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Meine Meinung: Warum die Olympischen Spieler immer noch das Größte sind

Seit einer knappen Woche kämpft "die Jugend der Welt" bei den Olympischen Spielen um Medaillen und Rekorde. fudder-Autor Fabian lebt in London. Er findet: "Die Olympischen Spiele sind nicht nur das größte Sportereignis, sondern generell das größte Ereignis der Welt."

Montagabend, kurz vor sieben Uhr Ortszeit in London. Die deutsche Degenfechterin Britta Heidemann steht im olympischen Halbfinale. Es steht fünf zu fünf, auf der Uhr verbleibt eine Sekunde und Heidemann braucht unbedingt einen Treffer. Sie muss treffen, um ins Finale einzuziehen und sicher eine Medaille zu gewinnen. Und sie trifft. Solche Momente machen Olympische Spiele einzigartig.

Einen Tag später sitze ich selbst in der ausverkauften Halle in den Londoner Docklands, wo die Fechtwettbewerbe ausgetragen werden und bin seit Langem mal wieder so richtig vom Stuhl gerissen. Fechten ist ein Nischensport für Besserverdiener mit zu viel Freizeit? Weit gefehlt. Es ist ein Spektakel, das an Spannung, Artistik und Showtauglichkeit so manche Breitensportart in den Schatten stellt.

Das macht die Spiele aus: Sportarten, die in Deutschland auf Grund einer übermächtigen Dominanz des Fußballs unterrepräsentiert sind, werden immerhin alle vier Jahre für kurze Zeit ins Rampenlicht rücken. Das erweitert den Horizont des allgemeinen Sportfans, der sonst im Fernsehen wenig Ausgefallenes serviert bekommt. So kann er lernen, dass beim Florett nur der Torso als Trefferfläche gilt und dass man beim Kanuslalom stromaufwärts um die roten Tore fahren muss. Vielleicht entdeckt er ja dann sogar in diesem erweiterten Angebot eine Sportart, die ihn selbst interessiert und tritt einem Verein bei.



Die aktuellen Spiele in London beweisen aber auch, dass es bei Olympia tatsächlich noch um Sport geht, trotz des Kommerz, der die Veranstaltung unweigerlich umgibt. Auch meine Begeisterung hält sich in Grenzen, wenn Coca Cola und McDonalds ein Sportereignis unterstützen und wenn die Verkaufsbuden and den Sportstätten „stolz“ darauf sind, nur Visa zu akzeptieren. Aber nur wenn diese Unternehmen jene Vorteile bekommen, fließt das Geld, das nötig ist, um dem Sport eine Bühne zu bieten. Das ist bei den Olympischen Spielen nicht anders als beim SC Freiburg. Zudem ist Olympia im Gegensatz zu Fußballwelt- und –europameisterschaften das einzige Sportereignis, das ohne Bandenwerbung oder sonstige Sponsoren in den Stadien und Hallen auskommt. Gerade für den Fernsehzuschauer steht somit der Sport mehr im Vordergrund.

Die diesjährige Eröffnungsfeier hat zudem ein weiteres Kernelement der Spiele wiederbelebt. Keinem altgedienten Sportheld wurde die Ehre zuteil das olympische Feuer im Stadion zu entzünden, sondern sieben britische Nachwuchssportlern. Die Fackel wurde somit weitergereicht, nicht nur symbolisch, an die vielbesagte Jugend der Welt, die neben all den Funktionären und IOC-Strippenziehern im Mittelpunkt dieser Spiele stehen soll und das bis jetzt auch tut.

Olympia ist somit nicht nur das größte Sportereignis, sondern generell das größte Ereignis der Welt. Nichts Vergleichbares reicht an die Dimension der Spiele heran. Sie bringen Sportler und Fans aus allen Nationen zusammen, die, mit sehr wenigen Ausnahmen, friedlich den Sport feiern. Gerade wenn man die Spiele in einem wie auch immer gearteten Verfahren, das ich nicht zu durchschauen vermag oder kommentieren möchte, an eine Stadt wie London vergibt. Welche Stadt wäre besser geeignet, um großen Sport zu sehen: Fußball in Wembley, Tennis in Wimbledon, Triathlon im Hyde Park. Dabei geht es überwiegend um Sportstätten, die bereits existierten und nicht gebaut werden mussten. Setzt sich dieser in London begonnene Trend der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung fort, werden die Spiele günstiger und weniger belastend für Mensch und Natur.

Auch sonst schlägt sich London hervorragend. Das erwartete Verkehrschaos blieb bis dato aus und die Berichte über Sicherheitsvorkehrungen in den deutschen Medien muss man mit Vorsicht betrachten. Natürlich sieht man viele Polizisten und wenn man genau hinsieht kann man sogar die Flugabwehr auf den Häusern erkennen. Für den Fan hat das aber praktisch keine Bedeutung, man fühlt sich stets sicher, allerdings nicht eingeschränkt.

Vor zwei Tagen, war ich dann noch am Olympic Park, wo Sportler und Fans zusammenkommen um gemeinsam zu feiern. Am Eingang stand einer der gut gelaunten Volunteers und begrüßte mich mit den Worten: „Welcome, to the biggest show on earth!“ Thank you, genau dafür bin ich hier.


Zur Person

Fabian Fechner, 24, kommt aus Breisach, studiert aber gerade einen Master in London zu Ende und genießt es die Olympischen Spiele zum ersten Mal hautnah mitzuerleben, was dem Fortschritt seiner Masterarbeit allerdings nicht gut tut. Nebenbei schreibt er als freier Autor für fudder.de und twittert (@fabian_fechner) für Spiegel Online von den olympischen Sportereignissen.








[Fotos: Fabian Fechner]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 4
Donnerstag, 02.08.12 19:06
 

Und jetzt nen Beitrag von Heng, warum es total daneben ist, während der Spiele unter ner Deutschlandflagge zu knutschen ;)

Donnerstag, 02.08.12 20:00
 

lol @ laz4056.

************

Eine sehr schöne Hommage an die Olympischen Spiele.

Freitag, 03.08.12 03:11
 

Es müsste im Übrigen "Warum DIE olympischen Spieler immer noch die Größten sind". Allerdings findet sich im Text auch nich wirklich ein Beleg für die These. Alternativ is hier sonst auch noch für n paar Genderwitzchen Platz.

Freitag, 03.08.12 07:54
 

Nein, es müsste heißen: Warum die olympischen SpielerINNEN immer noch die Größten sind".
Achte bitte auf deine Diktion, sexistische Kommentare sind auf Fudder nicht gerne gesehen. Generisches Maskulinum abschaffen, Binnenmajuskel FTW! Hasta la victoria siempre usw.

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