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Nightlife-Guru: Digitalism auf dem Schiff, Basel

Partyfäuste, wild knutschende Pärchen und viel Körperkontakt - das und mehr beobachtete unser Nightlife-Guru bei Digitalism auf dem Schiff in Basel. Und warum die Club-Institution nächstes Jahr dicht gemacht wird, meint er auch verstanden zu haben:


Die Jungs an der Tür

Um 22 Uhr ist vor der Tür noch nicht viel los. „Wir stehen auf der Gästeliste“, beteuern die beiden Jungs vor uns. Der junge Mann, der die Tickets abreißt, erzählt, die Liste sei noch nicht da, aber es ginge sowieso erst eine Stunde später los, so warteten sie mit uns im Eingangsbereich. Dort wird geraucht, geplaudert und sehnsüchtig auf die Gästeliste gewartet. Nach einer halben Stunde beschweren sie sich darüber, dass es zieht und treffen den Typen, der sie so lange zappeln lässt – sie nennen ihre Namen und kommen rein.

Die Security-Männer – schwarz gekleidet, bärtig und kräftig gebaut – witzeln miteinander herum, bevor der Ernst des Abends losgeht.

Einrichtung & Deko

Ist man erst mal auf dem Schiff, so vergisst man schnell, dass man über beziehungsweise unter Wasser ist – wären da nicht die riesigen Glasfenster mit dem Blick auf den Rhein.

Befindet man sich oben im Restaurant, kann man nicht nur diesen Ausblick genießen, sondern auch atmosphärische Musik, die von zwei sympathischen Jungs aufgelegt wird. Die Wände werden von dunklen Blümchentapeten geziert, es hängen Perlenketten herunter und die Lounge-artige Möblierung sorgt für den After-Work-Charakter, der um die Bar herum herrscht. Es ist gediegen, aber nicht zu schickimicki.

Unten befinden sich die Toiletten - und natürlich der Club. Verraucht, laut und lediglich von den Lichtspielen und den Visuals auf der Leinwand beleuchtet bietet er alles, was eine ordentliche Tanzstätte braucht – nur an Publikum fehlt es anfangs noch. Selbst am Höhepunkt des Abends ist es – angesichts der Größe des Acts – nicht am Überlaufen.



Wer war da?

Hipster, Indiekids, Technofans und alles was sich dazwischen bewegt, von Mädchen in Turnschuhen und Jungs in Anzügen war jede und jeder am Start. Gemessen an Freiburger Verhältnisse bekommt man schnell das Gefühl, dass Menschen in Basel um Längen mehr Stil haben. Nicht so arrogant wirkende Hipster, lässige Leute in Abendgarderobe und „selbst die Bitches waren nicht so bitchy“ (Zitat des Abends).

Während des Hauptacts fielen im Clubs vorne die Partypeople und hinten die wild knutschenden Pärchen auf, also auch hier eine heterogene Masse.

Partyatmosphäre & Klangwaren-TÜV

Die Kombination aus der Lichtershow, den von den Opptikern auf die Leinwand projizierten Visuals und dem Rauch bietet die perfekte Optik für eine ausgelassene Partystimmung. Es wird getanzt: wild, exzessiv, mit viel Körperkontakt, auf Erhöhungen, vorne, hinten, an den Seiten, überall.

Selbst an der Bar wippt man mit, immer wieder strecken sich Arme in die Luft, auch die Partyfist hatte ihren Auftritt. Vor und nach Digitalism kümmern sich Florian Oberhauser, Multitask, Rotze & Voll sowie Bunny Over Money um die gute Musik, der Sound ist glasklar, der Bass kraftvoll und nicht zu laut, sodass alle Klänge deutlich sind.

Digitalism bringen nicht nur ihre eigenen Tunes wie Zdarlight mit, sondern mischen auch M83 oder Daft Punk in die Playlist. Das Publikum ist mehr als erfreut, grölt und jubelt.



An der Bar ...

... steht ein sympathisches Team, das Getränke für einen mehr als akzeptablen Preis verkauft.

Auf dem Klo um halb drei...

... ist die Schlange bei den Mädchen so lang, dass man es sich zweimal überlegt, ob man wirklich so dringend pinkeln muss.

Aufregerle

Angesichts der Tatsache, dass Digitalism deutsche Clubs zum Platzen bringen, ist im Schiff noch viel Luft. Zwischenzeitlich ist es zwar extrem voll und impulsiv, gegen Ende hat sich die Masse an Leuten um die Hälfte reduziert, am Anfang war es wie ausgestorben. Schade.

Aufheiterle

Auf dem Männerklo weist ein Schild darauf hin, dass der Raum videoüberwacht wird, wobei sich der Nightlife-Guru nicht sicher ist, ob dieser Fakt nicht eine Kategorie weiter oben aufgeführt werden sollte. 

Fazit

Fans der elektronischen Tanzmusik sollten sich das Digitalism DJ-Set nicht entgehen lassen, wenn sie ruhigen Gewissens sterben möchten. Eine Nacht wie diese löst noch am nächsten Morgen ein Grinsen und ein Ziehen im Rücken aus.

Jemand meinte, dass das Schiff verhältnismäßig voll war an jenem Abend, und so verwundert mich nicht, dass der Club nächstes Jahr geschlossen wird. Extrem schade um die Lokation ...







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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 5
Montag, 12.11.12 12:56
 

@nightlife-guru:
verglichen "an" der tatsache? bist du sicher? wenn ich groß bin, werde ich auch online-dschournalist ...
"mit" wäre passender.


purist hat den Kommentar am 12.11.2012 um 12:58 bearbeitet
Montag, 12.11.12 13:07
 

@purist: dann aber bitte bei smartass.de ;)

Montag, 12.11.12 13:33
 

@supermanuel: nanana, sooo böse hatte ich das doch gar nicht gemeint. mir fällt halt nur auf, dass es für meinen geschmack zu viele fehler gibt (was dem charakter des online-journalismus geschuldet ist? ich frage nur). bin auch beim virtuellen sehr für korrektheit und präzision.

Montag, 12.11.12 13:41
 

... aber offenbar gegen korrekte konventionelle Groß- und Kleinschreibung.

Montag, 12.11.12 13:44
 

@purist: von mir auch nicht so böse gemeint :)

und: ich stehe voll und ganz hinter deinem verlangen nach korrektheit und präzision. und ein bisschen hast du natürlich recht: online wird sehr schnell gearbeitet - und oft unter schlechteren bedingungen als im print.

aber erstaunlicherweise sind die printmedien dann aber doch nicht sooo viel korrekter und präziser als die online-medien.

und - um auf den nightlife-guru zu sprechen zu kommen -: ein fehler auf rund 4700 zeichen ist sooo schlimm nun auch wieder nicht. ham aber sofort eingegriffen und deine korrektur eingearbeitet (das geht online besser als auf papier). vielen dank!

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