Rund 150 Leute haben sich am Freitagnachmittag am Siegesdenkmal getroffen, um eine Demonstration gegen die GEMA-Tarifreform 2012 und das Ordnungsamt Freiburg zu starten. Wir haben bei einigen Teilnehmern nachgefragt warum sie heute auf die Straße gehen:

Demo-Initiator Jonas, 23
Nicole, 30
Benjamin, 20
Patrick, 28
Dennis, 24
Tabea, 16
Roman, 29
Thomas, 41



demos sind komplett sinnlos, sehe ich das richtig? ich meine wenn ich die schilder lese nehmen die sich nichtmal selbst ernst
Ob das wirklich was bringt? Ist nicht eher Lobbyarbeit und bessere Darstellung der Gegnerpartei (der Gegner der Reform wohlbemerkt) nötig?
In wie weit die (umstrittenen) Entscheidungen des Ordnungsamtes von der GEMA beeinflusst worden sind ist mir noch schleierhaft - werden da nicht zwei unterschiedliche Themen zusammengefasst und so frei nach dem Motto "einen Beteiligten wirds schon berechtigt treffen" drauf losgeprügelt? Die Gema hat mit Herrn Rubsamen nix zu schaffen - sind das die ersten Auswirkungen von übertriebenen nächtlichen Clubfeiern....? ;-)
Tabea, 16
"Ich hab Angst dass auch meine Lieblingskneipen bald zu machen müssen!"
pffffff, da hilft mehr Cola trinken, anstatt den ganzen Abend an einer rumzunuckeln.
Ansonsten, wurde bei dieser 'Demo' auch demonstriert, oder nur blöd rumgestanden oder -gesessen, Kippe gekurbelt und Bierflache hoch und Schild mit 'aussagekräftigem' Argument unten gehalten ?
Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten (Einer musste noch zum Omega sprinten und ein paar Kabel kaufen) haben sich die Leute dann in Bewegung gesetzt und sind mittlerweile in Hörreichweite KG II... Aber es sind weniger geworden, vielleicht noch so 100... Und die Musik ist auch nicht die feinste, aber das ist ja Geschmackssache...
immer diese schönwetterraver, wa...
süß die technoeltern welche sven ricardo dabei hatten
und
der bub im morphsuit, der sich demaskieren musste.
ps: der namensgag is nich negativ gemeint:)
Jö, kann der Bub die Videos auf Youtube nicht sehen? Sag mal biste blöd? Ein Add-on auf Firefox und schon wird jede Gemasperre umgangen.
@Tatoocheck,
und Menschen die mit anderen Browsern ins Web gehen haben das Nachsehen mit der Sperrenpolitik.
Oder es wird umständlich via hidymas oder ähnlichen Anonymservern ins Web der Zutritt gewählt.
Was ich mit Opera bei youtube nicht sehen kann - das ist halt so und ich mache mir deswegen keinen Kopf. Kauf halt die CD und kann es dann hören wenn ich Lust drauf hab.
außer youtube gibt es auch noch andere bessere seiten. früher haben wir auch ohne youtube überlebt. hausparties machen eh am meisten spaß. besonders wenn sie nicht auf facebook angekündigt wurden. wenn die zeiten sich ändern sollen, lass ich mir doch nicht den spaß verderben.
Wir sollten zusammenlegen um diesem Fudder-Autor einen Rechtschreibkurs zu finanzieren. Sag ich mal so als Orthographie-Fan;-)
Lustige Demo. Kein Kneipenwirt weit und breit und auch kein Discobetreiber. Nur so Partymäuschen. Die Lobbyarbeit der Gastronomen funktioniert so gut, dass die angeblich Betroffenen selbst gar nicht mehr demonstrieren müssen. Und zu Jahresbeginn wird die Reform in Kraft treten und gar nix wird passieren.
vdp 1100, mir gings nur um die Aussage Gema sperrt... mag ja alles sein, aber es gibt nunmal Wege dies zu umgehen.. Da hat man zig Browser auf dem Rechner und meint wunderwas und stellt sich dann doch an wie der Mork vom Ork. Muß man sich eben etwas dahinterklemmen, wenn man konsumieren will.
Nebenbei, ich höre Musik nur von CD´s bzw LP´s bzw Singles. Kein Downloadscheiß! Ich will da irgendwie eine emotionale Bindung zur Kunst. Die habe ich nicht, wenn das irgendwo als Datei auf dem Rechner liegt. Hat ja auch was, wenn man regelmäsig die Regale abstaubt und man mal wieder etwas lange nicht gehörtes einschiebt...
@ bromf: jein. n paar tiefergehende nachtaktivisten/gestalter waren am start...aber du hast recht, da fehlten ein paar gesichter. nur, das mit dem "...wird nix passieren" bezweifel ich. so penetrant beharrlich wie die gema zu werke geht werden die sich die mehreinnahmen nich entgehen lassen...
also eigentlich fing das ganze ja so an:
der erst fragt:
"gema ma wieder auf eine demo ?"
"wogegen denn ?"
"koi aahnung"
"gema halt"
"ok, gema "
Liebe Leut!
natürlich ist eine Klage und Vereinigung gegen die Gema, der einzige Schritt diese auch zu stoppen. Aber eine Demo ist nicht vollkommen sinnlos (Vor allem wenn es in vielen Städten passiert). Sie lässt die Politik merken, dass eine Unzufriedenheit herrscht und dazu wird es auch noch mehr in den Medien diskutiert (Siehe z.b hier auf Fudder). Wer das hier auf die leichte Schulter nimmt, soll sich nicht wundern, wenn ab nächsten Jahr sein Bier halt 4 EUR kostet oder der Eintritt immer 10 EUR. Ausserdem würde diese Reform jegliche neue Clubentstehung verhindert, da die Kosten nach Eröffnung kaum zu überschauen wären.
10€ Eintritt? In so billige Läden gehe ich gar nicht erst.... naja, Crash schon. *g*
Der Eintritt läßt doch schon die Spreu vom Weizen trennen.
Da darf ma sich nicht wundern, wenn nur Billigheimer das Nachtleben bevölkern und selbst da noch am Eintritt rumdiskutiert wird.
Na ja Totoo es gibt durchaus Leute die nicht so mit Geld gesegnet sind und trotzdem den Abend nicht vor der Glotze, oder vorm Lehrbuch oder nur am Augustiner / Sternwaldwiese / Dreisamufer verbringen wollen.
Ich geb übrigens fast nie 10 Euro für Eintritt aus - ich mag kleiner Events viel lieber.
christian, mag ja alles sein. Nur, wenn man Party haben will und schon am Eintritt rumgemeckert wird, den dann widerwillig bezahlt und sich den ganzen Abend damit beschäftigt, für das Geld diesselbe Musik daheim gratis und das Getränk billiger zu bekommen, ist man so verkrampft, da kann keine Stimmung aufkommen.
Es geht nicht darum mit Geld gesegnet zu sein, sondern seine Erwartungshaltung als Konsument anzupassen. Hier in Freiburg wird immer von Konzepten geredet, welche nicht passen oder veraltet oder was weiß ich was sind. Wenn man nachfragt, was erwartet wird, ist großes Schweigen angesagt.
Sorry, das geht jetzt etwas an der Thematik vorbei, aber wenn ein Club sich entsprechend positioniert, keine Langeweile bei senen Gästen aufommen läßt, dann brummt der Laden auch weiterhin und kann die Gema stemmen.
Sowas fehlt in Freiburg komplett. Da gehst am WE weg, aber im großen und ganzen sieht man doch sehr gelangweilte Grüppchen in den üblichen Locations.
Als Azubi hatte ich auch nicht die Kohle. Aber am WE sollte wenigstens der Spaß im Vordergrund stehen und da habe ich wenig bis gar keine Rücksicht auf den Geldbeutel genommen.
@ tatoo:
andere sichtweise: nicht jede örtlichkeit ist eine eierlegende wollmilchsau bzw. als solche konzipiert. nur weil ein laden "brummt" (definiere mir das bitte. volle auslastung oder angenehmes publikum, welches feiern und nicht nur ficken und/oder gesehen werden will), heißt das erstmal gar nichts.
die gematarifgeschichte pauschalisiert extremst, und killt jeden ansatz von (legaler) alternativer (jaja, schwer ausgelutschter und strapazierter begriff, hier eher in unkommerziellerer* sichtweise gemeint) nachtgestaltung.
*kommerz/nichtkommerz-definition aussen vor gelassen.
Jass, man kann beides haben volle Auslastung auf der einen Seite, inklusive der unteren Partyebene, tanzen saufen, ficken.
Und seperat VIP-Bereich mit dem handverlesenen Publikum.
Kategorisierung der Kunden in A, B und C...
Es ist ja nicht nur die Teuerungsrate (die sich übrigens nicht alleine in den Eintrittspreisen niederschlagen wird, auch in den Getränkepreisen)
Dahinter steht dann noch die prizipielle Sache dieser "Organisation". Ich für meinen Teil kann und will es nicht zulassen das eine Organisation die den Rechtsstatus eines "gemeinnützigen Vereins" führt, folgende Privilegien inne hat:
- Umkehr der Beweislast.
- Unkontrollierte Festlegung von Zwangsgebühren auf die
Allgemeinheit (nicht nur Clubs, auch Datenträger, Brenner,
usw.).
- Undurchsichtige Umverteilung von Geldern an wenige Künstler während das Abkassieren mit dem künstlerischen Schaffen von vielen begründet wird.
- Kontrollfunktion nach eigenem Ermessen (eigentlich
hoheitlich-justiziable Funktionen).
Da stimmt doch was nicht. Die Gema hat Privilegien die nicht einmal eine Kommune hat.
@Mikey wird uns bestimmt gleich sagen, was zu tun ist, was richtig ist.
Mikey for Betroffenheits-Diktat-Führer! Hail Mikey!
Alle die Geld an die Gema zahlen dürfen, sollen in einer konzentrierten Aktion ersten Wochen im Januar keine gemapflichtige Musik spielen, den Laden zu lassen usw....
Dann hat man die Bevölkerung gleich mobilisiert, die Gastronomiezulieferer, das Arbeitsamt usw....
*hopplaausdemTraumaufgewacht*
@ boees: troll dich woanders und lass hier die großen spielen.
was die gemafreie musik angeht, siehe umgekehrte beweislast.
alles ganz ganz einfach natürlich.
nehme bezug auf ms letzte forums aussage "häufung sex.übergriffe".
sorry, wenn das nicht zu verstehen war.
Gemafreie Musik ist nicht gerade Hitverdächtig...
http://tinyurl.com/c7eqry2
gema außen vor lassen ist vielleicht wirklich das schlaueste. n paar aktivisten - musiker, betreiber etc - investieren die zeit und mühe und bauen gemafreie musik bei der tatsächlich jeder furz als gemafrei dokumentiert ist, stellen das zeug ins internet und spielen in ihren läden halt das. ne weile wirds n bißchen langweilig klingen im laden weil es nur zwei bands gibt die mitmachen, aber hey, no such thing as a free lunch etc. wer sagt dass politischer wandel ohne anstrengung zu haben ist lügt. dann ist halt sieben tage die woche trommelkreis.
latschdemos veranstalten mit der hoffnung dass ein klüngel mächtiger leute "einsieht", dass er vielleicht doch im interesse des großen ganzen gegen seine finanziellen interessen etc wenn man nur lange genug im kreis latscht ist lächerlich.
Latschdemos sind schon ein Beitrag, man muss halt wissen wann machen und wann aufhören.
Ich denke bei ACTA waren die Demos hilfreich wenn auch jetzt die Hydra unter vielfachen anderen Namen zurückkommt.
Latschdemos mit 120 Leuten? Die werden doch gar nicht wahrgenommen... Die Kommentarspalten in der BZ sind jedenfalls leer.
In einem Bericht wir von 100, in dem kommetierbaren von lediglich 50 meist jungen Leuten geschrieben...
So baut sich kein politischer Druck auf.
@wolke: der war gut *LOL* - und stimmt auch noch ;-)
Bin ich froh aus der Club-Disco-HaudieNachtumdieOhren-Altersklasse draussen zu sein. Da bin ich stolz drauf selbst Musik (nein in Freiburg läuft sowas nicht..) zu machen.
Ätsch ;-)
Reformstau beim Urheberrecht und die GEMA: eine Antiquität im Zeitalter 2.0
Das dt. Urheberrecht ist längst outgedatet, neue Vertriebswege und Vervielfältigungsmöglichkeiten, neue Formate und Inhalte führten zu einer Veränderung nicht nur des Verbraucherbewusstseins. Viele Künstler sehen die kostenlose Veröffentlichtung nicht nur als marketingstrategische, sondern teils als ideologische Notwendigkeit:
Seit Napster erklärte die sog. Content-Mafia (Labels, Verlage etc) den WAR ON COPYRIGHT (= den Verbrauchern den Krieg), pauschaliert Konsumenten zu Straftätern, die lediglich - oft auch ohne juristisches Wissen (siehe Urheberrechtsverletzungen auf FB zB) - die neuen Bezugswege nutzen.
Im Gegenteil hat Napster sogar in einer Studie beweisen können, das illegale Bezieher mehr investieren als Normalverbraucher, der illegale Bezug sich aus Selektionsanliegen erklärt, sprich das Probehören im Plattenladen (der seit 2k online ist).
Desweiteren garantiert kostenlose Veröffentlichung eine kulturelle Teilnahme auch für Sozial Benachteiligte, Kunst verliert durch ökonomische Beschränkungen nicht nur Konsumenten, sondern ihre Bedeutung, wird zur Ware.
Kunst aber ist weder Ware, noch außschließliches Konsumgut, sondern Kulturträger.
Die GEMA nun ist die Konsequenz des dt. Urheberrechts, das als Einzelnes den Reform- und Nachbesserungswahn rotgrüner Regierung (Behördenabbau, Agenda 2010 etc) überlebte: eine Antiquität des präinformationellen Zeitalters.
Denn ein Großteil der Konsumenten lebt und erlebt Kunst und Kultur heute anders und vor allem online. Die bisherigen Marketingstrukturen, deren Intention ja serviceorientiert ist, dh. der Verbraucherin Kunst anzubieten, sind nicht ausreichend.
Eine Anti-GEMA Demo in Freiburg ist insofern zur politischen Willensbildung wirksam, als das sie regional dieses Thema in die (Konserverativ)Medien trägt und überregional den bundesweiten Protest unterstützt.
Jede Meinung zählt, jede Demo, jeder Post, denn Demokratie versucht Qualität über Quantität zu verifizieren.