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Neun Sachen, die ich in einem Jahr Freiburg gelernt habe

Zurzeit werden die ersten Zu- und Absagen für das kommende Wintersemester von den Freiburger Hochschulen verschickt. Für alle baldigen Neu-Freiburgerinnen und Freiburger hat fudder-Autorin Heng - ursprünglich aus Hamburg - neun Dinge aufgeschrieben, die sie in ihrem ersten Jahr in Freiburg gelernt hat:



 
1. Schwarzfahren geht quasi nicht

Schwarzfahren am Sonntagmorgen, am besten noch mit der ersten Bahn, ist keine gute Idee. Die letzten Bahnen am Abend auch nicht, denn zu diesen Zeiten kann man sich sicher sein, dass kontrolliert wird.





2. Mülltrennen kann ein Hobby sein

Du findest Mülltrennung sinnlos? Die FreiburgerInnen aber nicht. Sortiert nach Biomüll (üblicher Kompost, aber auch Eierschalen, Knochen und Teebeutel), Restmüll, Papier und Plastik muss er sein, wenn die Müllabfuhr ihn mitnehmen soll – sonst bleibt der stehen. Nichtsdestotrotz gibt es nicht allzu viele Mülleimer in der Innenstadt. Vergleichsweise sind die Abstände zwischen den Eimern ziemlich groß, verhältnismäßig gibt es aber wenig Abfall auf der Straße.




3. Stilmäßig geht alles

Wer sich ansonsten krampfhaft um sein äußeres Erscheinungsbild sorgt, kann sich endlich entspannen, denn kleidungsmäßig kann man sich hier wirklich gehen lassen. Egal ob funktional in gender-neutraler Kleidung mit Trekkinghosen und Windbreakern, ob in Plunderhosen und Wollpullis oder mit Hüten, vergleichsweise gibt es keinerlei Faux-Pas.





4. Radfahren ist Religion

Ein Fahrrad ist in Freiburg essentiell – ein sicheres Schloss umso mehr. Wer aus einer von Autos dominierten Stadt kommt, wird den Eindruck bekommen, dass Menschen auf Drahteseln hier alles dürfen. Tatsächlich sollte man aber nicht übermütig werden und bei rot über die Ampel fahren, das kann sehr teuer werden.




5. Badisch gehört dazu

Wer an Hochdeutsch gewöhnt ist, sollte seinen inneren Grammatik-Fan ausschalten, denn die Charakteristika für Badisch befinden zum Teil jenseits von Gut und Böse. „Wo“ als Ersatz jeglicher Relativpronomen, das Suffix –le an sämtlichen Wörtern und „weisch?“ am Ende jeder Aussage – hab ich alles schon gehört. Und irgendwann gewöhnt man sich dran.

6. Konzerte sollte man besuchen

Sollte eine Band, die dir ansatzweise gefällt, nach Freiburg kommen: geh hin! Du weißt nie, wann das nächste gute Konzert direkt in der Stadt ist. Dafür lohnt es sich immer, nach Tourterminen in Basel und Straßburg Ausschau zu halten.





7. Öko ist auch eine Religion

Je nach Stadtteil, speziell im familienfreundlichen Rieselfeld, sind W-LAN, über Nacht angeschaltete Handys und chemische Produkte ganz, ganz schlimme Sachen, die man mithilfe teurer Alternativen auch suuuuuper einfach umgehen kann!




8. Rollerspaß hat keine Altersgrenze

Selbigen Ortes – aber nicht nur dort! – scheint es auch völlig normal zu sein, als Erwachsener mit einem City-Roller durch die Gegend zu cruisen. Wer also aus Grundschulzeiten noch einen hat und sich bisher nicht getraut hat, damit öffentlich aufzutreten, der kann ihn endlich auspacken, das gleiche gilt auch für Inline-Skates.




9. Mensaessen ist Mensaessen

Du entscheidest dich dafür, in der Mensa zu speisen? Großartig! Denk aber dran, dir eine Tupperdose mitzunehmen, falls du es nicht über dein Herz bringen solltest, Lebensmittel wegzuwerfen, dein Magen aber keine drei Kilo Nudeln mit Spinatstrudel einstecken kann.




fudder-Debatte

Und was hast Du in Deiner Zeit in Freiburg über die Stadt und ihre Bewohner gelernt? Irgendwelche Erkenntnisse und Tipps für Neu-Freiburger?

Du bist gefragt!


     [Fotos: Manuel Lorenz, Carolin Buchheim]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 32
Mittwoch, 15.08.12 14:02
 

Ich bin in der 6. Klasse den ganzen Sommer lang schwarz von der Schule nach Hause gefahren...weil es mir zu warm war, den ganzen Weg zu laufen...mitm Fahrrad durft ich damals noch nich fahren :D

Mittwoch, 15.08.12 14:04
 

schwarzfahren ist angesichts der größe dieser stadt faulheit. und die bereitschaft mitbringen, für konzerte auch einen angemessenen eintritt zu zahlen...

fakeedit: griptape beschwert sich grade, dieser kommentat wäre meiner nicht würdig.

Mittwoch, 15.08.12 14:31
 

es amüsiert mich ein bisschen dass das ökoreligionbashing so einen großen raum im artikel einnimmt.

Mittwoch, 15.08.12 14:38
 

solang es dich nich gemüsiert...

Mittwoch, 15.08.12 14:42
 

Was mich ein wenig wundert ist das Fehlen kulinarischer Neuerlebnisse die gerade im Freiburger Umfeld gelernt werden können.
Es war in der ersten Zeit eine geschmackliche Neuaufstellung frischen Spargel und SEHR leckere Brägele kosten zu dürfen. Dazu die feinen Weine - für mich das wichtigste und leckerste Lernergebnis seit langem.
Viele feine Anbieter auf dem Wochenmarkt, Nähe zu Frankreich in vielen Restaurants spürbar - ich bin in Freiburg wegen der Geschmackserlebnisse geblieben.

Und es ist schön und gut wie entspannt die Menschen hier Umgang pflegen.

Mittwoch, 15.08.12 14:53
 

flammkuchen auch. ich hab jetzt eine hefeteigzubereitung entwickelt bei der einem die schamhaare ausfallen, PHWOAR

fakeedit: im übertragenen sinne
fakeedit: vielleicht bißchen komische metaphorik, naja egal

Mittwoch, 15.08.12 15:24
 

freiburg ist ein bischen wie ein schoko fondant.
sieht von aussen lecker aus, ist innen auch schön lecker,
verliert aber sehr schnell seine form(schein) wenn man es ansticht...

EK
Mittwoch, 15.08.12 15:41
 

der größte vorteil freiburgs ist, dass man-egal wo man sich in fr befindet- in spätestens 10-radminuten mitten in der tiefsten natur bist. und kulinarisch ist man hier auch gut aufgestellt. als störend empfinde ich die bruddelige art der schwarzwälder. gut, dass es in fr viele hinzugezogene gibt.


der kritikpunkt mit zu wenig guten konzerten teile ich nicht. es gibt die guten konzerte(im grtt,im hasenbau,im swamp...), nur werden diese nicht sonderlich beworben. und für eine stadt mit +/- 200.000 einwohnern ist es völlig normal, dass nicht jede band in fr halt macht.

Mittwoch, 15.08.12 15:56
 

das argument mit zuwenig beworben zählt nur bedingt. selber auch mal aufraffen und suchen;)

EK
Mittwoch, 15.08.12 16:03
 

d'accord!
(schrieb ja auch "nicht sonderlich beworben")

Mittwoch, 15.08.12 16:46
 

"nur werden diese nicht sonderlich beworben"

...

lol

Mittwoch, 15.08.12 16:50
 

@EK
Aus zuverlässiger Quelle weiss ich, dass Heng großer Fan vom Bieber Justin ist. Und der ist jetzt echt nich besonders oft im swamp...;)

Mittwoch, 15.08.12 16:56
 

http://youtu.be/BzCMd4M7yko

Mittwoch, 15.08.12 16:58
 

http://youtu.be/8JqFGe1NOqU

bak
Mittwoch, 15.08.12 16:59
 

Punkt 7 gefällt mir am Besten ;-)

EK
Mittwoch, 15.08.12 17:31
 

@nasenfahhrad:soll heißen,dass nicht die ganze stadt mit plakaten zugekleistert wird. und ein vernünftiges stadtmag gibbet auch nicht.man muss sich "die mühe machen" und auf deren website zu schauen. oder halt mit abstrichen bei fudder in den "wo rockt's-kalender".nicht zu viel verlangt.wenn man jeden abend die auswahl aus 3-13 konzerten haben möchte, muss man halt nach b,hh oder ny ziehen.

@laz:das bezweifele ich ;-)

Mittwoch, 15.08.12 18:11
 

@EK: Freiburg ist schön, aber die Freiburger stören? Aha.

EK
Mittwoch, 15.08.12 18:42
 

oh,je.nee,die stören nicht.komme bloss mit der skepsis und reserviertheit,die mir tagtäglich begegnet,nicht so klar.verallgemeinern wollte ich nicht.

Donnerstag, 16.08.12 00:36
 

den freiburger oder schwarzwälder als solchen mit "bruddelig" zu bezeichnen, finde ich ein wenig überzogen. ich habe in der langen zeit, in der ich nun in freiburg lebe, sehr viele freiburger originale kennengelernt, die alles andere waren als bruddelig oder kauzig. letzteres finde ich allerdings gar nicht so unangenehm, da ich es selbst auch nicht mag, wenn mir die menschen oberflächlich bestgelaunt um den hals fallen wie ein us-amerikanisches rezeptionsgirl eines fitnessstudios. mich nerven dagegen sehr viele wieder-nach-freiburg-gezogene, so ab mitte vierzig, anfang fünfzig, die in dieser stadt "ihre" ruhe haben und möglichst das bild eines beschaulichen städtchens bewahrt wissen wollen.

davon abgesehen: im ersten jahr in freiburg habe ich gelernt, dass man cocktails eigentlich nur bei - damals - frankys le shaker, in der hemingway bar und im brasil trinken kann, alles andere ist mit leicht alkohol versetztes eiswürfelschmelzwasser; dass man in der innenstadt, zwischen bahnhof und schwabentor, nur selten eine gute pizza bekommt, sondern dafür in andere quartiere ausweichen muss; dass tausende kilometer nach australien und neuseeland fliegen, um dort windsurfing zu betreiben, ein moralisch-sittlich gutes freizeitvergnügen, hingegen ein ski-/snowboard-urlaub in den graubündner alpen ein moralisch-sittlich verwerfliches freizeitvergnügen ist; ausführungen zu letztem punkt erspare ich mir auf grund der uhrzeit.

Donnerstag, 16.08.12 01:33
 

Mir fällt es schon schwer genug, überhaupt zu differenzieren, was denn nun Original Freiburg ist und was nicht. Sind das Vauban-Viertel und dessen Bewohner repräsentativ für Freiburg bzw. schon immer da gewesen, oder handelt es sich hier zum Zugezogene? War Öko in Freiburg früher schlichtweg Bürgerpflicht, oder immer schon Lifestyle?

EK
Donnerstag, 16.08.12 08:59
 

na, zwischen bruddeligkeit und "bestgelaunt um den hals fallen wie ein us-amerikanisches rezeptionsgirl eines fitnessstudios" gibt es ja durchaus noch eine respektable alternative... ;-) komme halt aus einem landstrich, wo die menschen eher aufeinander zugehen als hier in südbaden. daran musste ich mich gewöhnen bzw. damit arrangieren.hat eingermassen geklappt und andere vorteile dieser regio überwiegen.

Donnerstag, 16.08.12 09:23
 

Wer den Vergleich mit anderen Landstrichen in Deutschland kennt (hier speziell Schwaben und Franken) der empfindet die Badener und speziell die Freiburger als freundlich und durchaus offen.

Mit einer norddeutschen Offenheit und Freundlichkeit sicher nicht vergleichbar - aber im Vergleich mit Schwaben sehr viel angenehmer und lebenslustiger.
Die Vauban Bewohner sind eine eigene Sorte Mensch, dort überwiegt das Gut-Menschentum und sich selbst einer Überzeugung treu hingebenden Spezies (wird wohl zukünftig als Öko-Spiesser-Beamten-wtf-Mentalität bezeichnet werden).

In Schwaben gibt es sogar "Bruddelsupp Feiern", glaube das dort die Bruddeligkeit wesentlich stärker verbreitet ist.
Gewisse Anfangsschwierigkeiten hat aber so gut wie jeder Zugezogene - die legen sich im Lauf der Jahre und später erkennt fast jeder die Qualität der hiesigen Region!

EK
Donnerstag, 16.08.12 09:36
 

klar.schlimmer geht immer.

Donnerstag, 16.08.12 09:40
 

Ich bin ja schon viel in Deutschland rumgekommen, aber meine im Raum Freiburg geschlossenen Freundschaften haben alles überlebt, während zum Beispiel im Ruhrgebiet, wo man nach einem Bier schon per "Du" ist die Parole galt "Aus den Augen - aus dem Sinn"

Hier dauert es vielleicht etwas länger, aber dafür ist das dann auch echt.
Und in Teningen habe ich mich nie als "Zugereister" gefühlt !

Und hier wurde schliesslich die Badische Revolution "erfunden", etwas, was mir die Region schon von vorneherein sympathisch machte

:-))


Biber hat den Kommentar am 16.08.2012 um 09:42 bearbeitet
EK
Donnerstag, 16.08.12 10:00
 

und natürlich hast du alles,wirklich alles dafür getan, dass die freundschaften aus dem ruhrgebiet bestand haben.nur die doofen ruhrpottler sind zu oberflächlich. aber von mir aus:hier sind die leute treu.punkt.zumindest die leute,die biber hier kennengelernt hat.selbst in teningen!

Donnerstag, 16.08.12 10:02
 

Interessant, wie unterschiedlich das wahrgenommen wird. Ich habe viele Jahre lang im Pott gewohnt und alle dort geschlossenen Freundschaften haben gehalten. Und gerade der Südwesten hier erinnert mich was Oberflächlichkeit angeht eher an meine alte Heimat (CA), wo zwar alles superharmonisch und superfreundlich ist, man aber große Mühen hat, Anschluss zu finden, wenn man nicht nur auf ein bisschen Small Talk scharf ist.

Donnerstag, 16.08.12 10:03
 

AHHHHHHHHHHHHH die badische revolution wurde in OFFENBURG "erfunden" !!! nicht in freiburg !!!!!

Donnerstag, 16.08.12 12:08
 

Ich habe ja auch nicht "in Freiburg" behauptet, sondern ich schrieb von der "Region". Und Offenburg (und Rastatt) liegt ja auch noch deutlich im Ländle.


Und EK: Mein Umgang mit den Freunden da oben vor/nach Abwesenheit war naturgemäß nicht anders als der hier unten.

Ostfriesland ist noch weiter weg, trotzdem haben sich da stabile Freundschaften erhalten. Vom Ruhrgebiet kam da einfach nichts mehr. Natürlich hätte ich einseitig dranbleiben könnnen, aber was soll das dann bringen?

Muß ja nicht generell so sein, aber bei mir war es nun mal diese Erfahrung

Donnerstag, 16.08.12 13:15
 

Dieser selbstverliebte Ökohauptstadttitel.... wenn man ein bischen der Sache auf den Grund geht verliert Freiburg total.
Stuttgart z. B. hat vor Freiburg ein Klimaschutzkonzept entwickelt.
Die Solarbundesliga hat schon lange andere Tabellenführer.
Münster und Greifswald haben Freiburg in Sachen Fahrradhauptstadt abgehängt....
Die Freiburger glauben ganz vorne in allem zu stehen und merken gar nicht wie weit sie abgeschlagen sind. Diese in Massen auftretende Autosuggestion verblendet die Bobbele.

Donnerstag, 16.08.12 15:38
 

das thema vom Artikel find ich super.
leider hat mich dann das geschriebene etwas enttäuscht.

da fand ich den kommentar von kid interessanter. "davon abgesehen: im ersten jahr in freiburg habe ich gelernt, dass man cocktails eigentlich nur bei - damals - frankys le shaker, in der hemingway bar und im brasil trinken kann, alles andere ist mit leicht alkohol versetztes eiswürfelschmelzwasser; dass man in der innenstadt, zwischen bahnhof und schwabentor, ....."

Donnerstag, 16.08.12 16:07
 

"Die Freiburger glauben ganz vorne in allem zu stehen und merken gar nicht wie weit sie abgeschlagen sind"


Wie war das beim Wettlauf "Chinesischer gegen amerikanischen Staatschef" ?

Der Amerikaner siegte, in den chinesischen Zeitungen war dann zu lesen: "Der amerikanische Präsident kam nur auf den vorletzten Platz, während unser Ruhmreicher Führer den zweiten Platz erreichte"


Biber hat den Kommentar am 16.08.2012 um 16:08 bearbeitet
Donnerstag, 16.08.12 21:09
 

Biber, schöner Vergleich...

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