Ein neuer Zufallsfund aus der Schatzkiste YouTube: Freiburgs Straßenbahnen im Jahr 1988:


riegeler, ganter, fürstenberg... brauereien scheinen damals noch gerne bei der vag geworben zu haben.
die gleichen bahnen fahren heute immernoch, außer dass niederflur-abteile reingebaut wurden... ich finde so anders sieht das doch garnicht aus. am bertoldsbrunnen heißt der müller halt noch oberpaur...und die volksbank beherbergt wohl noch müller moden...
"Und wer kann sich schon noch erinnern wie es 1988 auf Freiburgs Straßen aussah?"
Nicht arg viel anders als heute...aber jetzt wird dank Rotteckring ja alles anders !? ...gucke ma mal.
Der Alte Sack kann sich noch sehr genau erinnern, er kommt schlieslich aus dem Tal der Vergangenheit.
Die größte Veränderung wäre im Bahnhofsbereich zu sehen. Jetzt gibts da kein Kopfsteinpflaster mehr. Die Straßenbahenhielten noch direkt vor dem Bahnhofhaupteingang. Die alten Lagerhallen abgerissen gegenüber vom Jazzhaus, statt dem Konzerthaus stand noch das Unteroffiziercasino er Franzosen und über die Blaue Brücke fuhren noch Autos
Im Stadttheater waren noch Kamera und Kurbel, es gab kein Cinemaxx, kein Burgerking, kein Mr. Sub(way), kein K&U, kein Starbucks.
Der Rotteckring war noch vierspurig zu befahren.
Discomäsig gabs Sound (Teenieladen), Unverschämt (Pseudo-Yuppy-Schuppen), Agar (Baghwandisse), SitiS (gabs halt) und Crash (Grab meiner Jugend).... evtl noch den Roten Punkt???
sitis hahahaha stimmt :-D
edit: aber das war doch mitte der 90er. gabs das in den 80ern auch schon?
SitiS wurde mehrfach als Name für den gleichen Keller gebraucht, hieß zwischendurch immer wieder anders.
Sitis war ein Prollschuppen, wenn man ein paar aufs Maul wollte war man da gut aufgehoben. Pur gab's auch noch, in der Scotchmenbar.
Zu den Straßenbahnen, man konnte sich da bei den alten Dingern hinten auf den Kupplungsbock setzten und sich eine Station bei einer Freiluftfahrt vergnügen, das haben wir gemacht obwohl noch keine Möglichkeit vorhanden war sowas aufzunehmen und bei Youtube reinzustellen.
Toll dass noch ein paar andere "Zeitzeugen" überlebt haben.
Die 80er in Freiburg war schon eine starke Zeit. Da gab's auch noch das ELPI, das FarOut und hinter dem Theater den Playboy Club von Gina für den frühen Morgen. Das UC wurde übrigens gerade ein Jahr davor aufgemacht, von einem Teil der Mannschaft des Belle Epoque ....
Scotchmenbar, der Laden hielt sich auch ewig, was man dann von seinen Nachfolgern Pur, Al Bundy und was weiß ich noch alles nicht sagen konnte.
Dann sollten die Überlebenden mal hier vorbeischauen: http://www.facebook.com/Automatenbilder
so sahen wir nämlich damals alle aus. ;-)
Macsorzist, ist das ein Wunder, daß wir postapokalyptisch aussahen?
Die ganzen Bedrohungen um uns herum. Kalter Krieg, keiner wußte ob Ronny nicht mal aus versehen den Knopf drückte oder ob bei den Rusen alle Relais sauber verschraubt waren, dazu noch ein verrückter Deutscher, der meinte auf dem Roten Platz mit einer Cessna landen zu müssen.
Diese Frisuren halfen zudem gegen den sauren Regen (hört man auch nix mehr von, wie beim Waldsterben auch).
Autos ohne Airbags. Aids wurde entschlüsselt. RAF, das Aussterben von Video 2000 bzw Betamax machten den Alltag auch nicht einfacher...
Zudem gab es plötzlich Kabelfernsehen und Sat-Empfang. Nix mehr 3 Programme. Sendeschluß wurde abgeschafft, der totale Terror!
BTX mit dem C64 war ja noch okay, aber die Telefonrechnung von über 400 DM (Zeitungsträgergeld von 2 Monaten!!!!) waren dann direkt an das Familienoberhaupt abzuführen...
Die Volkszählung darf nicht vergessen werden, Berlin hatte noch die historische Stadtmauer und feierte 750 Jahre bestehen....
Alle heulten rum, weil die alten DM-Scheine gegen neue ausgetauscht wurden.
Wir mußten zwangsläufig so aussehen, damit man uns wenigstens nach einem plötzlichem Ableben überhaupt indentifizieren konnte.
Nurweil wir so aussahen, haben wir überhaupt überlebt!!!
ich vermisse die schönen alten Bahnen die früher auf der Linie 4 und 3 fuhren (die kurzen kleinen gemütlichen).
Wenn ich diese sch.... Combino Advanced sehe, diese Plastikbomer.... da könnt ich würgen.
nur der neue Schienenschleifer der ist ein Hingucker. Knallrot...richtig flott ;)
bei den genannten Läden vermisse ich noch die Mehlwaage. Man konnte auch nahezu bedenkenlos am Wochenende alleine durch die Innenstadt ziehen ohne angepöbelt zu werden, zudem kam man per Anhalter auch innerhalb der Stadtgrenzen immer prima von A nach B ohne lange stehen zu müssen und lernte oft interessante Leute dabei kennen. Ach ja, schön wars :-)
Wer eine Großraumdisco brauchte mußte nach Kehl-Goldscheuer ins Drops (mit Löwenhaltung), später in den 90er gleiches Gebäude anderes Konzept, die Rockfabrik...
Das klingt alles ganz nett - nur hab ich meine Jugend in Oberbayern bzw. München verbracht. Da kann ich nur nachlesen und mir die Sachen vor meinem geistigen Auge vorstellen.
@Jass: in dieser Zeit, also 88/89, schwappte auch die Acid-House Welle nach Freiburg, bzw. wurde dem breiten Publikum (räusper) zugänglich. Kann mich noch gut erinnern, als ich diesen Sound zum ersten Mal zu hören bekam. War im Unverschämt und anfangs fand ich sogar richtig Gefallen dran. Beim durchstöbern meiner Plattensammlung bin ich erst letzte Woche über ein paar Vinyl-Schätze aus dieser Zeit "gestolpert". War luschdig... ;-)
@ fudder mit dem zaunpfahl winken:
hm, das wär doch mal ein interessanter (denke ich) artikel, freiburgs nachtleben die letzten 100 jahre...stadtplan inklusive mit allen bisherigen locations...und wenn sich der rasende fuddereporter reinhängt gibts auch noch n paar lebende zeitzeugen:D
@jass
das ist eine superidee! wir haben das zum teil schon mal probiert, und sind da leider sehr schnell an unsere grenzen gestoßen, weil protagonisten quasi nicht aufzutreiben waren. das nachtleben ist flüchtig, gäste erinnern sich nur schwammig (warum nur? :)), bildmaterial pre-digital ist schwer aufzutreiben....
klugscheissermodus an: hm, das mit der oral history is natürlich so ne sache, aber wie mir scheint gibts hier ja zumindest einige user, die mit infos (und fotomaterial?) dienen können, und sei es nur als ausgangspunkt für weitere recherchen...gut, ein praktikant wäre mit der aufgabe wohl monate beschäftigt, aber was tut man nich alles für eine gute story...
klugscheissermodus aus.
im ernst, ist mir klar, dass das ein riesenprojekt wäre, aber fragt doch mal bei den historikern an, viell finden sich da ja offene ohren und mithilfe...bachelorarbeit trifft auf guten investigativen journalismus und so...
ich glaube man könnte das höchstens open source-mäßig machen, irgendwie. aber wie genau....hmmm.
und bevor wir das angehen, machen wir erstmal unseren relaunch... :) prioritäten!
Aciiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiid!
http://www.youtube.com/watch?v=B7KysDINx-U
http://www.youtube.com/[..]
es gibt mindestens eine ganz nette autobiografie über das leben in freiburg in den 80ern, oder warens die 60er? mit kneipenfokus, habe ich bei einer dieser buchhandlungen im regionalia-bereich gesehen, kann das ding nochmal raussuchen. irgendwie n typ der in einer kneipe arbeitete? war cool, aber habs dann nicht gekauft. der autor freut sich bestimmt über publicity für das gute stück. das tagebucharchiv gibts auch etc., da könnte was von jugendlichen zu finden sein, auch wenn ich nicht weiß wie das mit den rechten aussieht. ein exbetreiber vom elpi müsste ja wohl auch auf jeden fall zu finden und zu interviewen sein, (bzw keine ahnung, vielleicht ist es ja seit 30 jahren derselbe :) )
Wenn wir die Zeitmaschine noch um 10 Jährchen zurückdrehen können wir nahtlos an den "Welche Bars/ Kneipen vermisst ihr? - Fudder Thread von 2009" anknüpfen.
@Caro: Protagonisten müssten schon noch aufzutreiben sein, schliesslich haben die ganzen Läden ja meist zu 90% mit studentischen Aushilfen gearbeitet und einige "Ex-Aktivisten" scheinen ja hier auch noch mitzulesen - wenigstens den Reaktionen nach zu schliessen. ;) Würde halt 'ne totale Puzzlearbeit.
btw@WTW: hast du noch etwas genauere Daten zu dieser Autobiografie, würde gerne mal reinschauen.
@nasentrompeter
Heidewitzka, Danke für den Hinweis auf den Thread. Also ich war lange Zeit meines Lebens eigentlich täglich im Del, auch am letzten Abend, und müsste demnach von den älteren Herrschaften hier so ziemlich jeden kennen, zumindest vom sehen.
Irgendwie gruselig!
;-)
@Schnoog: LOL, gleichermaßen schauderhaft und lustig ;-) meine Kernzeiten im Del waren Anfang der 90er, davor hatte ich mich andernorts rumgetrieben....
@Tatoocheck: bin dabei, selbstverständlich verbunden mit einer Runde Tischkicker. Oder doch lieber in Freiburg bleiben und ins Musicland oder in die Tangente? :-))
@why
call me!
@nasentrompeter
sowas klingt leider immer leichter, als es ist. :( aber mal gucken, was wir machen können.
lässt sich ja alles unendlich weiterführen.
wer kennt noch das 2hot4u oder das Spectrum, das Ocean im Dreisameck und das Crash ist ja auch im Schwarzwaldhof entstanden und über das Mariengrab und AZ erst später in der Schnewlinstrasse gewandert. das Elpi hies mal Top10 und manch heute angesagte Läden waren damals unter den seltsamen Namen Alt Freiburg Nr1 oder Landhaus unterwegs.
Auch das Caveau und das Inside in EM dürfen hier m.E. nicht fehlen.
@schnoog: gruselig trifft die Sache auf den Punkt! Habe selbst im WS 79/80 eine Zeit im Del gejobbt.
Anfang der 80er, auf dem Höhepunkt der NDW, erinnere ich mich auch noch an einen Live Auftritt der "Spider Murphy Gang" in der Tangente.
@Abnoba: das Crash im Mariengrab, Subkultur in Reinform - schön war's
@nasentrompeter
ich habe keinerlei daten zu dieser autobiografie, ich würde die woche in den laden pilgern und hoffen dass sie noch an derselben stelle im regal steht :)
ggfs dann aber infos an dieser stelle ;)
Vor 24 Jahren ?
Das war doch die Zeit, als noch kein Mensch mit dem Begriff "Säule der Toleranz" was hätte anfangen können,
als die Autos noch nicht mit eigenwilliger Elektronik vollgestopft waren und deshalb die Werkstäten noch reparieren könnten (so richtig von Hand), als der Benzinpreis ...
Und meine Spulentonbandgeräte noch im täglichen Gebrauch waren.
Und als die heute 50-jährigen im besten Alter waren und der Herr Rübsamen eher unbedeutend ...
Ach ja - und auch das waren Zeiten: Dreisameck, Whyl ...
aber das war wohl noch etwas früher !
fast hätte ich noch das Casablanca und das Zoom vergessen...... und das Brasil hies Eschholzstüble und im zweiten Stock konnte man Billard spielen
H3...
Oder das Fashion in Emmendingen, welches so oft den Namen wechselte: Fashion, New Fashion, Ocean...
Funkytown in Breisach...