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Interview mit Sinnestäuschung Events: "Freiburg fehlt ein Kulturprogramm für junge Menschen"

Seit nunmehr vier Jahren feiert Sinnestäuschung Events in Freiburg eine große Techno-Party nach der anderen. Zum Jubiläum holt das Freiburger Label am Freitag Stephan Bodzin, Super Flu und Viktoria Rebeka ins Alte Stinnes Areal. Wir haben mit den Sinnestäuschungs-Machern Aron Lederer und Deniz Binay über ihr Label, die GEMA und das Freiburger Nachtleben gesprochen. Und verlosen zwei Fanpakete mit jeweils zwei Gästelisteplätzen und einem T-Shirt!

Aron Lederer und Deniz Binay  

fudder: Vier Jahre Arbeit im Veranstaltungsbereich sind eine lange Zeit. Wie geht es euch?


Aron: Gut. Auf jeden Fall gut. Am Anfang hatten wir nur wenig Ahnung, waren aber sehr ambitioniert. In diesen vier Jahren haben wir sehr viel dazugelernt, die hohen Ansprüche sind geblieben.

Deniz: Ich finde es cool, was wir im Kollektiv geschafft haben. Noch nie haben wir so lange etwas betrieben wie Sinnestäuschung. Heute ist es schön zu sehen, dass unsere Idee kein Strohfeuer war, sondern dass wir uns weiterentwickelt haben.

Aron: Wir haben noch einmal einen Schritt nach vorne getan, haben Einblicke in die Strukturen der Nachtwelt erhalten, sind geschickter im Umgang mit Agenturen geworden.

Deniz: Letztens hat mich aber etwas sehr nachdenklich gestimmt. Jemand hat auf unsere Facebook-Seite geschrieben: "Ihr seid voll Kommerz geworden." Da habe ich mich schon gefragt, ob wir uns verändert haben.

Und? habt ihr euch verändert?


Aron: Wir sind keine Anfänger mehr.

Deniz: Wir richten inzwischen große Techno-Veranstaltungen aus, die von bis zu tausend Gästen besucht werden. Auf geschäftlicher Ebene sind wir größer, professioneller geworden. An unserer Leidenschaft und Begeisterung für die Musik hat sich jedoch nichts geändert.

Was war euer schönster Sinnestäuschung-Moment?


Deniz: Mein Highlight war die Veranstaltung mit Marek Hemmann im Januar dieses Jahres. Dieser Abend hat sämtliche Rekorde gesprengt. Zuspruch, Stimmung, alles perfekt. Wir mussten an diesem Abend die Kapazität des Stinnes Areals erweitern, da die Leute noch nach ein Uhr morgens von allen Seiten heranströmten. Als Marek Hemmann sein Live-Set gespielt hat, gab es kein Halten mehr. Die Leute haben geschrien, gepfiffen, das war abgefahren schön.

Aron: Der Papstbesuch war auch großartig. Wir hatten das Ausmaß des Besuches in dieser Form nicht vorhergesehen, mussten auf Grund der hohen Sicherheitsstufe den Zugang verlegen, und so weiter. Hat aber alles sehr gut geklappt. Höhepunkt des Abends war der Auftritt unseres eigenen Papstes. Auf einmal ging die Musik aus, keiner wusste, was ging, dann zog Chris Milla als Papst verkleidet mit Anhang ein, und alle sind abgedreht (Video).

Deniz: Stimmt. Das war auch ein unglaublicher Abend. Da haben wir auch bei der Deko aufgefahren ohne Ende. Aber das kann man nicht immer machen, das Besondere darf nicht alltäglich werden.

Und was ging gar nicht auf?


Aron: Das Open-Mind-Festival. Ich habe dieses Event noch immer nicht ganz verdaut.

Was war da los?


Deniz: Wir haben für diese Veranstaltung im Juni jede Menge Geld in die Hand genommen und auf ein innovatives Line-up gesetzt. Als Headliner hatten wir Marc Houle, der da gerade sein neues Album herausgebracht hatte, sowie Alex Bau und Animal Trainer. Alles supergute Acts, die noch nie in Freiburg waren. Zudem kam noch Dapayk ...

Aron: ... und wir dachten, das geht ab. Aber aus Veranstaltersicht war der Juni ein schwieriger Monat. Davor war das Tagtraum Festival, danach waren Großveranstaltungen..

Deniz: Wir haben viel Geld rausgeblasen für nix.

Wie ist es um die wirtschaftliche Seite von Sinnestäuschung Events bestellt: Könnt ihr von den Veranstaltungen leben?


Deniz: Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Das große Geld lässt sich damit ganz bestimmt nicht verdienen.

Aron: Aber das denken sehr viele, die sich mit der Planung und Organisation von Veranstaltungen nicht auskennen. Ein wichtiger Kostenfaktor ist zum Beispiel das Personal. Wir arbeiten pro Abend durchschnittlich mit sechs Türstehern.

Und dazu kommen die teils exorbitant hohen DJ-Gagen.


Deniz: Na ja, das muss man differenziert betrachten. Es gibt Künstler, die sind definitiv ihr Geld wert, zum Beispiel Henrik Schwarz. Der wäre eine Herzensangelegenheit für mich. Henrik Schwarz spielt jedoch höchstens vier, fünf Gigs pro Monat, und sowieso nur ganz wenige in Deutschland. Da er aber zig Anfragen bekommt, kann er sich die Veranstaltungen aussuchen. Und wenn dann Clubs wie das Robert Johnson mit dabei sind, warum sollte er dann in Freiburg spielen?

Aron: Wir möchten auch kein Gagendumping betreiben und die Künstler unter Wert verkaufen. Da verstehen wir nicht, wie manche regionalen Veranstalter ihre Headliner für fünf Euro Eintritt vermarkten.

Vielleicht wird sich daran etwas ab Januar 2013 ändern. Bisher sieht es ja so aus, als ob die GEMA ihr neues Tarifsystem einführen wird. Ist das ein Thema für euch?


Deniz: Ich denke, es wird kein Weg daran vorbeiführen, sich damit intensiv auseinander zu setzen. Wir haben verschiedene Modelle durchgerechnet und werden unter dem neuen Tarifsystem eine sechsstellige Summe an die GEMA abführen müssen. Wir müssten ja die zehn Prozent, die auf jeden Eintritt abgeführt werden müssen, für die theoretischen Besucher zahlen, auch wenn wir schlechte Abende mit nur wenigen Gästen haben. Das können wir nicht stemmen. Das kann kein Club stemmen. Das Stinnes Areal müsste schließen ...

Aron: ... kann aber nicht schließen, da inzwischen zwanzig Menschen direkt von dessen Betrieb leben und rund 120 Menschen indirekt. Die wären alle davon betroffen. Das geht nicht nur die Techno-Clubs an, sondern alle.

Deniz: In der Schweiz funktioniert das doch auch wunderbar. Dass ein einzelner Verein in Deutschland eine solche Macht erlangen kann, ist spooky.

Und wie werdet ihr mit dem neuen Tarifmodell umgehen?


Aron: Wir lassen's auf uns zukommen.

Keinen Masterplan?


Deniz: Freier Eintritt, dafür hoher DJ-Euro auf das erste Getränk, keine Ahnung. Wir lassen's auf uns zukommen.

Jetzt der obligatorische Blick auf die Freiburger Veranstaltungslandschaft im Jahr 2012. Wie fällt euer Fazit aus?


Aron: Vorletztes Jahr fanden wir noch bescheuert, dass nicht so viel ging. Jetzt ist die kritische Marke fast erreicht. Was Veranstaltungen mit Headlinern betrifft, sind manche Wochenenden fast überfüllt.

Deniz: Ich finde es gut, dass sich in Freiburg viel regt. Davor dachten halt einige Veranstalter, Karotte und Monika Kruse gehen immer. Das funktioniert jetzt nicht mehr. Es bewahrheitet sich halt doch, dass man innovativ sein muss, um bestehen zu können.

Aron: Es gibt halt nur vier Wochenenden pro Monat, und da muss jeder Veranstalter sehen, wo er unterkommt, mit welchen Künstlern er zusammenarbeiten kann, ob ein Termin frei ist.

Und was fehlt Freiburg im Jahr 2012?


Aron: Man sollte einmal den Blick nach Basel richten und dann wieder zurück nach Freiburg. Dann weiß man, dass das kulturelle Angebot in dieser Stadt teilweise für die Füchse ist.

Deniz: Freiburg fehlt ein Kulturprogramm, das auf die Bedürfnisse junger Menschen zugeschnitten ist. Dazu gehört beispielsweise eine Open-Air-Location, in der Konzerte, kleinere Club-Events, aber auch Kleinkunst stattfinden können. In jeder anderen Stadt finden im Sommer Open-Air-Konzerte, Festivals, Partys oder Theateraufführungen unter freiem Himmel statt, nur in Freiburg nicht. Wenn man in Freiburg im Sommer etwas machen möchte, fühlt sich jeder sofort bedroht. Freiburg im Sommer ist tot.

Aron: Eine schöne Grünfläche, überhaupt eine Fläche, auf der man etwas machen kann, das wäre schön. Und mehr Toleranz!

Habt ihr für eure Arbeit denn schon einmal eine Rückmeldung von Seiten der Stadt Freiburg bekommen?


Deniz: Ich weiß gar nicht, ob wir für die existieren. Wir nehmen die Stimmung in der Stadt einfach so wahr, dass die Stadt Freiburg gegen Neues ist und kein Angebot schaffen möchte. Irgendein Anwohner ist immer stärker. In Dortmund gibt es DJ-Picknicks im Park, im Ruhrgebiet gibt es die Pollerwiesen-Open-Air-Veranstaltungen, in Mannheim und Ludwigshafen gibt es den Loft Beach.

Aron: Das Kulturamt der Stadt Freiburg sollte meiner Ansicht nach auf die Bedürfnisse der jungen Menschen eingehen und solche Angebote ermöglichen.

Und was wollt ihr für 2013 in die Hand nehmen?


Aron: Da gibt es einiges, das wir anpacken werden. Die Marke Sinnestäuschung soll in Zukunft auch auf Festivals wie SonneMondSterne oder der Nature One präsent werden. Dass wir mit SinnestäuschungFM ein Webradio betreiben, soll den Leuten noch stärker bewusst werden.

Deniz: Und den Traum vom eigenen Label verfolgen wir auch noch. Es wäre schön, wenn wir irgendwann einmal mit Veranstaltungen, Webradio, Label und Agentur ein vollständiges Portfolio anbieten können.




Wer steckt hinter Sinnestäuschung?

Die Macher von Sinnestäuschung heißen Aron Lederer und Deniz Binay. Aron Lederer, 23, arbeitet als Kaufmann; Deniz Binay, 22, schließt derzeit seine Ausbildung im Groß-/Einzelhandel ab.




Verlosung

fudder verlost ein Fanpaket aus zweimal zwei Gästelisteplätzen mit einem T-Shirt für "4 Jahre Sinnestäuschung" mit Stephan Bodzin und Super Flu im Stinnes Areal. Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit seinem Namen und dem Betreff "Sinnestäuschung" und seiner Anschrift an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 19. Oktober 2012, 12 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt.


Mehr dazu

Was:
4 Jahre Sinnestäuschung-Party w/ Stephan Bodzin, Super Flu, Viktoria Rebeka und den Sinnestäuschung-Residents
Wann: Freitag, 19. Oktober 2012, 22 Uhr
Wo: Altes Stinnes Areal, Hans-Bunte-Straße 16c





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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 29
Dienstag, 16.10.12 11:34
 

Nur aus generellem Interesse und ohne Wertung: Täusche ich mich, oder ist Vieles hier in Freiburg nur noch auf DJ's fixiert? Kann man damit mehr Schotter machen als Veranstalter? Ich lese immer was von DJ's und nur äußerst selten was von Bands aus der Region. Dabei geht's nur sekundär um meine Combo, wir orientieren uns ohnehin mehr auswärts - der vorherige Satz impliziert weswegen. Es würde mich nur generell interessieren - möglicherweise habe ich diese Entwicklung weg von Konzerten hin zum Plattenteller einfach nur verpennt. Danke an die Experten für aufklärende Worte!

Dienstag, 16.10.12 11:45
 

Wenns es um DJs geht gehts um DJs, und wenn es um Livemusik geht dann geht es darum - davon gibt es auch viel in Freiburg, und dann gibt es ja noch die - für mich sehr interessante - Schnittmenge.

Aber es stimmt schon dass über die Jahrzehnte die relative Bedeutung von Live gespielter Musik abgenommen hat - weil halt neues dazukam. Und wegen der Kosten. Ganz ganz früher gab es noch Bigbands - versuch mal die zu buchen, unabhängig von der Gage: Reisekosten, Unterkunft, Essen und Trinken ... daher nimmt auch bei Bands (die zumindest teilweise davon leben wollen) die Zahl der gleichzeitig auf der Bühne stehenden Musiker ab.

Dienstag, 16.10.12 11:47
 

@mighty denke das ist Club abhängig ins Stinnes passt keine Band, aber ein Slow Club, Swamp, Cafe Atlantik oder jetzt auch Schmitz Katze haben oft und gute Bands am Wochenende.

@Aron&Deniz: erstmal ein Danke dafür, dass man nicht mehr nach Basel, Straßburg oder sonst wo hin muss um geile Techno-DJs erleben zu können, mittlerweile kann man fast damit rechnen das jede(r) mal zu euch kommt. Nur aufpassen das es ihr nicht überreizt. Aka Aka und Max cooper binnen ein Woche ist echt krass, man hat auch noch anderes zu tun als jedes Wochenende die Nächte um die Ohren zu schalgen^^
Wo ich überhaupt nicht zustimmen kann, dass es kein Kulturprogramm gibt und der Sommer "tot" sei.
Ein Blick ins MensaBar-Programm zeigt, dass dort unter der Woche jeden Tag Kulur stattfindet mit Theater, Slams und Internationalen Abenden. Zudem gab es diesen wie die letzten drei Sommer im MensaGarten ein 3-Tägiges Open-Air Festival, mit Konzerten, Tänzen, Gedichten, etc. alles was ein Kultur-Herz begehrt. Jetzt weiß man vielleicht auch wo ich arbeite, aber das was ihr zu dem Thema sagt wollte ich so nicht unmommentiert lassen. Zu erwähnen ist noch, dass das Programm nicht nur für Studierende ist, jede(r) Freiburger/in ist eingeladen die Veranstaltungen zu besuchen!

Dienstag, 16.10.12 11:54
 

Einfaches Konzept. Paar Headliner = Bude voll.Funktioniert in Freiburg prima. Dafür braucht's kein besonderes Talent. Ich meide diese Parties zu 100%.

merkwürdiger

Dienstag, 16.10.12 12:01
 

@ merkwürdiger: So einfach ist das Konzept nun auch wieder nicht. Das sagen Deniz und Aron doch auch im Interview - siehe Open-Mind-Festival.

Dienstag, 16.10.12 12:02
 

Danke soweit, wollte auch nicht den Artikel entern. Ja, ich kenne die Läden und habe in den meisten auch schon gespielt. Abgesehen von Täng und Rabbit, die auch mal Freitag oder Samstag offerieren, hat man in den genannten Läden als einheimische Band schlechte Karten - einmal im Jahr als Vorband für Indie-Folk-Kapelle X aus Austin/Texas oder Y ist das Höchste der Gefühle. Meistens geht aber nichts. Speziellen Dank an Christian Hauck für die logischen Worte. Wobei ich mich da dann aber auch wieder frage, weshalb man lokalen und damit meist günstigeren Bands nicht öfter mal ran lässt - die ziehen oft mehr Leute ("Ich stelle das Publikum selbst!") und wollen kleineres Geld...

Dienstag, 16.10.12 12:16
 

@Bernhard, das war eins von wie vielen? Mit Verlusten ist zurechnen. Ich meine wenn sie einen DJ buchen den keiner kennt kommt auch keiner. Was sagt uns das? Lieber welche holen die jeder kennt. Da rollt der Rubel.
Kann mir nicht vorstellen, dass die nicht ein gutes Geld verdienen. Warum machen sie das sonst auch? Aus Liebe zu Freiburg?


merkwürdiger hat den Kommentar am 16.10.2012 um 12:18 bearbeitet
Dienstag, 16.10.12 12:29
 

@merkwürdiger: und wie findest du raus ob ein DJ bekannt ist oder nicht? Nach Charts kann man nicht gehen. Ein Marek Hemmann war da noch nicht brachte die Hütte aber zum platzen. Beim Techno ist es doch noch irgendwo ein Glückspiel wie viele den/die kennen und mögen. Dann ist sicher auch nicht viel Spielraum zwischen DJ-Gage und Eintritt. Soll heißen die Gage muss bezahlt werden der Eitnritt darf aber nicht zu hoch sein sonst kommt keiner und dann bleibt dazwischen nicht mehr viel über + Security und weiteres. Glaube du kennst nicht die Stundensätze von den Kollegen. Haben die Jugns aber auch schon erklärt.
Frag mich zahlen die den Shuttebus auch selbst oder zahlt den der Club? Für die Gäste ist er ja gratis...


deSebl hat den Kommentar am 16.10.2012 um 12:30 bearbeitet
Dienstag, 16.10.12 12:32
 

@ merkwürdiger: Deniz und Aron sagen doch deutlich, dass sich großes Geld nicht mit den Veranstaltungen verdienen lässt. In der Regel decken die Einnahmen an der Tür gerade einmal die Kosten für die Künstler (Gage, Flight Share, Travel Share, Agency Fee, Unterkunft). Der Personalaufwand, Sicherheitspersonal etc., ist damit meist noch nicht gedeck. Und als Veranstalter darf man grundsätzlich nie davon ausgehen, dass man jedes Mal volles Haus hat. Gut laufende Abende tragen weniger gut laufende.

Dienstag, 16.10.12 12:55
 

es ist ganz putzig, sich die entwicklung von der kapelle zum dj als prozeß der verteuerung von arbeitskraft zu erklären, so wie man als großbürger heute weniger hauspersonal hat als früher. schade eigentlich dass es vermutlich nicht stimmt, streichquartette und solocembalo gabs glaube ich schon immer.

wobei es schon was sehr postindustriezeitaltriges hat dass jemand einen arsch voll bands als daten vorliegen hat und nicht persönlich mitnehmen muss, oder ein computerprogramm statt einer band als backing verwendet. beim touren macht es sicherlich einen unterschied, ob jemand eine person dabeihat oder vier, auch wenn es natürlich heute deutlich billiger geworden ist zu reisen als es früher war. naja, ich hör auf drüber nachzudenken.

Dienstag, 16.10.12 13:15
 

Tolles Interview - danke Bernhard!

Und alle die hier motzen haben einfach keine Ahnung.

+om
Dienstag, 16.10.12 13:35
 

Nicht jeder muss musikalisch gleich qualifiziert sein. Der eine legt auf der andere singt oder spielt Instrumente. ich finde das Angebot in Freiburg fasettenreich. Da kann man sich dann aussuchen ob Platte oder Band oder beides. Jeder so wie er will.

Dienstag, 16.10.12 13:38
 

offtopic, aber @ mighty

ständig lese ich hier von armen regio-bands die traurig sind, weil es in freiburg abseits von multicore festivals, newcomerbandrampen oder der rotteck-night of culture keine auftrittsmöglichkeiten gibt. dass man mit einer 08/15 (und ich will damit nicht pauschalisieren, aber in 90% der fälle ist es so) poprockabiband keine auftrittsmöglichkeit im swamp, cafe atlantik, slow club etc. findet hängt nun mal damit zusammen, dass diese läden nach qualitativ "hochwertigerer" (die anführungszeichen sind mit bedacht gewählt, ich weiß um die grauzone, geschmack und so) oder sagen wir außergewöhnlicherer musik suchen. klingt jetzt vielleicht hart, aber so ist es nun mal. klar würde sich band xyz finanziell lohnen, weil sie ihre klassenkameraden, freunde und wg-mitbewohner zur show bewegen, aber manche läden haben nun mal nen musikalischen anspruch, der sich nicht durch ne x-beliebige silbermond oder doors coverband decken lässt. wenn das venue oder die veranstalter dann halt "nein" sagen, liegt es nicht an deren abneigung gegenüber regiobands, sondern einfach an der qualität. es gibt einige freiburger bands, die kein problem haben auftrittsmöglichkeiten zu finden und sich auch überregionaler beliebtheit erfreuen. unterschied zu anderen regiobands: sie machen was, was sich von der masse abhebt.

Dienstag, 16.10.12 13:49
 

Qualität kann man sehr verschiedenartig definieren, aber: im Prinzip ja.

und aber auch: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Dienstag, 16.10.12 13:58
 

letztenendes muss der fisch aber dem angler schmecken und deshalb wählt er seine würmer mit bedacht aus ;) es sei denn, er ist nur auf profit aus und ich denke dass gerade der slow club und das swamp aushängeschilder dafür sind, dass das booking hauptsächlich auf bands hinausläuft, die die betreiber/veranstalter selbst auch gut finden. ähnliches gilt für andere konzertveranstalter in freiburg. da geht es weniger um konzerte machen um der konzerte willen sondern weil die veranstalter die bands cool finden. und, um wieder auf das eigentliche thema des artikels zu kommen, das ist bei dj-veranstaltungen zum großteil (!) auch so, oder zumindest hoffe ich es, beziehungsweise besser: ich habe meine hoffnung noch nicht verloren, dass die meistens bookings vor allem daher rühren dass ein veranstalter einen künstler selbst ziemlich feiert. musiknerds oder dienstleister, wer soll für unsere veranstaltungen verantwortlich sein? ;)

Dienstag, 16.10.12 14:04
 

@Merkwürdiger: Wenn es tatsächlich so leicht wäre, warum macht es dann nicht jeder?
a) gehört viel mehr dazu, als einfach nur einen DJ zu buchen.
b) muss man sich auch erstmal den Ruf erarbeiten, dass die Top-DJs zu einem kommen. Ohne entsprechende Kontakte und geeignete Referenzen hat man kaum Chancen. Und sich dieses aufzubauen, ist harte und lange Arbeit.
Meinen vollen Respekt an Deniz & Aron, weiterhin viel Erfolg und Mut zu gewagten aber anspruchsvollen Bookings (siehe Dettmann).

Dienstag, 16.10.12 15:44
 

@Nasenfahrrad: Prinzipiell bin ich im weitesten Sinne deiner Meinung, allerdings finde ich es schon etwas verrückt, wenn man z.B. im LKA oder Keller Klub zu Stuttgart, nicht aber im Swamp/Atlantik zu Freiburg spielen kann. Und das obwohl man aus Freiburg kommt. Oder findest, dass die zwei Stuttgarter Clubs eine geringere Reputation genießen als die von mir genannten Freiburger Läden?

Dienstag, 16.10.12 16:05
 

@ mighty: Hier jammerst du, dass du in Freiburg kaum Gigs hast, und in der Bandnamenskunde steht, dass du am Donnerstag im White Rabbit spielst. Was hast du denn?

on topic: ich denke, es ist verdammt schwer, sich als Veranstalter in egal welchem Bereich zu etablieren. Ein bis zwei große Events pro Monat muss man erst einmal stemmen können.

Mittwoch, 17.10.12 11:01
 

sympathisch und aufgeklärt. guter artikel. mehr davon.

Mittwoch, 17.10.12 17:17
 

ich nehme jetzt mal mighty stellvertretend für die vielen lokalen acts und versuch das mal zu erklären: das swamp kann nicht jeden tag konzerte veranstalten, ist im gegenteil von lage und größe bekanntermassen eingeschränkt. ich bekomme in der woche ca. 100 angebote von agenturen, internationalen, nationalen und lokalen acts. darunter waren bzw.sind leute wie ariel pink, the national, arbouretum, wave pictures, i am oak, scanners, jeffrey lewis, chain and the gang, islands und und und.. man muss die jetzt nicht alle kennen, aber wenn man sich in der indie szene ein bissl auskennt, weiss man, dass die schon einen gewissen ruf haben und auch, nun ja, für einigermassen qualität bürgen. ich muss jeder menge richtig guter bands absagen, weil ich nimmer hinter her komme. ich kann halt im swamp nur sechs, sieben (max) gigs im monat machen. und es ist halt so, dass der grossteil der us/uk oder skandinavien combos, einfach ein bissl besser sind, als die hiesigen acts. ich schreibe jeder!! band zurück, wenn sie anfrägt und der ganz grosse teil versteht das auch.also bitte nicht mit arroganz verwechseln, im übrigen waren die herren liquid laughter lounge, das lo fat orchestra, crime killing joker man und leopold krauss alle schon im swamp

Mittwoch, 17.10.12 19:14
 

AKA AKA, Format B & Superflu are the new Monika Kruse.

Obwohl Freiburg für mich viel näher ist, hat mich bisher (abgesehen von Adolf Noise) noch nie was nach Freiburg gelockt. Da nehme ich lieber die weitere Fahrt ins R33 in Kauf.

Mittwoch, 17.10.12 20:56
 

@Swampster: Danke für die Erklärung. Nun, zu mir hieß es vom Besitzer eines artverwandten Freiburger Clubs, dass im Swamp nur noch auswärtige Bands spielen (dürfen), daher habe ich mich bei euch gar nicht erst beworben.

PS: The National haben bei euch angefragt??? Krasses Ding. Wenn du die buchst und noch 'ne Vorband bräuchtest helfe ich zur Not auch noch vor und nach dem Gig hinter der Theke...

EK
Mittwoch, 17.10.12 21:02
 

the national haben nicht nur angefragt, sie haben sogar dort gespielt. ist aber schon 6,7,8 jahre her.

Mittwoch, 17.10.12 23:17
 

ek, so isses, dürfte 2005 herum gewesen sein, großes konzert vor ca 40 leutchen, halbes jahr später habe ich sie noch mal im jos gemacht, da war der laden dann ausverkauft

Donnerstag, 18.10.12 09:03
 

Zu Alligator-Zeiten, weltklasse!

Donnerstag, 18.10.12 13:15
 

@mighty jetzt reichts aber mal hier. und nimm den herrn casablancas aus deinem profilbild... ist ne echte schande! ich finde es grossartig, dass es leute in freiburg gibt, die unsere nächte mit schöner musik füllen!!!

Donnerstag, 18.10.12 13:25
 

@die nicole: Nach langem Vokal immer noch Rucksack-S, kein Scheiß. Es sei denn, du bist Schweizerin. Allerdings pöbeln die selten grundlos rum. Also, befleißige dich künftig eines normalen Tons und wir sind wieder im Geschäft.


mighty hat den Kommentar am 18.10.2012 um 13:28 bearbeitet
EK
Donnerstag, 18.10.12 13:31
 

schnell noch die eigenen fehler korrigiert,mighty,gelle?

Freitag, 19.10.12 14:04
 

UPDATE: Das Fanpaket (GL-Plätze und 1 T-Shirt) für 4 Jahre Sinnestäuschung im Stinnes Areal haben gewonnen:

- Maria F.

- Tobias K.

Viel Spass!

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