Ladenbesitzer
"Sind Sie neu hier?" Das wird
Familie Schumann in ihrem Antiquitätenladen "Im Spiegel" in der Talstraße öfter gefragt. "Ja! Wir sind erst seit 25 Jahren hier", antwortet darauf der Ladenbesitzer, der mit seiner Familie einst aus Berlin in den Breisgau kam.
Zur Ladeneröffnung in dem kleine, ehemalige Schreibwarengeschäft in der Talstraße 35 hängte Vater Klaus die Wände im Geschäft voller Spiegel - doch alle wurden schneller verkauft, als er sie nachkaufen konnte. Von der ursprünglichen Idee, primär Spiegel zu verkaufen ist nur noch der Name des Geschäfts geblieben: "Im Spiegel".
Heute verkauften die Schumanns Geschirr, Figuren, Gläser, Vasen, Karaffen, Lampen aus Porzellan und Glas, sowie Besteck, Bilder, Spielzeug und Kleinmöbel. Besonders stolz ist die Familie auf ihr großes Angebot an historischem
Weihnachtsschmuck. Letzte Weihnacht fand ein Paar den prachtvoll geschmückten Weihnachtsbaum im Geschäft so toll, dass sie ihn komplett kaufen wollten - Vater Schumann lehnte ab.
Die gesamte Familie - Mutter Ursula, Vater Klaus und Tochter Nadja - hat die
Leidenschaft für Glas gepackt. Sie stöbern auf Flohmärkten, fahren dafür auch nach Frankreich und lassen sich manche Ware von Händlern liefern. Andere Stücke entdecken sie bei Wohnungsauflösungen oder erhalten Angebote von Privatpersonen. Dabei sind die Drei sich keineswegs immer einig, ob sich ein Stück als Verkaufsschlager entpuppen kann, oder sich als Ladenhüter offenbart - wie ein Harmonium, das schon seit der Eröffnung im Geschäft steht.
Schönste Stücke
Kein Ladenhüter, sondern ein echter Hit ist das
pastellfarbene Melittageschirr: nur eine Woche steht es im Antiqitätengeschäft, dann ist es verkauft. Auch Teetassen verschiendener Porzellanserien gehen gut; die Tassen scheinen schnell kaputt zu gehen, vermutet die Tochter.
Auch junge Leute interessieren sich zunehmend für ältere Dinge, die eine andere Qualität haben. Wenn Inneneinrichtungszeitschriften bestimmte Artikel anpreisen, provitiert auch Familie Schumanns Laden davon.
Interieur
Der hohe, kleine Raum des Geschäfts ist bis zur Decke gefüllt mit Glas, Porzellan, kleineren Möbeln, Bildern und Spielzeug. Auf jeder freien Fläche sind Schätze aus den letzten 200 Jahren aufgestellt. In jeder will man stöbern.
Die Auswahl im Laden ist
handverlesen und meist selbst auf Märkten herausgesucht - und das sieht man. Fast alle Stücke gefallen Familie Schumann selbst und manches Mal fällt es schwer, einen liebgewonnenen Gegegenstand zu verkaufen. Als ein amerikanischer Tourist das Puppenhaus der Großmutter Schumann, das mit seinem kleinen, beheizbarem Ofen eine Rarität war, im vergangenen Jahr kaufte, war die Familie schon ein wenig traurig - und schickte es schweren Herzens nach Übersee.
Bald soll es auch die Möglichkeit geben,
online zu stöbern und einzukaufen. Schon jetzt pflegt die Familie das
Im Spiegel-Blog, in das sie regelmäßig neue Stücke einstellen.
Geschenktipp
Wer gern stöbert und nicht viel ausgeben möchte, wird vielleicht im Ein-Euro-Korb vor dem Laden fündig. Überhaupt lohnt es sich, sich zunächst vor dem Laden umzusehen, denn alle Waren vor dem Geschäft sind reduziert und kosten meist nicht mehr als zehn Euro.
Adresse
Im Spiegel Talstraße 35 (
Google Maps)
79102 Freiburg
Web: Im Spiegel
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag
10:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Samstag
10:30 Uhr bis 13:00 Uhr
