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Interview mit Marcel Dettmann: Definitiv kein Stillstand

Berghain, Hardwax, Dettmann. Wer Techno liebt, bekommt bei diesen Namen Gänsehaut. Am Freitag kommt der Berghain-Resident und Hardwax-Mitarbeiter Marcel Dettmann für ein DJ-Set in den Stinnes Park. Bernhard hat mit ihm über Filmmusik, Label- und Remix-Arbeit gesprochen, und es gibt zweimal zwei Gästelisteplätze zu gewinnen.

Marcel Dettmann


Mit deiner Musik malst du oft düstere Klangbilder. Woher kommt dein Gespür für diese Stimmungen?


Marcel Dettmann:
Das sprudelt einfach so aus mir raus. Sicherlich sind aber auch meine musikalischen Wurzeln daran Schuld.


Die wären?


Mit elektronischer Musik kam ich ungefähr 1989 bewusst in Berührung. Zu der Zeit habe ich viel Synthie-Pop gehört, zum Beispiel Depeche Mode, The Cure, Anne Clark, Kate Bush. Später kam dann „Electronic Body Music“, also Front 242, Nitzer EBB, Deutsch Amerikanische Freundschaft dazu, bis dann 1992 Techno kam.

Der ältere Bruder eines damaligen Klassenkameraden gab mir eine Handvoll Techno-Compilations. Der damals für mich wichtigste Track war "Der Klang der Familie" von Dr. Motte. Zu der Zeit bin ich dann auch mit Freunden das erste Mal nach Berlin in den Tresor gefahren.


Dein selbstbetiteltes Album "Dettmann" beinhaltet auch ambiente Soundscapes. Hat dich diese Art der elektronischen Musik schon immer fasziniert?


Ich bin ein absoluter Fan elektronischer Musik, von jeglicher Spielart!


Könntest Du Dir auch vorstellen, einen Soundtrack für einen Film zu schreiben? Welches Genre beziehungsweise welchen Film würdest Du wählen?


Ich hätte große Lust auf so etwas. Ich weiß, dassklingt jetzt sehr stark nach einem Klischee, denn ich würde einen Science-Fiction-Film wie zum Beispiel MOON wählen. Für eine befreundete Fotografin, sie heißt Friedrike von Rauch, habe ich vergangenes Jahr einen Soundtrack für ihre Ausstellung gemacht. Und derzeit arbeite ich auch zusammen mit Frank Wiedemann von Âme an Musik für ein Ballettstück.


Ein Album auf Ostgut Ton, Remixe für Fever Ray und Modeselektro - dein musikalisches Portfolio ist bereits jetzt beachtlich. Wie haben sich deine Hör- und Produktionsweisen von der ersten Platte bis heute verändert?


Es ist natürlich eine Art der Evolution, die da stattfindet. Ich arbeite jetzt seit mehr als zehn Jahren an Musik. Besser gesagt habe ich vor zehn Jahren angefangen, mich damit zu beschäftigen, Musik zu produzieren. Allerdings habe ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht ernsthaft darüber nachgedacht, tatsächlich einmal etwas zu veröffentlichen.

Bei den ersten Sachen hatte ich natürlich noch nicht das Know-how, wie man so schön sagt. Und natürlich auch noch nicht die Möglichkeiten, die mir heute zur Verfügung stehen. Mittlerweile habe ich über die Jahre viel Erfahrung gesammelt. Letztendlich entscheidet jedoch immer noch mein Gehör, ob ein Track oder Remix mich berührt.


Inzwischen bekommst du auch viele Remix-Anfragen. Wie reagierst du darauf und wo sagst du sofort zu?


Ich fühle mich jedes Mal sehr geehrt bei einer Remix-Anfrage, die reinkommt. Es ist spannend, mit Bands wie Fever Ray, den Junior Boys oder auch Modeselektor zu arbeiten, weil es mir wahnsinnig viel Spaß macht, mit Künstlern aus unterschiedlichen Sparten zusammen zu arbeiten. Bei der Entscheidung einen Remix dann letztendlich zu machen, spielt aber auch der Faktor Zeit eine Rolle.


Fever Ray - Seven (Marcel Dettmann Remix)
Quelle: YouTube


Wie unterscheidet sich die Arbeit an einem Remix von deiner sonstigen Produktionsweise?


Wenn ich an einem Remix arbeite, mache ich alles ausschließlich mit Ableton Live. Wenn ich eigene Sachen produziere, arbeite ich zusätzlich noch mit Drum-Computern, externen Effekten und Synthesizern.


Du betreibst auch dein eigenes Label, Marcel Dettmann Records. Was war ausschlaggebend, es zu gründen?


Ich hatte zu dieser Zeit schon sehr viele Tracks aufgenommen und arbeitete auch im Hard Wax, einem Plattenladen in Berlin. Irgendwie lag es da natürlich nahe, selbst Musik zu veröffentlichen.


Auf MDR veröffentlichst du auch Stücke von Norman Nodge und Wincent Kunth. Nach welchen Kriterien entscheidest du, wer bei dir veröffentlichen darf?


Bisher habe ich nur Musik von befreundeten Künstlern wie Normen und Wincent released. Nun kommt noch ein weiterer Künstler und ebenfalls Freund dazu. Er nennt sich "Answer Code Request" und ist aus Berlin.

Letztendlich geht es mir darum tolle Musik zu veröffentlichen, will heißen, dass ich natürlich auch für andere Künstler offen bin. Ich reise viel und bekomme ständig interessante Demos zu gesteckt.


Onlineplattformen wie Soundcloud haben hier einen zusätzlichen Schub gebracht. Wie gehst du mit dieser Netzöffentlichkeit um?


Ich bekomme natürlich alles mit, halte mich aber zurück, denn weniger ist mehr.

Was denkst du, wohin wird dich deine musikalische Entwicklung führen?


Definitiv kein Stillstand.


Marcel Dettmann - Live at Fuse, Brussels (04/21/2012)
Quelle: Soundcloud




Verlosung

fudder verlost zweimal zwei Gästelisteplätze für Marcel Dettmann im Stinnes Areal. Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit seinem Namen und dem Betreff "Dettmann" an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Freitag, 14. September 2012, 12 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt.

Mehr dazu


Was: Nitebeat & Sinnestäuschung present: Marcel Dettmann, Support: Smilla, Mandibula, Ralf Dännart, Kevin Prochotta, Anina Owly, Subjkts
Wann: Freitag, 14. September, 22 Uhr.
Wo: Altes Stinnes Areal, Hans-Bunte-Straße 16c
Alle Partys am kommenden Wochenende: Wo rockt's?

  [Foto: Sven Marquardt]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 1
Freitag, 14.09.12 12:03
 

UPDATE: Je zwei Gästelisteplätze für Marcel Dettmann im Stinnes Areal gehen an:

- Valentin H.

- Melanie F.

Viel Spass!

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