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Prüfungsanmeldephase der GeKo: Alle Semester wieder Stress

Seit Mittwoch läuft die Prüfungsanmeldephase für die meisten Bachelor- und Master of Arts-Studierenden der Uni Freiburg. Bis Sonntag haben sie Zeit, sich online für ihre Prüfungen anzumelden - danach ist jede Änderung unmöglich. Warum das die Studierenden tierisch nervt - und es trotzdem gemacht wird:



Seit Mittwoch ist es wieder so weit. In jedem Semester haben die B.A.- und M.A.-Studierenden an der Philologischen, der Philosophischen und der Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät in der vierten Semesterwoche fünf Tage lang Zeit, um ihre Prüfungen anzumelden. Wer das nicht macht – oder erst danach merkt, dass er vielleicht doch lieber in einem anderen Seminar seine Prüfungsleistung abgelegt hätte – hat Pech gehabt. Umentscheiden ist nicht möglich, genauso wenig, sich wieder abzumelden sollte man doch keine Lust mehr auf eine Veranstaltung haben.

Warum es aber manchmal schwierig werden kann, sich schon in der vierten Semesterwoche entscheiden zu müssen, schildern Geschichtsstudenten, die in diesem Semester die Überblicksvorlesung über das 20. Jahrhundert besuchen. „Die hat bis jetzt erst zweimal stattgefunden. Und das ist nicht die Schuld des Dozierenden, einmal war halt Feiertag und das andere mal musste er auf eine Konferenz oder so.“ Oft sei bis zur vierten Woche noch gar nicht klar, wie die Klausur aussehen werde. Essay oder doch Multiple Choice? „Manchen liegt vielleicht eine Essayklausur mehr, die würden sich dann dafür entscheiden.“

„Es ist total ärgerlich, dass man in dem Zeitraum schon festlegen muss, was man als Prüfungsleistung nimmt und das danach nicht mehr ändern kann“, sagt die Soziologiestudentin Rebekka Blum aus dem U-AStA Vorstand. „Manchmal ist man sich in der vierten Woche einfach noch nicht sicher, was man als Prüfungsleistung haben will und was nicht.“ Beispielsweise bei den Forstwissenschaftlern sei das schon besser. Das kann Anna Tennberg nur bestätigen. Sie ist ebenfalls im U-AStA Vorstand und studiert Umweltnaturwissenschaften und Hydrologie. Bis zum 1. Februar kann sie sich noch zu ihren Prüfungen anmelden. „Zwar werden manche Klausuren dafür  erst in den Semesterferien geschrieben, aber das muss nicht immer so sein. Das ist schon ein großer Unterschied zu den Bedingungen bei der GeKo.“

Denn zuständig für die zukünftigen B.A.s und M.A.s an Philologischer, Philosophischer und Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlicher Fakultät ist die Gemeinsame Kommission (GeKo). Für diese drei Fakultäten ist die GeKo im Prinzip das Prüfungsamt. Also jede Menge Geisteswissenschaftler, die versorgt werden wollen. Und wie bewerkstelligt man das heutzutage am einfachsten? Natürlich online. Vorteil für die Studierenden: Überall auf der Welt erreichbar, solange man nur einen Internetanschluss hat. Wie es mit der Technik aber so ist, kann es auch mit der Online-Anmeldung mal Probleme geben. Daher gibt es eine Ausnahmeregel für alle mit einer guten Ausrede. Bis Montag morgen um 12 Uhr muss eine schriftliche Anmeldung im Briefkasten der GeKo liegen. Das Formular dazu kann man sich auf der GeKo-Website herrunterladen.

Dass die praktische Online-Anmeldung auch ihre Tücken haben kann, zeigte sich im Wintersemester 2011/12, als die Politik-Erstsemester sich geschlossen zu einer Prüfung nicht anmelden konnten. Cornelius Kibelka, heute im dritten Semester, war einer von Ihnen. „Eine von zwei Prüfungen, die angemeldet werden mussten, wurde komplett falsch zugeordnet, deswegen konnten wir die Prüfung im Anmeldebereich gar nicht auswählen“, erzählt er. So mussten 120 Studenten die Anmeldung schriftlich einreichen. Für Cornelius war die Sache damit aber noch nicht abgeschlossen. „Eine Woche vor der Prüfung selbst ist mir dann aufgefallen, dass ich gar nicht angemeldet war, obwohl ich mich rechtzeitig schriftlich angemeldet hatte. Dann musste ich noch mal zum Prüfungsamt.“ Schließlich hat man sein ausgefülltes Formular noch gefunden und er wurde zur Prüfung angemeldet.

„Dass es bei der Online-Prüfungsanmeldung zu Problemen kommt, das kann passieren“, wirbt Professor Heiner Schanz um Verständnis. Als Prorektor ist er an der Uni Freiburg verantwortlich für Studium und Lehre. Im letzten Wintersemester habe man 37.000 Prüfungsanmeldungen gehabt, pro Semester gebe es 5.500 Veranstaltungen. „Dazu kommt, dass einige nur reine Studienleistungen sind, und dass wir quasi keine Beschränkungen in Fächerkombinationen kennen.“ Bei der Zuordnung der Lehrveranstaltungen zu Prüfungsleistungen könne es also einfach zu Fehlern kommen, „auch wenn die angesichts der Zahlen äußerst gering sind.“ Die Anmeldefrist der GeKo sei allerdings noch kein Problem gewesen. „Hier ist bisher davon noch nichts angekommen.“

Konkret sieht das System so aus, dass die Fachprüfungsausschüsse die konkreten Anmeldeformalitäten vorgeben. „Das Rechenzentrum ist dabei sozusagen der Betrieb, der das Prüfungsanmeldungssystem zur Verfügung stellt“, erklärt Prorektor Schanz das System der Online-Anmeldung. Technisch werde das Ganze vom Campus Management-System-Team betreut. „Dort werden im Prinzip die Beschlüsse der Fachprüfungsausschüsse in das EDV-System umgesetzt.“

Zuständig für das Campus Management-System ist Thomas Mann vom Rechenzentrum. Im Rahmen des wirtschaftlichen Mitteleinsatzes könne es keinen Notfalldienst geben, der die ganze Zeit über im Einsatz ist, erklärt Mann. „Natürlich hat das RZ aufgrund der großen Zahl der Anmeldungen trotzdem immer ein besonderes Auge auf das Campus Management System vor und während des Prüfungsanmeldungszeitraums der Geko.“ Als konkrete Maßnahmen gegen einen Systemabsturz nennt Mann unter anderem, dass vor oder während des Prüfungsanmeldezeitraums keine größeren Systemarbeiten im Campus Management-System durchgeführt würden. Außerdem werde auch außerhalb der regulären Arbeitszeit verstärkt auf eventuelle Fehlermeldungen von Nutzern geachtet.





Ein Geschichtsstudent im sechsten Semester, der gerade seine Bachelorarbeit schreibt, hatte wohl auch deshalb noch keine technischen Probleme mit dem Online-Anmeldungssystem. Trotzdem ist er mit dem Verfahren bei der GeKo sehr unzufrieden. „Ich weiß von anderen Studenten, dass sie, nachdem sie ihre Noten schon bekommen haben, noch entscheiden können, ob die Note zählen soll. Und wir müssen wenige Wochen nach Seminarbeginn schon entscheiden, was wie zählen soll. Für mich ist einfach  nicht ersichtlich, warum das so läuft“, ärgert er sich. Auch als Tutor sehe er immer wieder, wie gerade Erstsemester Schwierigkeiten hätten. „Ich kenne jemanden, der sich mit einem Klick so seine ganze Seminarwahl eingeschränkt hat.“ Das sei derjenige zwar selber Schuld, weil er vorher die Prüfungsordnung nicht genau genug gelesen habe. „Trotzdem sieht man daran, dass das alles viel zu kompliziert ist.“

Der Wunsch nach späteren Anmeldefristen stehe aber der zunehmend gewünschten Variation der Prüfungsformen entgegen, so Anette Ehinger, Geschäftsführerin der GeKo. „Zum Teil laufen Prüfungsformen, wie Essay-Reading oder Teilklausuren über das ganze Semester, weshalb eine Anmeldung zu Beginn des Semesters erforderlich ist.“ Anders sei das bei Klausuren oder Prüfungsformen, die zeitlich konzentriert stattfinden. „Hier ist es denkbar, auch spätere Anmeldezeitpunkte vorzusehen.“ Die eigenen Verfahren würden regelmäßig überprüft, versichert Ehinger. „Bei der nächsten Evaluation steht die mögliche Differenzierung von Anmeldezeitpunkten nach Prüfungsform bereits auf der Tagesordnung“, kündigt sie an.

2009 wurden die Anmeldefristen übrigens nach Studierendenprotesten schon einmal verlegt – von der dritten in die vierte Semesterwoche. „Allerdings ist zu beachten, dass die GeKo einen enormen Koordinationsaufwand hat.“ Beispielsweise ist oft ein und dieselbe Lehrveranstaltungen sowohl für B.A.-/M.A.-Studierende, als auch für Lehrämtler zugänglich – und somit für unterschiedliche Studiengänge.











[Symbolbild: © albert schleich - Fotolia.com]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 6
Donnerstag, 15.11.12 15:56
 

Dem Artikel fehlen ein paar Elemente:

1) An anderen Unis gibt es so ein Verfahren nicht. Dort kann man seinen BA auch ohne so einen Murks studieren, das scheint rechtlich daher kein Problem zu sein.

2) Es ist völlig abstrus erst G8 und die kürzeren BA-Studiengänge einzuführen, damit die Leute ja schneller in den Beruf kommen und dann so ein System einzubauen, bei dem man dann ein ganzes Semester verliert, wenn man innerhalb von 5 Tagen vergisst, etwas anzumelden.

3) Das größte Problem ist, dass man aus angemeldeten Prüfungen nicht mehr rauskommt. Merkt man also in der Mitte des Semesters, dass man sich doch mit zu vielen Veranstaltungen übernommen hat, steht man scheiße da.

4) Die RZ-Server sind regelmäßig in diesen 5 Tagen überlastet. Ja, das sind viele Leute, die das anmelden müssen, aber so viel Rechenleistung braucht man dafür auch nicht. Und den Extra-Server kann man im Zweifelsfall die anderen 355 Tage im Jahr für andere Dinge nutzen.

5) Die Kommunikation des Prüfungsamtes etc. ist eine Katastrophe. So gibt es etwa bei Fehlern eine kryptische Meldung (Fehler 220 oder sowas), aber es gibt nirgends eine Erklärung für den Fehler ("Fehler 220 - ihnen fehlt für dieses Seminar das Latinum"). Das bedeutet dann: In die GeKo-Sprechstunde, dort mit einem riesigen Pulk anderer Leute auf dem Flur stehen, weil die Sprechstunde wie immer überfüllt ist und diese Woche erst recht, Panik schieben, wie das alles klappt und sich dann von den unfreundlichen Leuten dort anschnauzen lassen, weil man irgendein kleines Detail übersehen hat, das aber nirgends dokumentiert ist. Ist mir passiert als ich ein Hauptseminar anmelden wollte und dafür ein Latinum vorausgesetzt wurde. Das hatte ich schon in der Schule gemacht und war davon ausgegangen, dass sowas direkt bei der Bewerbung/Einschreibung irgendwie erfasst wird. Infos dazu fanden sich zu diesem Zeitpunkt keine, außer einer kryptischen Fehlermeldung während der Anmeldung.

Von daher: Die Uni hat mit dieser Anmeldung richtig, richtig scheiße gebaut.

Donnerstag, 15.11.12 19:37
 

Klingt für mich nach Schule, nicht nach Uni. Um das zu erkennen, muss man nicht einmal Elite sein.... achso, das ist sie ja auch nicht mehr ;-)

Donnerstag, 15.11.12 22:26
 

wenn was, ein drittel jedes jahrgangs studiert hat das doch nichts mit elite zu tun. bei nem postdoc kann man so langsam von akademischer elite sprechen

Donnerstag, 15.11.12 23:31
 

@why this world: achso, ja dann, dann ist ist ja alles Sonnenschein. und am Wochende Party.

Freitag, 16.11.12 08:55
 

ka wo der zusammenhang zwischen meinem kommentar und deinem jetzt liegen soll

Freitag, 16.11.12 12:47
 

*heul* ich muss mehrere Monate voraus planen und kann dann gar nicht mehr spontan statt Klausuren zu schreiben saufen gehen! Das ist ja katastrophal!
Ich muss mich in meinem Studium, vor Anfang des Semesters entscheiden, welche Kurse ich belege und damit stehen die Klausuren dann auch schon fest. Finde ich auch nicht problematisch, als Student ist das Studium eben mein Job und alles andere wird drum herum geplant.
Das einzige (deutlich) kritikwürdige ist IMHO, wenn bei Prüfungsbelegung noch nicht klar ist, wie die Prüfung dann aussieht. Das vorab klar zu stellen sollte für einen Prof locker drin sein, zumal sich die Geschichte des 20. Jhd ja auch nicht mehr wesentlich ändert...

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