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Badoo: Das soziale Sexwerk

Vergleicht man Facebook mit dem Wohnzimmer des World Wide Web, dann ist Badoo sein Swingerclub. Statt Likes und Freundschaftseinladungen gibt es bei Badoo anzügliche Fotos, schmierige Nachrichten und eindeutig zweideutige Angebote. Offiziell will Badoo ein soziales Netzwerk sein, „mit dem man Abenteuer erleben kann“. Und was für welche. Ein Erfahrungsbericht.

Badoo

Innerhalb von wenigen Sekunden macht Badoo.com aus mir ein Lustobjekt. Treffender: ein Lust-Subjekt. Immerhin steht da: „Fabienne will heute mit einem Mann (22-37) in Freiburg nett chatten“, in einer pinken Sprechblase über meinem Profil. Dabei habe ich bisher nichts getan, außer einem Konto angelegt, Name, Alter und Wohnort angegeben. Dass ich „nett chatten“ will hat Badoo für mich entschieden, ebenso das Alter meiner Chatpartner.

Hier ist alles vollautomatisiert. Die Aktivität, die ich mit meinen zukünftigen Flirtpartnern anstrebe, wähle ich per Mausklick aus einem vorgefertigten Begriffepool. Zur Auswahl stehen interessante Freizeitbeschäftigungen wie „Pferde stehlen“, „eine Zigarette teilen“ oder „Klammerblues tanzen“.

Badoo: Das Beliebtheitsbarometer steht auf Null

Nach der Registrierung bekomme ich eine Liste von Mitgliedern angezeigt, die im Umfeld von Freiburg leben. Hinter jedem Profilnamen stehen drei Schlagworte und die gewünschte Aktivität. Zusammen ergibt das einen effizienten Abriss von meinem potentiellen Aufriss. Jens, 34, aus Waldkirch zum Beispiel (Liebe, Hiphop, Pizza, „will am Strand spazieren gehen“) grinst mir oberkörperfrei von einem unvorteilhaften Webcam-Foto entgegen; der untersetzte Hamid, 35, (Umarmen, Twilight, David Guetta) grüßt mit Skibrille; und der nasshaarige Ferdi, 29, (gemischte Musik, Ausgehen, Sushi) wirft sich mit Pilotenuniform in Pose. Irgendwie erinnert mich Badoo an eine seltsame Begegnung am Müllheimer Bahnhof. Damals sprach mich ein bierbäuchiger Mittvierziger an und fragte Zunge schnalzend, ob ich Interesse an einem Tanzkurs mit ihm habe. „Auf Hocks und so.“ Im Prinzip war das Badoo in 3D: rein funktional orientiert, ohne Berührungsängste und ganz in meiner Nähe.

Ich klicke weiter und traue meinen Augen nicht: „Deine Popularität: sehr niedrig“ steht da, das Beliebtheitsbarometer auf Null. Das tut weh. Das lässt sich nur auf eine Art ändern: Je mehr ich von mir preisgebe, desto stärker schlägt der Zeiger aus. Mit Aktivität kille ich meine Anonymität – und steigere meinen Marktwert. Besonders stark kreidet mir  Badoo an, dass ich noch kein Foto eingestellt habe. Fleischbeschau ist beim Flirten schließlich das A und O. Beim „Volltreffer-Spiel“ klickt man einfach Fotos nach der Reihe durch und bewertet sie mit ja, nein, vielleicht: Das ist Highspeed-Dating, aufs Wesentliche reduziert. „Hättest Du ein Foto von Dir hochgeladen, wärst du bereits bei 10 Leuten in den Suchergebnissen erschienen“, rügt mich ein Button. Die Strafe: Bereits Basisfunktionen wie das Lesen von Mitteilungen funktionieren nicht ohne Profilbild. Widerwillig lade ich ein Foto hoch.

Badoo bietet auch eine erweiterte Suche über verschiedene Kriterien: Größe, Gewicht, Sternzeichen, Alkohol, Rauchen, Bildungsgrad, Einkommen. LOL. Theoretisch ist es also möglich, mit einem zwei Meter großen, promovierten Kettenraucher besoffen Klammerblues zu tanzen, und das auch noch vor der eigenen Haustür. Wahnsinn.

Um besser gefunden werden zu können und natürlich um beliebter zu werden, füge ich meine Interessen hinzu. (Zum Beispiel „Salat“ schlägt Badoo vor). Wieder kann ich für verschiedene Themenbereiche (Filme, Lieblingspersonen, Essen etc.) aus einer Begriffsliste auswählen. Pro Bereich gibt es rund 30 Möglichkeiten. Ich entscheide mich für Kevin allein zu Haus, Mutter (das steht da wirklich), hausgemachte Suppe, was ganze zehn Männer nicht davon abhält, mir zweideutige Nachrichten zu schreiben. Allerdings interessieren sie sich vielmehr dafür, ob ich alleine wohne oder meinen Körper fit halte.

Camus, 34, („will heute mit einer Frau im Schlamm herumtollen“) fragt: „Hey, Interesse an einem bunten Tattoofreak mit Hirn?“ Dazu die Online-Flirt-Trias: Punkt, Punkt, Punkt, drei Fragezeichen, drei Smileys. Und: Ich solle mich ruhig trauen und ihm sagen, worauf ich denn so Lust hätte. Ob wir uns nicht mal treffen können. Bald. Und in echt. Ich habe mehrere Optionen, mit dieser Nachricht umzugehen: Ich kann chatten, Camus per Webcam kennen lernen, ihm sogar ein virtuelles Geschenk machen. Dazu brauche ich allerdings, jetzt kommt’s: Superpowers. Für 8,49 Euro im Monat kann ich alle Funktionen der Kontaktaufnahme unbegrenzt nutzen, bezahle bequem per Kreditkarte, Pay Pal oder SMS. Für zwei Euro mehr pusht man sich in den Suchlisten anderer ganz nach oben. Jens, Hamid und der nasse Pilot haben also alle ordentlich in meine Aufmerksamkeit investiert.

Für „Gratis“-Superpowers muss ich nur ein paar Freunde verraten, sprich von Facebook abwerben. Damit spart sich Badoo-Gründer Andrej Andreev ganz praktisch die Werbekosten und beantwortet die wohl meistgestellte Internetfrage: Wie verdient man mit sozialen Netzwerken Geld? Ganz einfach: In dem man den Nutzer bei seiner Eitelkeit packt. Er will immer beliebter sein und noch öfter gesehen werden, noch mehr Flirtanfragen bekommen. Wer beim Online-Abschleppen ins nächste Level kommen will, zahlt. Wie bei World of Warcraft.

Badoo ist mehr Ego-Game als Traumpartnerbörse. Nix mit Liebe, Traummann oder Partner fürs Leben. Es geht um Sex. Am besten mit ganz vielen. Es sei nichts anderes, als in einer Bar einen Fremden anzusprechen und zu flirten, rechtfertigte sich Plattformgründer Andreev mal in einem Interview. Oder eben am Müllheimer Bahnhof. Dabei übersieht er einen wichtigen Punkt: Würde ich Schlamm-Camus an irgendeinem Tresen in Freiburg begegnen, hätte ich noch die leise Hoffnung, dass er vielleicht doch ein guter Kerl ist. Bei Badoo schließt das allein schon seine Mitgliedschaft aus.






Badoo.com

Badoo ist eine Datingplattform im Gewand eines sozialen Netzwerkes. Anders als bei Facebook geht es nicht darum, bereits existierende Freundschaften virtuell zu pflegen, sondern darum, neue Bekanntschaften knüpfen. In Deutschland nutzen 2,3 Millionen Menschen die Plattform, weltweit sind es über 150 Millionen, zu denen täglich 150 000 neue dazukommen. Das 2006 von dem russischen Geschäftsmann Andrey Andreev gegründete soziale Netzwerk wächst unaufhaltsam.

Allein in Deutschland hat sich die Mitgliederzahl im Vergleich zum letzten Jahr mehr als verdoppelt. Während zahlreiche Online-Verzeichnisse bereits kurz nach ihrer Entstehung kriseln, macht Badoo derzeit einen sechsstelligen Jahresumsatz.





Rasterfahndung nach dem Prinz des Herzens

Klassische Singlebörsen wie Friendscout24, Parship oder Elitepartner wollen Partnervermittler sein. Mittels mathematischer Formel wird errechnet, wer zueinander passt, nach dem Grundsatz: gleich und gleich gesellt sich gern. Oder sie sehen sich als Zufallsbeschleuniger für Leute, die nicht ständig in Bars auf die Pirsch gehen wollen. Sie sind kostenpflichtig und erpicht auf hohe Seriosität.

Die neuen Dating-Networks unterscheiden sich von dieser ersten Generation durch ihren Netzwerkcharakter, Fotofixiertheit, Social-Media-Anbindung und die Suche über Parameter, bei denen das Traumpartnerfinden in den Hintergrund rückt. Viele sind gratis, finanzieren sich aber über kostenpflichtige Extra-Tools oder virales Marketing. Durch mobile Dating-Apps können Nutzer ihr unmittelbares Umfeld scannen.

Badoo
Gesucht wird mit  zwei Parametern: räumliche Nähe und Attraktivität der Bilder. Es geht darum, möglichst viele Verehrer und Verehrerinnen anzuziehen und sie in der Realität zu treffen. Dafür muss man das Portal aktiv nutzen, möglichst viele Daten preisgeben und Freunde von Facebook einladen –  oder  „Superpowers“ kaufen.

Zoosk
Die kostenlose, in Facebook integrierte Singlebörse hat derzeit über neun Millionen Fans. Statt der Anonymität regulärer Partnervermittlungen bietet Zoosk ein Maximum an Transparenz, da alle Nutzer ihr normales Facebook-Profil verwenden. Zusätzlich hilft eine Smartphone-App beim  Date ausmachen.

OkCupid
Für die Partnersuche schätzt OkCupid anhand von benutzergenerierten Fragen die Kompatibilität von Persönlichkeiten ab. Die kostenlose Mitgliedschaft wird durch kostenpflichtige Profile ergänzt, die bessere Suchoptionen und mehr Speicherplatz bieten. Mit der „Rating-Anwendung“ kann ein Benutzer einem Profil Sterne vergeben. Bewerten zwei Nutzer ihre Profile gegenseitig mit vier  oder fünf Punkten, werden sie benachrichtigt.

Blendr, Skout, Singles Around Me
Das Prinzip der mobilen Dating-Apps: Per GPS werden Nutzer der jeweiligen Dienste gefunden und deren Profilbilder in einem Raster angezeigt und nach Entfernung geordnet. Bei Interesse kann man dem möglichen Date Nachrichten schicken, einen Chat starten oder es direkt ansprechen, da sich Nutzer häufig nur wenige Meter weit entfernt befinden.

Facebook-Dating-Apps
Mit den zahlreichen Facebook-Flirt-Apps kann man zum Beispiel Fotos bewerten (Hot or not?) oder Freunde mit Freunden verkuppeln (The Datable, Matchmaker).








[Illustration: Karo Schrey]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 23
Donnerstag, 16.08.12 10:02
 

wem's gefällt...aber interessant zu sehen wer da alles angemeldet ist.

Donnerstag, 16.08.12 10:16
 

interessant(er) wäre das ganze ja jetzt auch mal aus der sicht eines mannes gewesen.

Donnerstag, 16.08.12 10:24
 

klingt nach der perfekten fake-plattform für tastatur-wichser.. (darf man das schreiben?)

Donnerstag, 16.08.12 10:51
 

besser oder gar seriöser als badoo sind die datingseiten der ersten generation übrigens auch nicht. ich habs ausprobiert und das ist die meinung die ich wiederholt gehört habe.

also ich finds gut, dass es so was gibt. nicht jeder hat live beim ersten blickkontakt ein selbstsicheres auftreten. da sind sicher nicht nur fakes unterwegs, sprich: nicht alle frauen sind dort eigentlich schwule männer und nicht alle frauen sind ausschließlich an geld interessiert.

hauptsache man trifft sich möglichst bald live und nicht nur online, sonst macht das ganze natürlich garkeinen sinn.

Donnerstag, 16.08.12 11:08
 

wie jetzt?

"nicht alle frauen sind dort eigentlich schwule männer"
erklärung bitte.

"nicht alle frauen sind ausschließlich an geld interessiert"
das musst du auch näher erläutern^^

ich kenn mich so absolut (fast) gar nicht mit sowas aus (fudder als datingplattform jetzt mal ausgenommen;), deswegen frag ich nach:)

Donnerstag, 16.08.12 11:36
 

@ Jass: Ich werd das mal hiermit illustrieren.

Ansonsten:
"nicht alle frauen sind dort eigentlich schwule männer"
Da sich in Communities etliches homophobes Volk rumtreibt, ist es ne Möglichkeit, sich als Frau auszugeben, um an Männer ranzukommen. Fake-Profile sind zwar eigentlich verboten, aber sowas gibt's trotzdem.

"nicht alle frauen sind ausschließlich an geld interessiert"
Das kann man auf zwei Arten verstehen:
1.) Aussehen und Hobbies des Kerls sind irrelevant, solange seine Lohnabrechnung attraktiv aussieht.

2.) In den diversen Netzwerken bewegen sich auch professionelle "Freundinnen", die sich Einkünfte von liebeshungrigen Singles versprechen.

Donnerstag, 16.08.12 12:00
 

aha. scary.

edit: also das balzverhalten im reallife ist ja u.u. auch sehr scary.


Jass hat den Kommentar am 16.08.2012 um 12:02 bearbeitet
Donnerstag, 16.08.12 12:23
 

denke das ganze krankt ein bißchen am gewollten, am illusionsmangel, und letztlich daran, dass man im falschen medium kommuniziert. in der kneipe redet man sich leichter ein dass das hier gerade "so passiert" und nicht geplant usw ist, was das ganze lockerer macht. wir funktionieren im alltag ja sehr darüber, dass wir unsere affekte zügeln, und die im internet jetzt plötzlich rauslassen zu sollen ohne gegenüber, an dem man sich hochschaukeln kann, und ohne alkohol ist nunmal schwieriger.

außerdem funktioniert ein fickaufriß / "affären"anbahnung nunmal nicht primär über sachen, die per text kommuniziert werden können. wenn man das zeug aufschreibt was man seinem letzten kneipenaufriß so erzählt hat ist das auch nicht enorm literarisch, aber man hat es nunmal auch nicht vor augen, es ist sofort wieder weg. vgl auch partyverhalten - cool, weil man da und voll ist - und foto von partyverhalten - weniger cool, weil man nüchtern am rechner sitzt und denkt "scheiiiiße".

letztlich kann man einen one night stand ja auch leicht sordid finden wenn man nicht in der richtigen stimmung ist, ihn gut zu finden.

Donnerstag, 16.08.12 12:55
 

@Jan K, früher als die Zypresse das Kontaktorgan diesbzüglich war, stand unter Sie sucht ihn auch öfters dabei neben Photo doch bitte auch den Kontoauszug mitzuschicken...

Donnerstag, 16.08.12 22:14
 

@ Tattoo: Jetzt im Ernst? Krass. Ich les eher weniger Kontaktanzeigen. Gibt sooo viel, über das man sich amüsieren kann

Donnerstag, 16.08.12 22:14
 

@ Tattoo: Jetzt im Ernst? Krass. Ich les eher weniger Kontaktanzeigen. Gibt sooo viel, über das man sich amüsieren kann

Donnerstag, 16.08.12 23:20
 

@Jass: Jan hat das soweit ganz richtig erklärt, bis auf den punkt mit den homophoben männern. ich glaube nicht, dass sich dort mehr homophobe männer rumtreiben, als auf der straße. die schwulen mädchen :) fördern besser gesagt die homophobie, in dem sie unüberlegt heteros verarschen. leute aufgrund sexueller triebe zu verarschen, scheint ein großes problem der dating-platformen zu sein.

Freitag, 17.08.12 02:47
 

ouuukääi. danke:)

Freitag, 17.08.12 08:18
 

Also, ich war auf dieser Plattform ebenfalls angemeldet. Ich wusste allerding vorher nicht, was für eine Plattform es genau ist. Ich mach es kurz. Ich habe meine jetzige Freundin dort kennen gelernt, und bevor alle schreien, sie ist weder:
- Pervers
- Geldgeil
- Prostituierte.

Und um das Paket abzurunden, sie ist sehr hübsch und schreibt gerade ihre Doktorarbeit.

Und ab dafür.

Freitag, 17.08.12 11:15
 

tinwop

Freitag, 17.08.12 12:25
 

süß, gayromeo für heten *welcome-to-the-real-world* ;)

Freitag, 17.08.12 12:56
 

@ DaSilva : glückwunsch !!
auch wenn viele leute sich das nicht vorstellen können, die wahrscheinlichkeit abends in der stadt partnertechnisch einen griff ins klo zu landen ist genauso gross wie auf irgendwelchen portalen.
auf den portalen ist der ein oder andere sogar "mutiger" und direkter in seinen äusserungen da er sich sicherer fühlt als im face to face gespräch.
das mit dem verarschen ist ja auch so eine sache.
wenn ein kerl sich auf cs mit einer vermeintlichen frau einlässt, das geschrieben ihn so emotional aufwühlt das er seinen spass hat ist es doch wurscht ob es wirklich eine frau war oder nicht. da es ihm in dem moment ja um den cs geht zählt unterm strich nur das was dabei rauskommt..... :-)

Freitag, 17.08.12 13:58
 

@why this world

Ich will dich nicht vom nichtstun ablenken :-)

Freitag, 17.08.12 14:15
 

Hab da auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Als Frau stell ich mir das allerdings sehr anstrengend vor... alleine die Erzählungen der Frauen, die ich in echt gesehen haben, waren haarsträubend, aber es gibt da auch sehr viele normale Leute... Ist halt wie abends weggehen... mal hat man einen netten Gesprächspartner, mal wird einem an den Arsch gefasst (als Frau).. Da hilft nur fleißig aussieben!

Der Artikel ist, wie so viele, sehr überzogen dargestellt und vertreibt die Normalos aus diesen Einrichtungen.. also ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand, der das gelesen hat und nicht drauf aus ist einfach nur ein paar Mädels flachzulegen, dort anmeldet. Dabei ist mir bisher eigentlich noch keine Frau auf dieser Seite untergekommen, der es rein um Sex ging. Das sind dann wirklich zu 99% die Männer..

Freitag, 17.08.12 16:02
 

Jan K, ja echt, no Joke.

Samstag, 08.09.12 16:04
 

Eine App für den Flirt auf der Straße: http://sbobme.com/

Auch ein interessanter Ansatz...

Dienstag, 18.09.12 00:54
 

Ein Bekannter hatte mir mal eine Nachricht über Badoo geschickt. Und seitdem ich mich dort angemeldet hab (ohne Anmeldung hätte ich die Nachricht nicht lesen können – ganz schlau ausgedacht von Badoo!), krieg ich jetzt am laufenden Bande Mails von Badoo, daß mich ganz ganz dringend extrem viele Frauen kennenlernen wollen. Wie gesagt: Angeblich. Es sind in den Mails Fotos von zahlreichen Frauen zu sehen, aber wenn ich wissen will, wer diese ganzen Frauen sind, die mich da angeblich unbedingt treffen möchten, muß ich zahlen.

Soviele Frauen, daß ich jede Woche einen Harem aufmachen könnte…

Ganz toll.

Wir basteln jedenfalls jetzt selbst an einem Kontakte-Projekt (das kostenlos sein wird, wenn wir das fertigprogrammiert haben: http://www.Singelland.ch )

Dienstag, 21.05.13 17:32
 

Ist zwar schon ein paar Tage alt, aber aufgrund eigener Erfahrungen mit Badoo und der Tatsache, dass man ihn bei G.... recht prominent findet, wollte ich mich doch mal dazu äußern:

Auch wenn die Autorin hier sicher mit bestem Wissen und Gweissen schreibt, halte ich den Artikel doch für alles andere als Objektiv, folglich schlecht recherchiert.

Schon der Titel ist sehr tendenziell und entspricht nicht der Realität. Die geschilderten Probleme gibt es sicherlich und gerade Frauen müssen nach Anmeldung an einigermaßen offenen sozialen Netzwerken einiges an zwei- bis eindeutigen Offerten ertragen, die sie sich nicht wünschen. Dies aber zum Hauptcharakteristikum dieses Portals zu erheben ist schlicht falsch. Da hat sie erstens den Vergleich mit anderen ähnlich funktionierenden Portalen vergessen und wohl einiges bei Badoo nicht wirklich verstanden. Wer Badoo zum Swingerclub erklärt, sollte sich vorher mal Seiten wie "Joyclub" anschauen, um einen Vergleich zu haben. Und wer in "nett chatten" mehr hinein interpretiert als da steht, lässt seiner Phantasie freien Raum - das sollten Journalisten aber nicht so freizügig tun.
Die Wahrheit ist, dass Badoo eine sehr offene Plattform ist, die wie praktisch alle sozialen Netzwerke gegen Fakes und Schmuddelkram nicht gefeit ist, aber trotzdem seriös als Chat-, Flirt- und Datingportal genutzt werden kann und auch genutzt wird. Und - das ist ein echtes Plus - im Gegensatz zu anderen Portalen kann man das auch sinnvoll tun, ohne Geld zu investieren. Die (moderat) kostenpflichtigen Funktionen bieten mehr oder weniger bedeutsame Mehrwerte, die man aber nicht unbedingt braucht, um interessante Leute zu finden und Kontakt aufzunehmen. Bei anderen Datingportalen geht ohne ein Mehrfaches dieser Kosten (Super-Powers genannt) praktisch gar nichts, zumindest für Männer.
Berichte über Datenklau, vorkonfigurierte Profile und ähnliches hängen damit zusammen, dass diese Leute naiv auf alles klicken, was ihnen im Internet entgegen kommt und nicht lesen, was darunter steht. Wer sich mit seinem facebook-Account anmeldet oder die Logindaten seines Email-Accounts freigibt, muss sich nicht wundern, dass dann die Daten auf eine Weise genutzt werden, an die man nicht gedacht hat. Solche Fallen mit dem Ziel der Datenbeschaffung legen auch andere aus, insbesondere Facebook selbst. Man muss eben das Kleingedruckte lesen, das gilt auch für Badoo und die Autorin dieses Artikels.

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