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Rapport von dort: SC Freiburg gegen Werder Bremen

Der SC Freiburg hat gestern – wieder mal – ein Spiel gegen Werder Bremen verloren. Die Nordlichter sind der Angstgegner des Sportclub, dabei wäre dieses Mal mehr drin gewesen. Doch auch der Ausflug vom SC-Rapporter in fremde Gefilde war am Ende nicht der Schmetterlingsschlag, der auf dem Platz einen (Tor-)Sturm auslöste.

 
Vor dem Anpfiff ...

... regnet es. Es sind noch rund 30 Minuten bis Spielbeginn, da steht in der hinteren Ecke des Trainingsplatzes direkt neben dem ins Flutlicht getauchte Stadion ein kleines Häufchen von Kindern in kurzen weißen Hosen und Trikots im Nieselregen und absolviert Dehnübungen. Nachher werden sie als Einlaufkinder (das nennt man wohl so; Eskortenkind geht auch) Hand in Hand mit den Profis ins Stadion einlaufen, mit großen Augen ins (einigermaßen) weite Rund winken und dann im Vollsprint zurück Richtung Katakomben flitzen. Die Dehnübungen helfen wohl eher gegen die Nervosität.

Diese hat sich kurz darauf bei einem deutlich älteren Stadionbesucher gelegt, als er den an der Ecke zwischen Haupt- und Südtribüne den Heinz trifft, den er mit folgendem Satz begrüßt: „Ah, da bisch. Der Theo kann uff’m Friedhof schlafe, dess isch mir scheißegal.“

Das Stadion

Der SC-Rapporter berichtet dieses Mal aus (für manchen) feindlichem Gebiet: Haupttribüne, Sitzplatz. Vielleicht hilft der Ortswechsel ja, es geht schließlich gegen Werder Bremen. Man ist ja abergläubisch. Seit mehr als elf Jahren hat der Sportclub nicht mehr gegen die Grün-Weißen gewonnen und bei den Aufeinandertreffen in dieser langen Zeit  in unschöner Regelmäßigkeit die defensiven Schleusen aufgemacht. 0:6 und so.



Nicht mehr lange bis zum Anpfiff, nach der Grundschule ist nun die Mittelsrufe in Weiß gekleidet, stellt sich vor den Tribünen auf und schleudert per Zwille T-Shirts und Regiokarten in die Menge. Es bricht kein Kampf darum aus, was nach der neuerlichen Preiserhöhung doch eine Erwähnung wert ist.

Das Cover des Heimspiel-Magazins ziert eine Nahaufnahme von Karim Guédé, dem „Traumdancer.“ Die Überschrift des dazugehörigen Interviews lautet „Ein bisschen Spaß muss sein.“ Wer die Beatboxeinlage des ackernden Stürmers beim vergangenen Saisonabschluss gesehen hat, der weiß, dass die Überschriften in keinem direkten musikalischen Zusammenhang stehen. Apropos Musik: Aus den Boxen dröhnt „Endless Summer.“ Ja, von wegen.

Der Freistoß

Im „Streich der Woche“ hat sich SC-Coach Christian Streich vor dem Spiel in seiner ihm eigenen Art über ein direktes Freistoßtor gesehnt. Acht Jahre soll ein solcher Treffer für den Sportclub her sein. Mal wieder ein solches Freistoßtor. Es wäre ja schön.

Und wie schön es dann war, als Jonathan Schmid in der 36. Minute aus 20 Metern den Traum hat Traumtor werden lassen. Die Führung ist verdient, der Sportclub ist diszipliniert, engagiert und hat das Spiel im Griff. Nach einer halben Stunde schickt Bremens Trainer Thomas Schaaf seine gesamte Bank schon zum Warmlaufen. Den Großteil der Halbzeitpause verbringt die gesamte Mannschaft in der Kabine. Ich tippe auf Standpauke.

Die 59. Minute

Innerhalb einer Viertelstunde haben die Gäste das Spiel gedreht. Kurz nach der Pause pariert Werder-Torwart Sebastian Mielitz den Schuss von Max Kruse aus kurzer Distanz. Kurz danach ist die Freiburger Defensive nicht gedankenschnell genug und der weite Ball, der neben das Tor segelt landet auf dem Fuß von Arnautovic, dann auf dem Akpala und dann im Tornetz. Der SC ist um schnelle Wiedergutmachung bemüht, doch in der 59. Minute wird alles noch schlechter, als Aaron Hunt schön bedient wird und ebenso schön den Ball vorbei an Oliver Baumann ins Tor schiebt. Der SC ist danach bemüht

Das Anrennen

Bis in die Schlussphase hinein will sich für den SC trotz allem Bemühen keine richtige Torchance mehr auftun. In einer packenden Schlussphase hat Daniel Caligiuri aber die Riesenchance auf dem Fuß und der Richtung Tor rollende Ball leider den Pfosten im Weg. Kollektives Gnnnnnooooaarrrrr im Stadion

Kurz danach rauscht der Kopfball von Mensur Mujdza über das Bremer Gehäuse. Nachdem Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer dem Bremer Torwart wegen Zeitspiels die Gelbe Karte zeigt, pfeift er wenige Sekunden später nach dessen Abstoß das Spiel ab. Fingerspitzengefühl, irgendjemand? Christian Streich ist auf 180, sprintet auf den Schiri zu und ist laut. Später in der Pressekonferenz spricht er leise und ist dabei fast abwesend. Bittere Niederlage, maßlos enttäuscht.



Der König des Platzes

Die gesamte Mannschaft des SC zeigt eine gute Leistung. Aufgrund seines Freistoßtores und seiner auch gefährlichen Flanken bei Standardsituationen sticht Jonathan Schmid heraus. Die Enttäuschung steht nach dem Spiel jedoch allen Akteuren ins Gesicht geschrieben.

Das Fazit

Es hat nicht sollen sein. Der Sportclub kann gegen Bremen scheinbar nicht gewinnen, dabei hatte er gestern die große Möglichkeit dazu. Dass am Ende nicht einmal ein Remis herausgesprungen ist, macht es noch bitterer.

In der Pressesektion sitzt während der 90 Minuten ein Mann mit Schiebermütze und Brille, in der Hand hält er einen Stift. Vor ihm auf dem kleinen Tischchen liegen weiße Blätter. Anders als die Kollegen um ihn herum, macht er sich jedoch keine Notizen, sondern malt Karikaturen. Harry der Zeichner, wie er sich nennt, hat für den SC-Rapporter das Spiel und die Geschichte zwischen dem SC Freiburg und Werder Bremen bildlich zusammengefasst.




[Bild 1: Harry der Zeichner]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 3
Donnerstag, 27.09.12 19:05
 

Hallo SC-Rapporter,

coole Zusammenfassung der gestrigen Partie!
Leider hat uns der Fussballgott auch ein weiteres mal nicht gewinnen lassen :-(

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so gut haben die Werderaner ja auch nicht gespielt. Sie sind eindeutig besiegbar!

Und meine lieben Leser, die Ihr auch einmal zum SC ins Stadion geht. Achtet bei Euerem nächsten Besuch auf den Mann mit Schiebermütze + Brille, wenn der auf der Reportertribühne sitzt, gibt es meist eine tolle Zeichnung zu beschauen, während und nach dem Spiel ;-)

Euer
Mann mit Mütze
HarryderZeichner

Freitag, 28.09.12 11:03
 

Wozu muss man auf der pressetribüne sitzen, um das zu zeichnen?

Freitag, 28.09.12 11:54
 

Das möchte ich Dir gerne eine Antwort schreiben mein lieber laz4056.

Auf der Pressetribühne, gibt es verschiedene Sitzplätze, manche mit eigenem Häuschen, die sind oben unterm Dach.
Manche mit Monitore auf den Tischen, die sind im unteren Bereich.
Die restlichen Sitzplätze haben auch Tische, damit man den Block oder den Laptop oder sonstiges Utensil darauf abstellen kann. Auf den normalen Sitzplätzen hat man nicht genug Freiheit um dort ordentlich zu arbeiten, man würde auch die anderen Sitzplatzinhaber nerven.

Da bei einem Fußballspiel sehr viel innerhalb der Spielzeit passiert, ist es für die Entstehung einer Zeichnung nur förderlich , sich das Spiel live vor Ort anzusehen. Ich habe ja nicht nur dieses eine Bild gezeichnet. Im laufe eines Spieles entstehen viele Zeichnungen. Das ist wie ein Pressefotograf, der macht Hunderte von Bildern, und nur eines wird veröffentlicht.

Ich hoffe Dir mit meiner Erklärung eine befriedigende Antwort gegeben zu haben.

Falls Du noch mehr darüber erfahren möchtest, schreib mir einfach.

Gruß
Mann mit Mütze
HarrydZ

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