegt irgendwo zwischen dem "ZDF-Leichenberg" und der Mainzer Innenstadt, also inmitten von rheinland-pfälzischer Agrikultur.



Da fragt sich der Rapporter ganz melancholisch: Wird es so bald auch in Freiburg sein, wenn irgendwann ein neuer Fußballtempel in die Prärie gesetzt wird? Muss ich dann auch irgendwo auf's Feld hinaus laufen?

Abgesehen vom Fußball ist in Mainz Faschingszeit, und viele Menschen laufen scheinbar verkleidet über die gefrorenen Felder ins Stadion. Sie schreien dabei ziemlich laut "Helau" und trinken alkoholische Getränke. Dabei haben sich sehr viele Besucher scheinbar als Fußballsprofis des Mainz 05 verkleidet.  

Fasching auch im Stadion

Durch die Stadionboxen dröhnt vor dem Anpfiff ein deutsches, volkstümlich anklingendes Lied. Eine Frau singt darin am Rosenmontag in Mainz geboren worden zu sein und beschreibt unter anderem ihre Urgeburt, die Überflüssigkeit von Geld und fordert die Menge dazu auf, ebenfalls dem Hedonismus zu frönen. Alles ganz nach dem Motto: Mainz wie es singt und lacht.

Während in anderen Stadien die Mannschaftsaufstellung der Gäste meist nur schnöde runtergelesen wird, werden in Mainz die mitgereisten Fans dazu animiert, jeden Nachnahmen des eigenen Teams laut auszurufen. Alles ist sehr harmonisch, aber auch harmlos - Rivalität geht anders.

 
Das Stadion ...

... sieht von außen eher aus wie eine große Messehalle, in der ein SPD-Parteitag stattfindet. Die Freiburger Fans dürfen die Arena nur durch einen gesonderten Eingang etwa 100 Meter vom Stadion entfernt betreten und gelangen durch einen Tunnel direkt auf die Tribüne. Kontakte mit den Mainzer Anhängern sind damit quasi ausgeschlossen.

Erst wenige Minuten vor Anpfiff füllen sich die Tribünen langsam. Sogar aus den VIP-Logen finden zum Spielbeginn einige Besucher den Weg nach draußen und verlassen den warmen Cateringbereiche. Unter ihnen auch die neue rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit ihrem Mann. Und im Gegensatz zu Kurt Beck (Anhänger des 1. FCK) erntet sie bei ihrer Vorstellung Applaus statt Pfiffe.

Insgesamt sind über 27.000 Menschen vor die Tore der Stadt gepilgert, um das Spiel des Tabellenfünften (Freiburg) gegen den Tabellensechsten (Mainz) zu verfolgen. Der Rasen macht trotz Minus-Temperaturen einen sehr bespielbaren Eindruck.  

Der Stadionsprecher ...

... hört einfach nicht auf zu reden. Sogar als die Spieler vom Schiri aufs Feld geführt werden, steht er auf dem Platz und kommentiert das Geschehen. Es scheint als gehe er davon aus, dass die Zuschauer blind oder zu betrunken sind um mitzubekommen das es losgeht. Abgerundet wird das Warm-up vor dem Spiel durch einen Werbezeppelin, der gefährlich tief Runde um Runde über die Köpfe der Kicker kreist - ein verzweifelter Kampf der Printmedien um Aufmerksamkeit.

 
Das Spiel ...

... ist sehr von Taktik geprägt. Beide Mannschaften machen früh Druck und versuchen, den Spielaufbau des Gegners im Keim zu ersticken. Leider gelingt das beiden Mannschaften in Halbzeit Eins auch: Aus dem erhofften Leckerbissen wird ein ziemlich langweiliges Gekicke ohne sehenswerte Torchancen oder Highlights anderer Art. Im Freiburgblock versuchen sich die Fans mit Hüpfübungen und dem Hinsetz-Aufsteh-Spiel bei Laune zu halten. Um den Minus-Graden zu trotzen, wird munter mit Glühwein von innen geheizt.

Die 2. Halbzeit ...

... hat dann deutlich mehr zu bieten. Während Mainz unverändert ohne Risiko an die Sache geht, muss Christian Streich in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben. Denn in der Folge riskiert und investiert der SC deutlich mehr. Vor allem die Außenspieler Schmid und Caligiuri kommen besser ins Spiel. Torchancen bleiben jedoch weiterhin Mangelware.

Erst der frisch eingewechselte, wieder genesenen Immanuel Höhn hat sie dann, die einzige richtig gute Chance auf die Führung. Doch die Kugel landet nach seinem Kopfball knapp neben dem Tor der Mainzer. Am Ende heißt es dann 0:0, unentschieden.

 
Der König des Platzes ...

... ist heute, trotz weniger Möglichkeiten auf Auszeichnung, Freiburgs Keeper Oliver Baumann. Alles was auf sein Gehäuse kam, parierte er anstandslos, und auch viele seiner weiten Bälle auf die Flanken sorgten ob ihrer Präzision für Gefahr beim Gegner. Am Ende steht für ihn und seine Abwehrkollegen die Null. Damit bleibt die Breisgauer Abwehr die zweitbeste Verteidigung der Bundesliga.  

Wieder zu hause ...

... scheinen einige SC-Spieler den Punkt aus Mainz im Freiburger Szene-Lokal Coucou Karma ordentlich gefeiert zu haben. Zumindest hinterlassen Bilder, die der Rapporter am nächsten morgen auf Facebook findet, diesen Eindruck.

Rapporter-Meinung: Richtig so. Auch Sportprofis dürfen mal ordentlich feiern und ein Bierchen trinken - immerhin trainieren sie ja auch hart und opfern einen Großteil ihrer Jugend für den Sport. Nur übertreiben sollten sie es nicht: Sonst gibt's einen Satz heiße Ohren vom Herrn Streich.  

Fazit

Der Ausflug nach Mainz bringt für den SCF einen soliden Punkt. Somit steht Freiburg auch weiterhin im oberen Viertel der Tabelle und muss gegen den direkten Gegner zumindest keine Punkte abgeben. Man kann also zufrieden sein mit der Leistung, auch wenn mit ein bisschen Glück ein Auswärtssieg drin gewesen wäre. Gegen die Pillendreher aus Leverkusen muss am nächsten Samstag jedoch noch mal ein wenig mehr kommen, damit am Ende wieder dann die Null steht.

Am 26. Februar geht's dann wieder zurück nach Mainz für das Viertelfinale des DFB-Pokals. Dann wird auch bei einem 0:0 solange weitergespielt, bis ein Sieger feststeht - Spannung also vorprogrammiert!










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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 1
Montag, 21.01.13 17:56
 

Möchte darauf hinweisen:
Mainz liegt in Rheinhessen, hat mit der Region Pfalz relativ wenig zu tun (anderer Dialekt, andere Küche etc.)

rheinland-pfälzisch mit H kommt vom Fluss Rhein ;-)
Ansonsten netter Text

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re: Coole Namen von Bars und Clubs
Ist zwar ein Theater, abe...

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re: Coole Namen von Bars und Clubs
cooler Barname aus Zürich...

» fudder-redaktion

Water Challenge der "Eckepfätzer" Freiburg
was kann jetzt noch komme...

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Wie schnell würdest du in einem Horrorfilm sterben
Na? http://www.chacha....

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Klimamarsch in FR am Sa, 20.09.2014 14:00
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