Mitte Juli wurde eine Politikstudentin an der Uni im Internet als Rechtsextreme geoutet. Seitdem gab es Diskussionen darüber, wie mit der Studierenden umgegangen werden sollte. Fachschaften suchten den Kontakt mit der Uni-Verwaltung und forderten die Exmatrikulation, Hochschulgruppen positionieren sich gegen braune Strömungen an der Uni. Wie der Stand der Dinge ist, und was die Studierende selbst dazu sagt:




Mein Gott, lasst die doch studieren. Was soll denn noch kaputt gehen? Im Zweifelsfall schnappt sie an der Uni ein oder zwei Gedanken auf, die sie vielleicht doch nochmal hinterfragen lassen, wer weiss? Die einfach nur so rausschmeissen zu wollen find ich ziemlich dämlich, ohne da den Damen jetzt zu nahe treten zu wollen.
Da hat laz4056 sicher nicht ganz unrecht.
In einer Demokratie zu leben bedeutet auch "etwas aushalten" zu können.
"Student*innen an der Universität fühlen sich in ihrer körperlichen Unversehrtheit bedroht und trauen sich nicht mehr ihre Meinung frei zu äußern"
Geht wohl auch der Betroffenen so !
"Die Fachschaften befürchteten, dass der Lehrbetrieb der Uni durch rechtsextremen Ansichten gestört werden könne."
Und wie ist das mit den linksextremen Ansichten ?
@ wie ist das mit den linksextremen Ansichten:
Die NSU konnte in den vergangenen Jahren wüten, die staatlichen Organe haben weggeschaut, wenn nicht mitgemacht... Da ist der Staat bei linken Organisationen schon mehr hinterher (siehe die Heidelberger Geschichte)... Von daher finde ich es gut, dass da jemand privat aktiver ist...
Egal ob links- oder rechtsextrem. Sobald das Wörtchen extrem drin steckt wird es bedenklich. Aber mit einem Ausschluss vom Studium ist niemand geholfen, weder der Dame noch den anderen Studierenden. Vermutlich wird diese Diskussion hier wieder soweit gehen, dass mal wieder kurz über ein Verbot debattiert wird. Auch Quatsch! Erstens mal gibt es hier zu viele Untergrundbewegungen und wenn man etwas rechtsradikales verbietet, dann dürfte es auch nichts linksradikales geben. Um es auf die Spitze zu bringen, ich finde weder angezündete Asylantenheime, noch angezündete Autos der Oberschicht besonders prickelnd.
Ich frag mich eher, was der Quatsch soll das Thema wieder in die Öffentlichkeit zu zerren, da es Informationstechnisch einfach nicht viel Neues gibt. Es wirkt eher wie ein erneutes Fingerzeigen auf die Studentin.
Ich steck leider nicht besonders tief im Thema, allerdings hätte ich mir gewünscht mehr Hintergründe zu erfahren. Was genau ist denn vorgefallen und vor allen Dingen wie stellen sich die Dinge aus Sicht der "Betroffenen" dar?
Und ich finde es generell nicht ok, solange kein Straftatbestand oder ähnliches vorliegt, Sie von der Uni auszuschließen.
In einem Artikel auf Zeit-Online wird auch auf das Thema eingegangen http://www.zeit.de/2012/42/Rechtsextremismus-Universitaeten
es ist wichtig zu informieren, zu diskutieren. Ich kann aber nicht wirklich sagen, ob ich es gut oder schlecht finde, jemanden zu outen, der der rechten Gesinnung entspricht. Natürlich hat jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung, anderseits kann sie natürlich extrem und zugleich auch gefährlich werden. Wer weiß wie das Spiel weitergehen würde, wäre die junge Frau nicht entdeckt worden. Schwieriges Thema wie ich finde!
"Student*innen an der Universität fühlen sich in ihrer körperlichen Unversehrtheit bedroht und trauen sich nicht mehr ihre Meinung frei zu äußern" [sic!] das ist schon eine äußerst bemerkenswerte schlussfolgerung aus den ereignissen.
Linksextreme auch outen! Sofort! Gleicher Pranger wie die Nazitölpel
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Ist Outen nicht eine Art Rufmord und somit strafbar? (Unwissenheit)
wahnsinn, bin wieder geflasht von soo viel Mitgefühl...
das macht nachdenklich. Wenn ich dann an die ein oder andere Diskussion hier denke, wird mir gleich schlecht.
@rufmord: das wäre entweder verleumdung oder üble nachrede
ich vermute, dass die antifa darauf grossen wert legt, dass weder das eine, noch das andere zutrifft. problematisch sind wahrscheinlich eher andere dinge wie verletzung von persönlichkeitsrechten, ausspähen von daten, anstiftung, etc.
Mir ist die Thematik bewusst, aber ich versteh den Wirbel nicht ganz. Zumindest solange keine Straftat verübt wurde - und damit meine ich eine, bei der irgendwer zu schaden gekommen ist und nicht unbedingt eine Ethik verletzt wurde - finde ich es schon fast anmaßend jemanden wegen seiner Gesinnung, die er in dem Fall offensichtlich privat ausgelebt hat, derart zu mobben.
ich hatte mal in einer WG gelebt, die zu Studienbeginn komplett neu zusammengewürfelt wurde. Dabei war ein Rechter, der sich auch gleich geoutet hatte. Statt ihn dafür zu verurteilen, hatten wir es ignoriert und ihn in die Gemeindschaft miteinbezogen. Das war weniger ein Vorhaben als die Tatsache, dass imo privat jeder machen kann, was er will, solange es niemand anderen schadet.
Gekoppelt mit dem Umstand, dass oft Freunde und Komilitonen mit Migrationshintergrund bei uns waren, hatte das Gedankengut innerhalb des 1. Semesters deutlich abgenommen, bzw. wurde seitens des Rechten thematisiert, nachdem ein freundschaftliches Verhältnis entstanden war.
Was ich damit sagen möchte ist, dass durch Offenheit und Toleranz Menschen, die mit diesem Gedankengut geprägt wurden, die andere Seite des Lebens gezeigt werden kann. Wie gesagt, wir hatten niemals vor, jemanden umzupolen, dennoch war es angenehm, das Eis brechen zu sehen.
Mit dem Verhalten von den Leuten, die die junge Frau geoutet hatten, drängt diese eher wieder zurück in die rechte Ecke, da sie dort Zuflucht und Bestätigung findet - wie kann sie dann einen anderen Lebensstil erfahren?
Ich bin kein Psychologe und vieles basiert nur auf Vermutung und einem halbwegs gesunden Menschenverstand. Aber Druck bringt in solchen Situationen eigentlich nie etwas.
Meine 2 Cent.
Mahlzeit!
Dummheit kann man nicht verbieten.
Und doch kann man etwas dagegen tun.
Was gegen Dummheit hilft ist Bildung.
Gegen Verbote sind die Dummen oft immun.
-Dritte Wahl-
das man rechten mit bildung und aufklärung zu einem besseren dasein als wertvolles mitglied der gesellschaft verhelfen kann halte ich für ein mythos, von ausnahmen wie zb stevens mitbewohner mal abgesehen. die taktik des outens zielt wohl eher darauf ab diese subjekte so zu isolieren, dass sie schon in wenigen generationen wegen massiven inzuchtfolgen kapitulieren müssen.
@fudder, könnt ihr versuchen besagte studentin mal für die rubrik "was ist dein stil?" vor die linse zu bekommen? das wäre ein fest!