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EchoFM geht am Freitag drei Stunden lang komplett live auf Sendung

Beim Freiburger Uniradio EchoFMgibt es am kommenden Freitag etwas ganz besonderes: Die Magazinsendung 'Echozentrisch' wird komplett live produziert. Warum das etwas besonderes ist:

Wer das Radio einschaltet, egal welchen Sender, der bekommt vor allem viel Technik präsentiert. Beim Zuhören fällt das eigentlich niemandem auf. Die Übergänge sind fließend. Der Moderator spricht – zugegeben – meist live, die Musik danach kommt aber schon aus dem Rechner. Der Jingle des Senders zwischen zwei Liedern ist ähnlicher Herkunft. Dann wieder der Moderator, der ein Interview anmoderiert und mit seinem Gesprächspartner in Hamburg oder sonstwo telefoniert. Was der Hörer nicht weiß: Nicht selten sind das einfach Dummies.

Die Fragen des Moderators sind vorgeschrieben und die Antworten längst aufgezeichnet, von irgendeiner Nachrichtenagentur oder ähnlichem. Selbst Anrufe von Zuhörern sind oft schon vorher aufgenommen und werden am Tag immer und immer wieder abgespielt. Im Prinzip eine einzige Playlist mit Live-Einwürfen des Moderators.

Das ist zwar eigentlich überall so – und klingt auch meistens nicht nach Radio aus der Konserve. Trotzdem will das Freiburger Uniradio EchoFM jetzt mal aus diesem Radio-Alltagstrott ausbrechen und sich für mehr Authentizität einsetzen. Wie das geht? Ein Mindestmaß an Technik ist natürlich schon noch von Nöten, aber: „Wir schalten die Mikrofone ein und am Ende der Sendung wieder aus, mehr passiert technisch nicht“, sagt Sendeleiter Manuel Devant.

Drei Stunden soll am Freitagnachmittag im Magazin 'Echozentrisch' einfach alles live sein. Eine Band muss die Musik quasi auf Kommando spielen. Das Besondere sei aber, dass man nichts besonderes mache, sondern eine ganz normale Sendung. Nur vollständig live. Und das mit Anspruch auf Erfolg. So ist die Aktion für ein authentischeres Radio als crossmediales Projekt für den Landesmedienpreis Baden-Württemberg vorgeschlagen.

Moderiert wird die Komplett-Live-Sendung von Robert Wolf. An der Uni studiert er Neuere und Neueste Geschichte und archäologische Wissenschaften im siebten Semester. Bei EchoFM ist er seit einem Jahr. Neben der Moderation werden beispielsweise auch die Nachrichten, die bei EchoFM sonst vom Deutschlandfunk übernommen werden, am Freitag von Studenten produziert und live gesprochen. Die Veranstaltungstipps und das Wetter sind beim Uniradio ohnehin immer live.

Drei Stunden Authentizität an den Hörgeräten scheint rekordverdächtig. Beim SWR hat man vielleicht schon von einer Stunde am Stück gehört, dann war wieder Schluss. Beim Uniradio ist das Live-Experiment eigentlich schon gar kein Experiment mehr. Im Sommer gab es bereits die erste Komplett-Live-Sendung.

Die Band Rock'n'Roll Big Block ist allerdings zum ersten Mal dabei. Ihren Stil beschreiben die Musiker selbst als „heißen Rockabilly Sound, schnurrig, softig und dennoch unberechenbar. Eben vergleichbar wie ein V8 Motorblock" Stilistisch orientieren sie sich an den 50er und 60er Jahren. Dabei spielen sie aber nicht nur die Rock'n'Roll-Klassiker, sondern auch selbst geschriebene Lieder. Auch die Jingles des Senders kommen am Freitag direkt aus den Band-Instrumenten. „Die Band ist heiß zu spielen“, sagt Moderator Robert Wolf erfreut. In die beiden Studios von echoFM passt sie allerdings nicht rein - und kommt daher in den Saal nebenan.

Es war für EchoFM nicht leicht, eine Band für das Live-Experiment aufzutreiben. Robert wundert das: "Sonst sind doch alle Bands immer heiß auf einen Auftritt. Im Radio traut sich das wohl aber fast keiner zu." Schließlich würde man auch einmal 24 Stunden am Stück live senden, wenn sich nur genügend Bands finden würden.

Über die Themen der Sendung will man beim Uniradio noch nicht zu viel verraten. Nur eines:
In Zeiten, in denen große Zeitungen wie die Financial Times Deutschland und die Frankfurter Rundschau eingestampft werden will es einer so ganz anders machen, wie alle anderen. Die Betreiber des Internetmagazins Tonic wollen jetzt eine Druckversion auf den Markt bringen. Ob und wie das funktioniert, erzählt einer der Studiogäste am Freitag bei Echozentrisch. Die Sendung ist das Flaggschiff des Uniradios und läuft werktags von 16 bis 19 Uhr. Gestaltet wird das Magazin von Studenten.

Empfangen kann man das Uniradio über den Livestream auf der Website Echo FM-Website. Wie sehr es im Studio um die Authentizität bestellt ist, kann man per Webcam mit Livevideo aus dem Studio überprüfen. Das Radio ist dabei als Ton hinterlegt. Wer die Sendung zu Hause im alten Stil – auch ein bisschen authentischer – hören will, empfängt echoFM von Herbolzheim bis Heitersheim auf der Frequenz 88,4 über UKW im Radio - und dazwischen natürlich in ganz Freiburg. Das Signal dafür kommt übrigens vom eigenen Sender an der Haltestelle Robert-Koch-Straße in der Fehrenbachallee.

Wer Freitagnachmittag keine Zeit zum Radiohören  hat, kann sich die Aufnahme der Sendung immer noch im 30-Tage-Live-Archiv des Senders anhören. Nur ganz live ist es dann natürlich nicht mehr.


  Was: Echozentrisch - Drei Stunden Echo FM live
Wann: Freitag, 14. Dezember 2012, 16 bis 19 Uhr
Wo: 88,4 - und im Livestream auf der Website Echo FM-Website  




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